Niedersachsen 

Hannover: Frau durchstöbert Handy vom Ex – was sie dort entdeckt, ist der blanke Horror!

In Hannover machte eine Frau schlimme Funde auf einem Smartphone.
In Hannover machte eine Frau schlimme Funde auf einem Smartphone.
Foto: imago images/Westend61

Hannover. Ohne dass er etwas ahnte, durchstöberte seine Ex-Freundin sein Smartphone. Was sie dort gefunden hat, war der blanke Horror. Auf dem Handy waren Bilder und Videos zu sehen, wie der Pfleger (59) aus Hannover schwerstbehinderte Frauen missbraucht hat.

Seine ehemalige Partnerin entdeckte die Aufnahmen. Nun wurde der 59-Jährige vor dem Landgericht Hannover verurteilt.

Hannover: Pfleger hat behinderte Frauen missbraucht

Er hat bereits zum Prozessauftakt gestanden, die schwerstbehinderten Frauen missbraucht und die Taten mit dem Handy gefilmt zu haben.

„Ich hatte Stress bei der Arbeit, mir ging es nicht gut“, sagte der 59-jährige Mann vergangene Woche. Nach der Trennung von seiner Freundin habe er allein gelebt. Irgendwann sei seine Hemmschwelle weg gewesen. Die Taten immer wieder aufzunehmen, sei wie ein Zwang gewesen.

Sexueller Missbrauch in Pflegeheim in Hannover

Der Angeklagte musste sich wegen sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung von widerstandsunfähigen Personen verantworten.

Laut Anklage sollten die Übergriffe sechseinhalb Jahre lang, von Oktober 2011 bis März 2018, in einer Einrichtung in Hannover erfolgt sein. Die drei betroffenen Bewohnerinnen sollen aufgrund geistiger und körperlicher Einschränkungen nicht in der Lage gewesen sein, sich zu wehren oder zu äußern.

Pfleger will von Ex-Freundin misshandelt worden sein

Der Angeklagte schilderte vor Gericht, dass alles nach der Trennung von seiner Freundin, einer Kollegin, angefangen habe – und nicht bereits im Jahr 2011.

Die Beziehung sei schwierig gewesen, seine Ex-Partnerin habe ihn körperlich und verbal attackiert. „Sie hat mich getreten, gekniffen, ins Kreuz geschlagen und beschimpft“, schilderte der 59-Jährige. Er mache sich Vorwürfe, dass er sich nicht durchgesetzt habe. „Ich habe immer gehofft, dass es noch mal besser wird.“ 2012 hätten sich beide verlobt, ein Jahr später aber getrennt.

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Pfleger filmt sexuellen Missbrauch

Bei der Körperpflege der schwerstbehinderten Frauen war es dann zu den sexuellen Übergriffen gekommen. „Mir ist das in den Kopf gekommen, das aufzunehmen. Warum, weiß ich nicht“, sagte der Angeklagte. Die Filme habe er sich zuhause angeschaut, sie hätten ihn aber nur etwas erregt.

Der Arbeitgeber hatte den Pfleger, der mehr als 30 Jahre für das Unternehmen tätig war, angezeigt, nachdem die Filme auf dem Handy entdeckt worden waren. Die ehemalige Freundin hatte das Mobiltelefon des Angeklagten heimlich nach Fotos von sich durchsucht und war dabei auf die Filme gestoßen.

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Urteil im Missbrauchsprozess!

Der Prozess hatte bereits vor einem Jahr begonnen, musste jedoch ausgesetzt werden, um den Angeklagten psychiatrisch begutachten zu lassen.

Für die Richter war es nach Auskunft des Sprechers schwierig die Tatfolgen für die körperlich und geistig stark eingeschränkten Opfer einzuschätzen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren gefordert, die Verteidigung plädierte auf drei Jahre.

Das Landgericht Hannover verurteilte den 59-Jährigen nun am Dienstag wegen sexuellen Missbrauchs von widerstandsunfähigen Personen in zwölf Fällen.

Der Pfleger muss demnach für vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. (dpa, aj)