Niedersachsen 

Niedersachsen: Ansturm auf Atemschutzmasken – Braunschweiger Apotheker mit wichtigem Tipp

Ausverkauft! Vergriffen! Nicht lieferbar! Das hören Kunden in Apotheken in Niedersachsen derzeit immer häufiger, wenn sie nach einem ganz bestimmten Produkt fragen. (Symbolbild)
Ausverkauft! Vergriffen! Nicht lieferbar! Das hören Kunden in Apotheken in Niedersachsen derzeit immer häufiger, wenn sie nach einem ganz bestimmten Produkt fragen. (Symbolbild)
Foto: imago images/ Ralph Peters

Braunschweig. Ausverkauft! Nicht lieferbar! Vergriffen! Wenn du in eine Apotheke in Niedersachsen gehst, wirst du diese Worte bei einer bestimmten Nachfrage sicherlich immer häufiger hören.

Denn in den vergangenen Tagen haben Kunden die Apotheken in Niedersachsen leergekauft. Zumindest ein Produkt ist jetzt kaum noch erhältlich: Die Atemschutzmaske.

Niedersachsen: Bald Ausverkauft! Atemschutzmasken werden knapp

Grund ist das Corona-Virus, das nun auch Deutschland erreicht hat. Vier bestätigte Fälle in Bayern, ein Verdachtsfall in Braunschweig. Anlass genug für viele Menschen, jetzt aufzurüsten. Und das nach chinesischem Vorbild. Denn dort geht kaum noch jemand ohne Atemschutzmaske aus dem Haus.

Auf Nachfrage von news38.de haben uns gleich drei pharmazeutische Großhändler bestätigt, dass die Nachfrage gestiegen ist. „Die Nachfrage nach Mundschutz-Masken ist seit letzter Woche deutschlandweit stark gestiegen. So ist die Nachfrage aktuell bis zu zehn Mal höher als im Regelfall“, erklärt Jacob-Nicolas Sprengel von der Phoenix Pharmahandel GmbH.

Auch Norman Keil von der Sanacorp Pharmahandel GmbH bestätigt: „Wir nehmen bundesweit eine verstärkte Nachfrage wahr. Darum sind Atemschutzmasken aktuell nicht lieferbar.“ Ähnlich sieht es bei dem Pharma privat aus. Auch dort heißt es: Keine Lieferungen mehr möglich.

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Angst vor Corona-Virus: Nachfrage nach Atemschutz zehn Mal so hoch

Wann nächste Lieferungen kommen, das sei ungewiss. Fiona Nordt, Sprecherin von Pharma privat, mutmaßt, dass Apotheken vielleicht ihren Bestand aufgerüstet hätten. Eine Präventionsmaßnahme. Doch die Nachfrage bei Apotheken im Braunschweiger Stadtgebiet zeigt: Fast Ausverkauft!

Das bestätigt beispielsweise der Inhaber der K10 Apotheke in Braunschweig. „Es sind sämtliche Arten von Masken ausverkauft“, betont Helmut Oortmann. Doch er hat einen alternativen Vorschlag. Man könnte den Mundschutz einfach selber basteln.

Tatsächlich lassen sich online einige Anleitungen finden. Und Helmut Oortmann hat da sogar einen besonderen Tipp seiner Apothekerin parat. Die habe in der Vergangenheit bereits einen Mundschutz aus Mullbinden hergestellt. Dafür müsste man immer zwanzig Zentimeter in einer Zick-Zack-Schichtung fünf bis sechs Mal übereinander legen, abschneiden und außen vernähen, Gummibänder dran, fertig. Diese Konstellation sei sogar bei 60 Grad waschbar.

Braunschweig: Apotheker empfiehlt – einfach selber machen

Ein weiterer Tipp, den die Feuerwehr Essen zu Zeiten der Schweinegrippe herausgegeben hatte, ist dieser: Man könnte sich einen Schutz aus Baumwolle selber nähen. Dieser könnte dann sogar bei bis zu 90 Grad gewaschen werden, so dass er wiederum von möglichen Viren befreit würde.

Und auch in Wolfsburg sei der Mundschutz laut der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ nahezu ausverkauft. Doch hilft ein solcher Mundschutz überhaupt gegen das Corona-Virus? Mediziner Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg sagt ganz klar: „Persönlicher Schutz ist im Augenblick vollkommen unsinnig.“ Die Gesundheitsbehörden würden sich „hervorragend“ kümmern, darauf könnten sich die Bürger verlassen.

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Das schützt wirklich vor dem Corona-Virus

Es würde durchaus Sinn machen, beispielsweise als Grippeerkrankter einen solchen Mundschutz zu tragen, um andere Menschen zu schützen. „Aber der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit“, betont Bernd Salzberger. Die Wirkung sei nicht besser als mit einem Schal vor Mund und Nase.

Generell sollten sich Menschen von den aktuellen Bildern aus China nicht täuschen lassen. Dort würden Masken grundsätzlich häufiger getragen, vor allem wegen der Luftverschmutzung.

Viel wichtiger zum Schutz vor dem Corona-Virus sei nach Angaben des Robert Koch-Instituts eine gute Händehygiene, das Einhalten von „Husten- und Nies-Etikette“ und das Abstandhalten zu Erkrankten. (abr mit dpa)