Niedersachsen 

Niedersachsen: AfD-Mann soll Schüler angestachelt haben – KZ Bergen-Belsen erstattet Anzeige wegen Hetze

Die Gedenkstätte Bergen-Belsen in Niedersachsen.
Die Gedenkstätte Bergen-Belsen in Niedersachsen.
Foto: dpa/Philipp Schulze

Lohheide. Immer mehr provozierende Fragen seitens der Besucher, ein Lehrer (AfD-Mann), der Schüler anstachelt und Hetze im Netz – damit sieht sich der Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen in Niedersachsen konfrontiert.

Und Leiter Jens-Christian Wagner will daraus seine Konsequenzen ziehen! So sagt der Historiker ganz klar: „Fälle von Beleidigungen und Drohungen zeige ich bei der Polizei an“. Doch was war eigentlich im Zusammenhang mit der Gedenkstätte in Niedersachsen vorgefallen?

Niedersachsen: AfD-Mann soll Schüler zu Provokation angestachelt haben

Immer wieder besuchen Schüler die Gedenkstätte Bergen-Belsen. Ein damaliges Konzentrationslager, in dem zwischen 1943 und 1945 mehr als 100.000 Männer, Frauen und Kinder gefangen gehalten wurden. Nach Angaben der Gedenkstätte starben mehr als 52.000 von ihnen. Zu den Todesopfern zählte auch Anne Frank.

Doch in letzter Zeit würden sich provozierende Fragen der Besucher häufen. So hätten sich beispielsweise angemeldete Besucher rückblickend als Mitglieder der rechtsextremen Szene entpuppt. Bei einem anderen Vorfall hätte Schüler bei Rundgängen Opferzahlen angezweifelt.

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AfD Niedersachsen will Vorwürfe prüfen

In einem Fall habe sich auch die begleitende Lehrerin einer Schülergruppe irritiert gezeigt und gesagt, sie sei kurzfristig für einen Kollegen – einen „AfD-Mann“ – eingesprungen. Die Jugendlichen seien offenbar angestachelt worden, sagte Wagner.

Die Fraktionschefin der AfD im niedersächsischen Landtag, Dana Guth, hat sich mittlerweile zu diesen Vorwürfen geäußert. Sie betont: „Falls das stimmen sollte, möchten wir der Sache nachgehen und gegebenenfalls parteirechtliche Schritte gegen dieses Mitglied ergreifen.“ Die AfD hätte gerne mehr Informationen zu dem angeblichen „AfD-Mann“. Aus datenschutzrechtlichen Gründen will Wagner aber keine Details nennen.

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Wagner betonte: „Es ist unser ausgesprochenes Ziel, dass Schülerinnen und Schüler kritisch nachfragen.“ Geschichtsbewusstsein brauche kritisches Nachhaken. „Provokationen sind das Gegenteil: Sie sollen den Austausch von Argumenten verhindern.“ (abr mit dpa)