Niedersachsen 

Hannover: Mafia-Mitglied an MHH behandelt – das hat jetzt dramatische Konsequenzen

An der MHH in Hannover ist ein Clan-Mitglied aus Montenegro behandelt worden. Die Polizei hat massive Schutzmaßnahmen aufgefahren. Das hat für riesige Kritik gesorgt.
An der MHH in Hannover ist ein Clan-Mitglied aus Montenegro behandelt worden. Die Polizei hat massive Schutzmaßnahmen aufgefahren. Das hat für riesige Kritik gesorgt.
Foto: Juliane Stratenschulte/dpa

Hannover. Ein Mafia-Mitglied aus Montenegro lässt sich nach Hannover fliegen, um dort an der MHH behandelt zu werden. Die Polizei fährt schwere Geschütze auf, bewacht das Krankenhaus – auf Kosten des Landes Niedersachsen.

Dieser Einsatz in Hannover hat in der vergangenen Woche für massive Kritik gesorgt. Und er hat jetzt offenbar erste, dramatische Konsequenzen.

Hannover: Mafia-Mitglied an MHH behandelt – Land zieht Konsequenzen

Knapp eine Woche ist Igor K. an der MHH behandelt worden – inklusive Polizeischutz. Dann ging alles ganz schnell. Das Clan-Mitglied ist noch am vergangenen Freitag mit einem Helikopter der Bundespolizei zum Flughafen gebracht worden. Mutmaßliches Ziel: Istanbul.

Jetzt hat Igor K. Deutschland verlassen, doch das Land Niedersachsen bleibt vermutlich auf den Kosten sitzen. Niedersachsen mache sich wenig Hoffnung darauf, Igor K. den aufwendigen Polizeischutz in Rechnung stellen zu können. „Wir prüfen noch, ob das nicht irgendwie möglich ist“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover am Freitag.

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Schwere Vorwürfe an MHH: Bei Kommunikation versagt

Am heutigen Montag wird bekannt, dass der Aufenthalt des Clan-Mitgliedes erste, drastische Konsequenzen nach sich zieht. MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg ist entlassen worden.

Er sei für das Ressort Krankenversorgung zuständig gewesen – habe in der Kommunikation aber vollends versagt. Das hat Wissenschaftsminister Björn Thümler am Montag im Landtag Hannover bekanntgegeben.

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Wie die „Bild“ berichtet, sind für die Schutzmaßnahmen von Igor K. insgesamt 2456 Polizisten im Einsatz gewesen. Das mache in etwa 16.058 Personalstunden und mögliche Kosten von 900.000 Euro. (abr mit dpa)