Niedersachsen 

Hannover: Nach Entlassung von Klinik-Vize wegen Mafiaboss – jetzt mischt sich Ministerium ein

Clanmitglied Igor K. ist aus der MHH in Hannover entlassen worden. Doch der Fall ist längst nicht abgeschlossen!
Clanmitglied Igor K. ist aus der MHH in Hannover entlassen worden. Doch der Fall ist längst nicht abgeschlossen!
Foto: dpa

Hannover. Igor K., mutmaßlicher Boss eines Mafia-Clans aus Montenegro, ist aus dem Krankenhaus in Hannover entlassen worden – und mit ihm auch der Vizepräsident der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ,Andreas Tecklenburg.

Der 35-jährige K. war zwei Wochen lang in Hannover behandelt worden. Die MHH wurde deswegen von streng von der Polizei bewacht. Dafür hagelte es Kritik.

Hannover: Mafia-Mitglied wurde an MHH behandelt

Der Fall bisher: Igor K. war zwei Wochen lang in Hannover behandelt worden, nachdem in Montenegro ein Mordanschlag auf ihn verübt worden war. Die deutsche Polizei ging von Verbindungen zur organisierten Kriminalität aus und befürchtete einen neuerlichen Anschlag auf den Montenegriner in der Klinik.

Der aufwendige Polizeischutz hatte wegen der Kosten viel Kritik hervorgerufen. Allein die Personalkosten werden auf rund 900.000 Euro geschätzt.

Mittlerweile hat K. Deutschland verlassen – und das Land Niedersachsen bleibt vermutlich auf den Kosten sitzen.

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Nach Behandlung von Clan-Mitglied an MHH: Vizepräsident entlassen

Der Vizepräsident der MHH Andreas Tecklenburg ist kurz darauf (im gegenseitigem Einvernehmen) entlassen worden. Grund seien laut Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) „erhebliche Zweifel an der Organisation innerhalb der MHH“.

Thümler verteidigte diesen drastischen Schritt gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen und warf Tecklenburg „Defizite bei der Meldekette in der MHH und ein mangelndes Bewusstsein für die Gefahrenlage“ vor. (red/dpa)