Niedersachsen 

Bahn streicht Züge – warum die Maßnahme für Niedersachsen positiv ist

Niedersachsen will Dieselzüge nach und nach aufs Abstellgleis schicken. (Archivbild)
Niedersachsen will Dieselzüge nach und nach aufs Abstellgleis schicken. (Archivbild)
Foto: imago images / Manfred Segerer

Hannover. Niedersachsen sagt dem Diesel den Kampf an – auch auf der Bahn-Schiene soll der Klimaschutz künftig vorangebracht werden. Niedersachsen will auf den Kauf neuer Dieselzüge verzichten.

Laut Landesnahverkehrsgesellschaft wird für Strecken ohne elektrische Oberleitung der Einsatz von Zügen mit Wasserstoff- oder Batterietechnik geprüft.

Bahn: Dieselzüge leben etwa 30 Jahre

Ausgedehnt werden soll der Einsatz von Wasserstoffzügen zunächst im Norden, wo die Züge aus dem Alstom-Werk in Salzgitter seit 2018 im Testbetrieb Bremervörde, Cuxhaven, Bremerhaven und Buxtehude verbinden. Ab 2022 sollen in dem 100 Kilometer langen Netz 14 der Wasserstofftriebwagen zum Einsatz kommen. >> Wasserstoff-Zug aus Salzgitter: Erstmals im Linienverkehr

Neben Elektrozügen verfügt die LNVG derzeit über 126 Dieseltriebwagen sowie acht Dieselloks mit 38 dazugehörigen Doppelstockwagen. Die wirtschaftliche Lebensdauer der Dieselfahrzeuge von 30 Jahren läuft nach und nach aus – bis etwa 2045.

Die Züge werden im Auftrag der LNVG im Regionalverkehr eingesetzt, die Deutsche Bahn und andere Regionalbahnunternehmen sind in Niedersachsen aber auch mit eigenen Zügen unterwegs.

Der Coradia iLint von Alstom
Alstom

„Wir arbeiten bereits an der Konzeption für weitere Strecken, auf denen wir Dieseltriebzüge ersetzen werden“, sagte LNVG-Sprecher Dirk Altwig. „Zunächst ist zu klären, ob hier mittel- oder langfristig eine Elektrifizierung mit Oberleitung ansteht, das ist immer noch auf lange Sicht gesehen der effizienteste Energieeinsatz.“

Niedersachsen: Mehreren Bahn-Strecken werden elektrifiziert

Bereits in Vorbereitung ist die Elektrifizierung der Strecke von Oldenburg nach Wilhelmshaven, geplant ist sie ebenfalls zwischen Stade und Cuxhaven, Lüneburg und Lübeck sowie Hildesheim und Hameln.

Hybridzüge, die sowohl mit Strom aus der Oberleitung als auch per Batterie auf nicht-elektrifizierten Abschnitten fahren können, sind laut LNVG interessant für Strecken, wo kurze Oberleitungslücken überbrückt werden müssen. „Es muss eine ausreichende Möglichkeit zum Nachladen geschaffen werden oder vorhandene Oberleitungsabschnitte müssen genutzt werden“, erklärte Altwig.

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„Entscheidend für die Einsatzmöglichkeiten ist die Reichweite solcher Fahrzeuge.“ Noch sind Hybridzüge in Deutschland nicht im regelmäßigen Betrieb. In früheren Jahrzehnten hatte die Bahn Akku-Triebwagen im Einsatz, mit steigendem Lebensalter aber grenzten schwächelnde Batterien die Reichweite ein. (dpa/ck)