Niedersachsen 

Coronavirus hat Niedersachsen im Griff: Was hat offen, was ist zu?

Die Schulen haben in Niedersachsen schon geschlossen wegen des Coronavirus, doch was hat noch auf?
Die Schulen haben in Niedersachsen schon geschlossen wegen des Coronavirus, doch was hat noch auf?
Foto: Christoph Soeder/dpa
  • Das Coronavirus macht sich in Niedersachsen breit
  • Doch was hat noch auf, was hat zu?
  • Und müssen wir mit Lebensmittelengpässen rechnen?

Niedersachsen. Mit der Schließung von Schulen, Universitäten und Kultureinrichtungen sowie Notfallplänen für Kliniken reagiert Niedersachsen auf die verstärkte Ausbreitung des Coronavirus. Doch was hat überhaupt noch offen und was zu? Und wie steht es um die Lebensmittelversorgung?

Die Landesregierung rief die Bevölkerung am Freitag zum Einschränken von Sozialkontakten und dem Einhalten der Hygieneregeln auf. „Wir können Corona nicht in dem Sinne besiegen, wir können es aber schaffen, dass der Verlauf in Niedersachsen und in Deutschland milde verläuft“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). „Wir können dafür sorgen, dass Leben gerettet werden in Niedersachsen, wir sollten die Chance nutzen.“

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Schulen und Kitas geschlossen

Von Montag an bleiben Schulen und Kindertagesstätten zunächst für fünf Wochen bis zum 18. April geschlossen, der Zeitraum umfasst die Osterferien. Für Kinder von Beschäftige aus den Bereichen Pflege, Gesundheit, Medizin und öffentliche Sicherheit wie Polizei, Justiz, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz sowie zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge wird es eine Notbetreuung geben. Die Regelung gilt für Kinder bis zur achten Klasse. Schüler haben unterrichtsfrei, ein Online-Unterricht ist nicht geplant. Schulfahrten werden bis zu den Sommerferien gestoppt, ebenso Besuche ausländischer Schülergruppen.

Universitäten, Theater und Museen geschlossen

An den Universitäten wird der Vorlesungsbeginn auf den 20. April verschoben. Der Lehrbetrieb in Präsenzform an den Fachhochschulen wird bis zum 19. April ausgesetzt. Die Universitätsbibliotheken werden ebenfalls geschlossen, nur die zentrale Ausleihe bleibt offen. Alle staatlichen Theater und Museen schließen ebenfalls, so wie auch viele kommunale Einrichtungen wie etwa in Hannover.

Krankenhäuser/Altenheime

Wie auch bundesweit werden alle planbaren Operationen verschoben, um die Krankenhäuser für Patienten mit dem Coronavirus freizuhalten. Den rund 6000 Medizinstudenten in Göttingen, Hannover und Oldenburg wird das Angebot gemacht, als Pflegehilfskräfte zu arbeiten. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) empfiehlt, auf Besuche in Kliniken und Altenheimen möglichst zu verzichten. Menschen, die aus Risikogebieten zurückkehrten, sei dies untersagt. In Kliniken und Heimen greifen Notfallpläne für den Personaleinsatz und die Organisation der Schichten. Das beinhaltet Urlaubssperren und Reiseverbote für Beschäftigte in bestimmte Gebiete. Heime können auch Aushilfskräfte einsetzen.

Supermärkte und Lebensmittelversorgung:

In der Lebensmittelversorgung gibt es bisher keine Probleme, sagte Claudia Schröder vom Krisenstab des Landes Niedersachsen.

Freunde treffen und weitere Sozialkontakte:

Ministerpräsident Weil rief die Menschen dazu auf, angesichts der Coronakrise Sozialkontakte zu reduzieren. „Es geht uns darum, schutzbedürftige Teile unsere Bevölkerung wirkungsvoll zu schützen“, sagte Weil. „Es geht auf den Punkt gebracht darum, Leben zu retten. So ist es, und das rechtfertigt auch Einschnitte.“ Statt sich auf einen Kaffee zu verabreden, solle man besser miteinander telefonieren oder zu Hause ein Buch lesen, sagte Ministerin Reimann.

Finanzspritzen:

Die Landesregierung will zur Abfederung der Coronakrise am Dienstag einen Nachtragshaushalt verabschieden. Es gehe um „eine größere Summe“, kündigte Weil an. Der Nachtragshaushalt solle nicht in einzelne Verwendungszwecke aufgegliedert, sondern komplett dem Finanzministerium zugewiesen werden, da noch unklar sei, wie sich die kommenden Monate entwickeln. „Unsere Hauptaufgabe ist, handlungsfähig zu sein.“ (dpa/mb)