Niedersachsen 

Coronavirus: Bäckermeister warnt vor Ansteckungsgefahr bei Aldi, Rewe und Co. – jetzt kontern die Supermärkte

In Discountern wie Lidl oder Aldi verbergen sich zahlreiche Infektionsquellen, findet ein Bäckermeister aus Niedersachsen.
In Discountern wie Lidl oder Aldi verbergen sich zahlreiche Infektionsquellen, findet ein Bäckermeister aus Niedersachsen.
Foto: imago images / Manfred Segerer

Niedersachsen. Dieser Bäckermeister aus Niedersachsen ist richtig sauer!

Schulen und Kitas dicht, Fußballspiele eingestellt, das Coronavirus legt das öffentliche Leben in Niedersachsen lahm. Ministerpräsident Stephan Weil hält die Bevölkerung gar dazu an, die sozialen Kontakte zu reduzieren.

Umso mehr stößt einem Bäckermeister aus der News38-Region ein Umstand auf, der bisher keine Beachtung fand. Denn beinahe in allen Discountern kommen tagtäglich Kunden indirekt miteinander in Kontakt - ganz besonders in einem Bereich des Ladens.

Coronavirus: Bäckermeister wütend

Gegenüber unserer Redaktion zeigt sich der Bäckermeister, der anonym bleiben möchte, erbost: „Wenn ich beispielsweise bei Lidl reingehe, befindet sich links die Brötchen-Station. Da packe ich die Zange und die Brötchenklappe an, nähere mich dem Produkt bis auf 30 Zentimeter. Ich brauche nur einmal atmen, dann ist alles kontaminiert.“ Tausendfach werden die Zangen und Klappen an einem Tag angefasst, ist er sich sicher.

Somit könne sich das Coronavirus ungehindert ausbreiten. Er fordert: „Grundsätzlich müsste das verboten werden.“ Denn für Bäckereien gelten viel strenge Auflagen.

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Auflagen beim Discounter zu gering?

„Wenn ein Kunde Tupperwaren mitbringt, um Müll einzusparen, dann darf ich die Tupperware nicht einmal mehr über den Tresen annehmen. Ich muss extra um die Theke herumlaufen“, ärgert sich der Bäckermeister, der sechs Filialen in Niedersachsen führt. Gleiches gelte für Mehrwegbeutel, die die Brötchentüte ersetzten sollen. „Da muss ich meine Brötchen über den Tresen werfen, weil ich den nicht annehmen darf.“

Daher bezeichnet er, in Anbetracht der aktuell gebotenen Vorsicht, die Vorgänge an der Brötchenstation als Unding: „Alles wird abgesagt und geschlossen, aber jeder kann weiterhin in diese Boxen fassen.“

Seinen Unmut hat er dem zuständigen Gesundheitsamt, der niedersächsischen Landesregierung und dem Bundesministerium für Gesundheit bereits in einem Brief am Samstag geschildert.

Rewe, Aldi, Real und Co.: Das sagen die Supermarkt-Ketten

Die Supermarkt-Ketten halten sich auf Nachfrage von News38 eher zurück, was das konkrete Thema der Backwaren betrifft.

Das sagt Aldi-Nord

Serra Schlesinger, Sprecherin von Aldi-Nord betont, dass der Konzern ein Qualitätssicherungskonzept habe, um die Hygienestandards zu gewährleisten. Außerdem würde Aldi derzeit verschärft darauf achten, den Empfehlungen des Kriesenstabes der Bundesregierung nachzukommen. So stünde dem Personal beispielsweise verstärkt Desinfektionsmittel zur Verfügung.

Kunden empfiehlt Aldi derzeit vor allem, kontaktlos zu bezahlen. Diese Variante sei hygienischer. Außerdem habe der Konzern ein Maßnahmenpaket für den Fall einer weiteren Ausbreitung erarbeitet. Das umfasse unter anderem den möglichen Ausfall von Mitarbeitern in den Märkten und Logistikstandorten.

Das sagt Rewe

Auch Rewe arbeite eng mit den Behörden und Gesundheitsämtern zusammen. „Sollten weitergehende Sofortmaßnahmen notwendig werden, sind wir in der Lage, entsprechend kurzfristig zu reagieren“, teilt Thomas Bonrath, Pressesprecher, mit. Derzeit gebe es aber weder für Kunden noch für Mitarbeiter Einschränkungen.

Das sagt Real

Ein identisches Vorgehen gibt es auch bei Real. Die Supermarkt-Kette sieht sich aktuell „gut vorbereitet“, heißt es auf Anfrage von news38.

(mb)