Niedersachsen 

Hannover: Clan-Boss Igor K. will wieder nach Deutschland einreisen - und hat diesen Grund

Polizeischutz am MHH in Hannover: Igor K. ließ sich dort zwei Wochen nach dem Mordanschlag behandeln. (Archivbild)
Polizeischutz am MHH in Hannover: Igor K. ließ sich dort zwei Wochen nach dem Mordanschlag behandeln. (Archivbild)
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Nach einer Schießerei ließ sich der mutmaßliche Clan-Chef Igor K. aus Montenegro Anfang des Jahres unter teilweise massivem Polizeischutz an einem Krankenhaus in Hannover behandeln. Am 21. Februar wurde er aus Deutschland ausgewiesen.

Jetzt will er offenbar zurück in die Bundesrepublik. Das berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung".

Hannover: Mutmaßlicher Clan-Chef will zurück nach Deutschland

Gegen die Ausweisung will K. nun mit einer Anfechtungsklage vorgehen. Dadurch soll die Stadt Hannover die Ausreiseverfügung aus Deutschland sowie das Einreiseverbot in die Länder des Schengen-Raums aufheben.

Sein Anwalt bereite außerdem Schadensersatz- und Schmerzensgeldklagen gegen das Land Niedersachsen vor. Der „HAZ“ sagte sein Anwalt: „Igor K. ist Opfer einer Verwechslung, er und seine Frau haben keinerlei Verbindung zu irgendwelchen kriminellen Gruppen.“

In Montenegro existiere demnach einen Mann mit gleichem Namen, der tatsächlich Kontakte zur Mafia haben soll. Mit genau diesem hätten die Angreifer Igor K. bereits bei dem Anschlag verwechselt. Igor K. habe mit dem Kriminellen und vor allem mit seinen Taten nichts zu tun.

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Igor K. wurde durch Schüsse verletzt

Igor K. war zwei Wochen unter massivem Polizeischutz in Hannover behandelt worden, nachdem er bei einem Mordanschlag in Montenegro durch Schüsse verletzt worden ist. Ob die Attentäter sich in der Person geirrt haben, bleibt fraglich.

Die Polizei ging laut „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ davon aus, dass Verbindungen zur organisierten Kriminalität bestehen, weswegen sie einen Anschlag auf das Klinikum befürchteten. Am 21. Februar wurde Igor K. in einer Ambulanzmaschine in die Türkei ausgeflogen.

Bei der Polizei sollen etwa 900.000 Euro Personalkosten angefallen sein. Diese muss das Land Niedersachsen komplett selbst bezahlen. (vh)