Niedersachsen 

Niedersachsen: Keine Ernte wegen Coronavirus? Ein Bauer geht diesen drastischen Schritt

Ein Bauer aus Niedersachsen hat nun seinen eigenen Weg gefunden, die Spargelernte sicherzustellen. (Symbolbild)
Ein Bauer aus Niedersachsen hat nun seinen eigenen Weg gefunden, die Spargelernte sicherzustellen. (Symbolbild)
Foto: imago images

Burgwedel. Etwa 300.000 Saisonarbeiter kommen jedes Jahr nach Deutschland, viele von ihnen nach Niedersachsen. Doch weil die Grenzen wegen des Coronavirus gesperrt sind, bekommen die Landwirte Probleme, ihr Gemüse aus dem Boden zu bekommen.

Ein Bauer aus Niedersachsen hat deswegen einen drastischen Schritt gemacht.

Niedersachsen: Bauer sichert Spargelernte

Der Spargelbauer Jörg Heuer aus Niedersachsen hat schnell reagiert: Als die Bundesregierung vergangene Woche ankündigte, ausländischen Saisonarbeitern wegen des neuen Coronavirus die Einreise zu verweigern, charterte der 49-Jährige kurzerhand ein eigenes Flugzeug. Für eine fünfstellige Summe, wie er sagt, ließ er rund 120 Rumänen einfliegen, um seine Ernte - und damit sein Geschäft - zu retten.

Auf mehr als 100 Hektar Land baut Heuer bei Burgwedel in Niedersachsen Spargel und Beeren an, in zweiter Generation, die Eltern des 49-Jährigen haben den Hof 1981 gegründet. Mit dem Flieger hat er einen Personalengpass bei der Ernte in diesem Jahr gerade noch abgewendet. „Wir kommen zurecht“, sagt er. In der Branche allerdings gebe es dieses Jahr deutlich weniger Erntehelfer als sonst. Auch ihm hätten viele bewährte Helfer diesmal abgesagt.

Spargel gehört für viele zum Frühling dazu

Spargel ist ein Luxusgemüse, man kann auch ohne ihn gut leben, auch wenn das „weiße Gold“ für viele zum Frühling dazugehört wie die Ostereier. Für Heuer aber ist der Spargel die wirtschaftliche Existenzgrundlage. „Wir leben von diesen drei Monaten“, sagt Heuer über die Ernte. „Das können wir nicht verlegen wie die Messen oder ein Fußballspiel.“

Der Einreisestopp treffe Obst-, Gemüse- und Weinbaubetriebe, aber auch größere Betriebe in der Tierhaltung „sehr hart“, sagt auch der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied. Die Einschränkungen müssten daher „so kurz wie möglich“ gehalten werden.

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Wird Gemüse knapp?

Einige Obst- und Gemüsesorten drohen Rukwied zufolge sogar knapp zu werden. „Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln ist nicht gefährdet, dennoch kann es durchaus bei verschiedenen Kulturen im Obst- und Gemüsebereich zu Versorgungslücken kommen.“ Die Verbraucher müssten sich zudem auf höhere Preise einstellen: „Diese Verknappung wird auch Auswirkungen auf den Preis haben.“ (dpa)