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Niedersachsen: Ärzten platzt in Corona-Zeiten der Kragen: „Ein Armutszeugnis, dass es so weit gekommen ist“

Niedersachsens Ärzte-Chef redet in der Corona-Krise Klartext. Im geht es um die Wertschätzung seiner Kolleginnen und Kollegen.  (Symbolfoto)
Niedersachsens Ärzte-Chef redet in der Corona-Krise Klartext. Im geht es um die Wertschätzung seiner Kolleginnen und Kollegen. (Symbolfoto)
Foto: imago images/Westend61

Die Situation in der Gesundheitsbranche ist angespannt. Und das nicht erst seit der Corona-Krise. Aber gerade jetzt zeigen sich die Schwachstellen. Ärzte in den Kliniken gehen jeden Tag mehr denn je an ihre Grenzen, um Patienten auch weiterhin versorgen zu können.

Andreas Hammerschmidt vom Marburger Bund Niedersachsen fordert daher eine angemessene Anerkennung für das große Engagement seiner Kollegen.

Niedersachsen: Landesvorsitzender mit bewegenden Worten

„Die Kapazitätsgrenze ist erreicht. Die Kolleginnen und Kollegen in unseren niedersächsischen Gesundheitsämtern sind am absoluten Limit“, erklärt er unter anderem. Weiterhin betont er, dass man ja nicht nur die neuen Corona-Patienten betreue, sondern auch der Krankenhaus-Alltag währenddessen ungehindert weiterliefe.

„An dieser Stelle möchte ich allen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen in den Gesundheitsämtern von Herzen danken“, sagt Hammerschmidt - und fordert dabei gleichzeitig Bund und Länder auf, mehr Personal im öffentlichen Gesundheitsdienst einzustellen. Er ist der Ansicht, dass der außerordentliche Einsatz der Ärzte nicht mit ihrer Gesundheit bezahlt werden sollte.

Doch ob sich etwas ändern wird? Schließlich leiden die Gesundheitsämter schon seit Jahren an Personalmangel. Da Positionen in öffentlichen Gesundheitsämtern mit rund 1.000 Euro weniger vergütet werden als vergleichbare Stellen, entscheiden sich Jungärzte häufig für Jobs in Krankenhäusern. Das hat dann zu Folge, dass rund ein Drittel der benötigten Stellen unbesetzt bleibt.

Arzt blickt pessimistisch in die Zukunft

Hammerschmidt zeigt sich sichtlich empört über diese Lage. „Es ist ein absolutes Armutszeugnis für Arbeitgeber und Politik, dass es so weit gekommen ist. Und das Problem darf nicht länger ausgesessen werden“, teilt er mit.

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Sollten sich bestehende Tarife nicht bessern, wird sich die aktuelle Lage nur noch weiter zuspitzen, meint er. Das werde dann auch Folgen für die Gesellschaft haben. Hammerschmidt fordert daher die niedersächsischen Vertreter der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände auf, den tatkräftigen Einsatz der Ärzte endlich angemessen zu bezahlen. (kf)