Niedersachsen 

Hannover: Dramatische Szenen am Hauptbahnhof – doch die Polizei greift nicht durch

Hannover Hbf: Die Polizei greift am Hinterausgang nicht genügend durch, findet Jens Seidel. (Symbolbild)
Hannover Hbf: Die Polizei greift am Hinterausgang nicht genügend durch, findet Jens Seidel. (Symbolbild)
Foto: imago images / Schöning

Hannover. Menschenansammlungen hinter dem Hauptbahnhof in Hannover sind keine Seltenheit – auch nicht in den Zeiten der Coronakrise.

Weil die Polizei nicht gegen die Verletzungen des Kontaktverbots bei den dortigen Suchtkranken und Obdachlosen durchgreift, soll dort laut „Neue Presse“ ein Sicherheitsdienst durchgreifen – doch auch der kommt seiner Pflicht auf der Drogenmeile in Hannover nicht zur genüge nach.

Hannover: Polizei greift hinter dem Hauptbahnhof nicht durch

Die Polizei habe demnach mittlerweile eingeräumt, die derzeit geltenden Corona-Regeln an diesem Ort nicht hinreichend zu kontrollieren. Auch das Ordnungsamt schreite nicht ein. Diese Aufgabe liege in den Händen eines privaten Sicherheitsunternehmens.

Doch auch mit dieser Lösung sind nicht alle in Hannover zufrieden. Unter anderem Jens Seidel, Chef der CDU-Fraktion im Stadtrat: „Polizei und Landeshauptstadt müssen das Kontaktverbot durchsetzen und dürfen sich nicht auf einen privaten Sicherheitsdienst verlassen.“

Er fordert in dieser Sache mehr Konsequenz. Alle müssten an einem Strang ziehen und sich von seinen Mitmenschen fernhalten. „Dies gilt auch für Menschen aus der Drogenszene.“

Privater Sicherheitsdienst „keine Lösung“

Er sieht es als eine Aufgabe von Polizei und Stadt an, auch das Kontaktverbot durchzusetzen. Ein privater Sicherheitsdienst sei „keine Lösung“.

Die Polizei in Hannover wehrt sich gegen die Vorwürfe. Die Örtlichkeit sei kein rechtsfreier Raum, man sei in enger Absprache mit dem Sicherheitsdienst und führe „lageangepasste Kontrollen“ vornehmen.

Die Kritik, dass hinter dem Bahnhof hin und wieder Gesetze verletzt werden, sei zwar nicht neu. Schließlich sei bekannt, dass an diesem Ort Rauschgift konsumiert und gehandelt würde. Um dabei zumindest den Sicherheitsabstand zu gewährleisten, wurden auf dem Boden laut „Neue Presse“ farbige Markierungen angebracht. (vh)