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Niedersachsen: Trauriger Rekord! HIER schlagen Randalierer immer wieder zu

Niedersachsen: Die Polizei muss immer wieder wegen Geldautomatensprengungen ausrücken. (Symbolbild)
Niedersachsen: Die Polizei muss immer wieder wegen Geldautomatensprengungen ausrücken. (Symbolbild)
Foto: imago images / Werner Scholz

Hannover. Ein Verbrechen scheint derzeit in Niedersachsen so populär wie selten zuvor: das Sprengen von Geldautomaten.

Seit Jahresbeginn haben Kriminelle bereits 19 Geldautomaten in Niedersachsen in die Luft gesprengt, um Bargeld zu erbeuten.

Niedersachsen: Banden jagen Geldautomaten in die Luft

Nicht jeder Versuch brachte den gewünschten Erfolg: In 13 Fällen sei es beim Versuch geblieben, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen auf dpa-Anfrage mit. Die Kriminellen gingen leer aus, hinterließen aber dennoch ein Bild der Zerstörung.

Die Ermittler vermuten hinter vielen Taten eine in den Niederlanden ansässige Bande. 2019 waren es zwischen Harz und Nordsee 45 Taten, davon 29 Versuche.

An der Grenze zu den Niederlanden in Schüttorf hatten Kriminelle in der Nacht zum 1. März bei einer Sprengung einen Brand ausgelöst. Es sei von einem Gesamtschaden im Millionenbereich auszugehen, sagte eine LKA-Sprecherin. Viele Taten rechnet das LKA einer Gruppe aus dem Bereich Utrecht/Amsterdam zu.

Zusammenhang mit Coronakrise?

Ob die Serie mit der Coronavirus-Situation zu tun hat, könne von Hannover aus nicht beurteilt werden, sagte die LKA-Sprecherin.

„Der Grenzverkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden ist weiterhin uneingeschränkt möglich und begünstigt die Ein- und Ausreise niederländischer Täter“, sagte die Sprecherin. Kontrollen gebe es an den Grenzen nach Dänemark, Frankreich oder Österreich.

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In Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der Geldautomaten-Sprengungen seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt. Das LKA dort vermutet einen Zusammenhang mit der Corona-Krise.

Drei Sprengungen am Osterwochenende

Allein am Osterwochenende gab es Geldautomaten-Sprengungen an drei Orten in Niedersachsen. In Bunde im Landkreis Leer nahe der Grenze zu den Niederlanden und in Verden explodierten Sprengsätze. In Goslar im Harz wurden die Täter gestört.

Am stärksten betroffen seien Flächenländer und grenznahe Bundesländer, sagte ein Polizeisprecher. „Viele Banken haben auf diese Tatbegehungsweise reagiert, sie nutzen zum Beispiel technische Zusatzausrüstungen wie Farbmarkierungen für die Geldscheine oder Nebelmaschinen, die es den Tätern schwerer machen.“ (vh)