Niedersachsen 

Harz: Kommt der Regen zu spät? Schock-Bilder zeigen das Ausmaß

Harz: Die Trockenheit der vergangenen Jahre setzt der Natur zu.
Harz: Die Trockenheit der vergangenen Jahre setzt der Natur zu.
Foto: imago images / Jan Eifert

harz. Erleichtertes Aufatmen bei allen Pflanzenfreunden in Niedersachsen: In dieser Woche hat es auch im Harz endlich mal wieder ordentlich geregnet.

Doch Forst-Experten geben noch immer keine Entwarnung. Vor allem im Harz ist der Boden deutlich zu trocken, und das birgt nicht nur Gefahren für Baum und Tier, sondern auch für den Menschen. Schockierende Bilder zeigen das Ausmaß der Dürre.

Harz: Experten besorgt wegen zu trockenem Boden

„Die negativen Folgen des Klimawandels werden am Wald besonders deutlich sichtbar. Momentan wirken viele Bäume durch den frischen Blattaustrieb vital, doch die aktuellen Entwicklungen lassen noch in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg der Waldschadensfläche befürchten“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Mehr als 500.000 Hektar Wald könnten großen Schaden davontragen.

Die Jahre 2018 und 2019 waren außergewöhnlich trocken und heiß. Neben den hohen Temperaturen führt der fehlende Niederschlag zu Problemen. Das ist auf für den Laien durch vermehrt absterbende Fichtenwälder und die zunehmenden Waldbrände leicht erkennbar. Bereits 245.000 Hektar sind laut Landwirtschaftsministerium geschädigt.

Borkenkäfer mit besten Bedingungen zur Vermehrung

Vor allem die letzten drei Winter waren extrem mild und trocken, die Wasservorräte des Bodens sind noch immer gähnend leer. Borkenkäfer haben deswegen ideale Voraussetzungen für eine Massenvermehrung.

Die vorgeschädigten Fichten können sich wegen des andauernden Wassermangels nicht mit Harz gegen den Schädling wehren. Unter diesen Umständen können bis zu drei Borkenkäfergenerationen entstehen, dazu kommt die hohe Waldbrandgefahr.

Das bleibt auch für den Menschen nicht ohne Folgen. „Wir sind von den absterbenden Wäldern direkt betroffen. Vor allem in den Mittelgebirgen wird sich das Landschaftsbild massiv ändern und die ökologische Leistungsfähigkeit der Wälder sinkt“, erklärt Krüger.

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Man könne den Wäldern helfen, indem man den Klimawandel begrenze. Dann könnten neue, angepasste Wälder aufwachsen. „Das geht nur, wenn wir endlich die Wurzel des Problems anpacken anstatt lediglich akute Brände zu löschen, sprichwörtlich und wortwörtlich“, so der Experte.

Diese sprichwörtliche Wurzel anzupacken bedeutet laut Nabu:

  • In naturfernen Nadelbaumforsten muss der Umbau der Wälder hin zu baumartenreichen Laubmischwäldern forciert werden.
  • In durch Laubbäume geprägte Wälder sollte das Kronendach als „Sonnenschirm“ geschlossen gehalten werden.
  • Um mehr Wasser zu speichern, muss die Masse von lebendem und totem Holz vergrößert werden. Auch abgestorbene Bäume haben wichtige Funktionen, etwa als Lebensraum, Schattenspender, Wasser- und Nährstoffspeicher, und sollten zumindest teilweise im Wald belassen werden.
  • Der Umbau naturferner Wälder kann nur gelingen, wenn Baumsamen und junge Bäume nicht nahezu vollständig von Rehen und Hirschen aufgefressen werden. Die Jagd muss einen zentralen Beitrag zum Gelingen des Waldumbaus leisten.

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Die Bundesregierung hat das Ziel ausgerufen, mindestens fünf Prozent der Waldfläche als Naturwälder und zwei Prozent der Landfläche als Wildnisgebiete der Natur zu überlassen. Je rascher dies umgesetzt wird, umso besser, so der NABU. (vh/mit dpa)