Niedersachsen 

Niedersachsen: Schlachthöfe kontrolliert – dabei kommt Erschreckendes ans Licht

Bei Schlachthof-Kontrollen in Niedersachsen wurden teils gravierende Mängel beim Tierschutz und der Hygiene  entdeckt. (Symbolbild)
Bei Schlachthof-Kontrollen in Niedersachsen wurden teils gravierende Mängel beim Tierschutz und der Hygiene entdeckt. (Symbolbild)
Foto: imago/Bild13

Osnabrück. Da vergeht einem als Fleisch-Esser durchaus der Appetit: Die Behörden in Niedersachsen haben einigen Schlachtbetrieben mal wieder einen „Überraschungsbesuch“ abgestattet. Fazit: Fast bei jeder Kontrolle wurden Probleme im Bereich Tierschutz und Hygiene festgestellt.

Laut dem Landwirtschaftsministerium in Hannover gab es zwischen Ende 2018 und März 2020 insgesamt 62 Schwerpunktkontrollen. Dabei „wiesen 58 Betriebe in Bezug auf tierschutzrechtliche Vorgaben Auffälligkeiten auf“, so das Ministerium gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Niedersachsen: Jeder sechste Schlachthof mit „schwerwiegenden Mängeln“

In 49 Fällen bemängelten die Kontrolleure auch die Hygiene in den Produktionsstätten. Zehn Betriebe wiesen demnach „schwerwiegende Mängel in der Betriebshygiene auf“.

Wie die „NOZ“ berichtet, entdeckten die Kontrolleure besonders im Bereich der Betäubung und Schlachtung Mängel. Sie reichten von fehlender Dokumentation über mangelnde Sachkunde beim Personal bis hin zu ernsthaften technischen Schwierigkeiten.

Schweine in Niedersachsen vor Schlachtung nicht betäubt?

So war in einigen Fällen nicht sichergestellt, dass Schweine vor der Schlachtung ausreichend betäubt waren – unfassbar! Die Mängel waren sogar so groß, dass zwei Betriebe kurzfristig nach den amtlichen Kontrollen die Schlachtungen einstellen mussen. Sind waren nach Behebung der Mängel jedoch wieder in der Produktion.

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Agrarministerin Barbara Otte-Kinast teilte der „NOZ“ mit: „Die Ergebnisse zeigen, dass kontrollierte Betriebe die tierschutzrechtlichen Vorgaben nicht eingehalten haben. Das ist nicht akzeptabel.“

Sie kündigte an, dass die Kontrollen - derzeit wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt - künftig fortgesetzt werden sollen.

Auslöser für die Überprüfungen waren heimlich von Tierrechtsaktivisten gedrehte Videos aus vier Schlachthöfen in Niedersachsen. In allen Fällen dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg an. (dpa/ck)