Niedersachsen 

Niedersachsen lockert Corona-Regeln: Das ist der Fünf-Punkte-Plan! So geht es mit Kitas, Schulen, Handel und Gastronomie weiter

Niedersächsische Landesregierung

Die Niedersächsische Landesregierung jetzt einen Plan aufgestellt, mit dem schrittweise viele der durch die Corona-Pandemie verursachten Einschränkungen reduziert werden können.

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Hannover. Nach den strengen Corona-Regeln ist Niedersachsen vorgeprescht und hat einen Weg zurück zu mehr Normalität präsentiert. Nach Wochen des Corona-Lockdowns hat die Landesregierung einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt.

Damit sollen wir Niedersachsen langsam wieder zurück in den gewohnten Alltag finden. „Wir brauchen Perspektiven für alle Bereiche. (...) Wenn wir alle vernünftig bleiben, dann wird viel möglich sein“, hoffte Stephan Weil (SPD) am Montag in Hannover und ergänzte: „Es geht uns um eine Strategie, die ebenso vorsichtig, wie zielstrebig wieder halbwegs normale Verhältnisse schafft, bis das Virus durch einen wirksamen Impfstoff vollständig beseitigt werden kann.“

Niedersachsen: Hier greifen Lockerungen

Mit am härtesten waren und sind für viele die Beschränkungen der direkten Kontakte auf ein absolutes Minimum, die Schließung von Kitas, Schulen und Spielplätzen sowie das Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen.

Viele Geschäfte in Niedersachsen mussten vorübergehend schließen und anschließend ihre Verkaufsflächen drastisch reduzieren, Restaurants und Friseure und viele andere köpernahe Dienstleistungen mussten ihren Betrieb einstellen.

In Kirchen, Synagogen und Moscheen durften keine religiösen Versammlungen abgehalten, Sportanlagen konnten nicht genutzt werden.

Corona: Immer weniger Neuinfizierte in Niedersachsen

Seit Anfang April gehen die täglichen Meldungen von Corona-Neuinfizierten langsam wieder zurück. Das hat die Landesregierung jetzt zum Anlass genommen, um schrittweise viele Einschränkungen zu reduzieren.

Zusammen mit Fachleuten aus mehreren Ressorts wurde ein Stufenplan erarbeitet. „Niedersächsischer Weg in einen neuen Alltag mit Corona“, heißt er. Es handelt sich um das bundesweit erste Gesamtkonzept dieser Art.

Das ist der Fünf-Punkte-Plan für Niedersachsen:

  • GASTRONOMIE: Der Betrieb von Restaurants soll am kommenden Montag (11. Mai) wieder anlaufen. Restaurants, Gaststätten, Cafés und Biergärten sollen dann mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent sowohl im Innen- als auch im Außenbereich öffnen können. Am 25. Mai soll es weitere Lockerungen geben. Bars, Kneipen und Diskotheken sollen dagegen bis auf Weiteres geschlossen bleiben.
  • FERIENWOHNUNG: Ebenfalls vom 11. Mai an sollen Ferienhäuser und -wohnungen mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent vermietet werden können. Allerdings gilt eine Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen.
  • HOTELS: Die Hotellerie in Niedersachsen kann dem Plan zufolge am 25. Mai ihr Geschäft wieder aufnehmen. Dann dürften Hotels, Pensionen und Jugendherbergen mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent und weiteren Auflagen wieder öffnen.
  • SCHULEN: Die niedersächsischen Schulen sollen vom 25. Mai an für weitere Klassen öffnen, sodass noch vor den Sommerferien alle Jahrgänge wieder in die Schule zurückkehren können.
  • KITAS: Die Notbetreuung in Kindertagesstätten soll vom kommenden Montag an auf eine Quote von 40 Prozent ausgeweitet werden. Tageseltern, also die Kindertagespflege, sollen von dann an in den regulären Betrieb zurückkehren.
  • HANDEL: Der Einzelhandel in Niedersachsen soll vom kommenden Montag an ohne Beschränkung der Verkaufsflächen, aber nach wie vor mit Auflagen, wieder öffnen dürfen. Die Maskenpflicht etwa bleibt.
  • FREIBÄDER: Freibäder dürfen vom 25. Mai an unter Auflagen öffnen. Schwimmbäder sollen in der noch nicht terminierten vierten Stufe, die frühestens Mitte Juni greift, mit Einschränkungen öffnen können.
  • FREIZEITPARKS: Freizeitparks dürfen vom 25. Mai an öffnen, Indoor-Anlagen bleiben weiter geschlossen.
  • INSELN: Für die Inseln gelten in Bezug auf Tourismus und alle anderen Bereichen dieselben Regeln wie für den Rest Niedersachsens und keine Sonderregeln mehr.

„Wir versuchen, den Menschen in Niedersachsen schrittweise wieder mehr Möglichkeiten zum sozialen Miteinander und zum wirtschaftlichen Handeln zu geben, ohne dabei eine gefährliche Erhöhung der Zahl der Neuinfektionen zu riskieren", so 1Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU).

Weiter staatliche Unterstützung

„Motor für unsere Entscheidungen zugunsten einer weiteren Öffnung von Wirtschaftsbereichen sind natürlich die Belastungen der Unternehmerinnen und Unternehmer und der Beschäftigten in Niedersachsen, aber stets auch die jeweiligen Ansteckungsgefahren“, so Althusmann.

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Mehr von uns:

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Einige Bereiche könnten deshalb bald wieder geöffnet werden – andere müssten im Interesse der Virusbekämpfung noch länger warten. „Hier werden wir auch weiterhin mit staatlichen Geldern Unterstützung leisten."

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) erklärt: „Wir haben die Situation in unseren Krankenhäusern derzeit gut im Griff. Wir haben freie Kapazitäten. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschlossen, den niedersächsischen Krankenhäusern ab dem kommenden Mittwoch wieder zu erlauben, die sogenannten elektiven Eingriffe, also planbare Operationen, vorzunehmen.“

Die Rehakliniken könnten den Betrieb ab dem 11. Mai wieder aufnehmen. Es bleibe aber das gemeinsame Ziel, die Kapazitätsgrenze für die Intensivmedizin nicht zu überschreiten, so Reimann.

Damit auch die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen wieder mehr soziale Begegnungen erleben können, werden aktuell vielerorts in Niedersachsen technische und bauliche Möglichkeiten ‚sicherer' Besuchsszenarien erprobt. Die so belastende Isolation der älteren Menschen möglichst bald zu beenden, ist uns ein großes Anliegen, so Ministerpräsident Weil.

Endgültig beschlossen werden soll der Fünf-Stufen-Plan für Niedersachsen nach den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch. „Danach werden wir hier in Niedersachsen abschließend über den 'Niedersächsischen Weg hin zu einem neuen Alltag mit Corona' entscheiden." (ck)