Niedersachsen 

Spielhallen in Niedersachsen: Land will Spielsüchtige schützen – und so könnte es tatsächlich klappen

Für Spielhallen in Niedersachsen gilt es künftig, genau hinzusehen. (Symbolbild)
Für Spielhallen in Niedersachsen gilt es künftig, genau hinzusehen. (Symbolbild)
Foto: dpa

Hannover. Spielhallen in Niedersachsen schauen bald ganz genau hin. Das müssen sie.

Denn: Das Land will Spielsüchtigen helfen und führt deswegen eine Sperrdatei für spielsüchtige Besucher von Spielhallen ein. Dies sieht ein am Dienstag vom Landtag in Hannover verabschiedetes neues Glücksspielgesetz vor. Suchtprävention und der Schutz von Spielsüchtigen sind zentrale Anliegen des Gesetzes.

In der Sperrdatei werden Selbst- und Fremdsperren eingetragen, die die Behörden für spielsüchtige oder überschuldete Spieler veranlassen können. Jede Spielhallen in Niedersachsen ist künftig dazu verpflichtet, beim Einlass einer Person zu kontrollieren, ob diese in der Sperrdatei eingetragen ist. Ist dies der Fall, so darf der oder die Betroffene nicht in die Spielhalle.

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Spielhallen in Niedersachsen müssen genau hinsehen

Mit dem Gesetz werden auch die Regelungen zur Reglementierung der Zahl von Spielhallen nachgebessert. Dabei wird das umstrittene Losverfahren durch andere Auswahlkriterien ersetzt.

Als Auswahlkriterien gelten zum Beispiel:

  • Selbstverpflichtung von Spielhallenbetreibern, auf die Aufstellung von Geldspielgeräten in Zweiergruppen zu verzichten
  • Selbstverpflichtung von Spielhallenbetreibern, das Rauchen in der Spielhalle zu verbieten
  • Abstand zu Schulen und Jugendeinrichtungen
  • Abstand zu Gaststätten mit Alkoholausschank

Die seit Mitte 2017 geltende Regelung sah vor, dass Spielhallen schließen müssen, wenn sie in einem Abstand von weniger als 100 Meter zur nächsten Spielhalle stehen. Im Konfliktfall wurde ausgelost, welche Spielhalle weiter bestehen darf und welche nicht. Gegen diese Losentscheidungen gingen viele Spielhallen-Besitzer gerichtlich vor. (dpa/ck)