Niedersachsen 

Porsche-Pärchen aus Hannover soll für Stress gesorgt haben – Streit um Behindertenparkplatz artet aus

Der Porsche aus Hannover stand auf einem Parkplatz für Menschen mit Behinderung – dabei hätte er dort nicht parken dürfen. (Symbolbild)
Der Porsche aus Hannover stand auf einem Parkplatz für Menschen mit Behinderung – dabei hätte er dort nicht parken dürfen. (Symbolbild)
Foto: imago images / imagebroker

Erfurt/Hannover. Eine Porsche-Pärchen aus Hannover soll im thüringischen Erfurt für ordentlich Stress gesorgt haben. Am Ende seien sogar zwei Frauen verletzt worden sein, berichtet die Stadt am Freitag.

Aus dem Rathaus heißt es, dass die beiden Politessen am Donnerstagvormittag einen Porsche aus Hannover entdeckten. Er stand auf einem Parkplatz für Menschen mit Behinderung am Hauptbahnhof. Nach Meinung der Beamtinnen unberechtigt – einen entsprechenden Ausweis sahen sie demnach nicht.

Erfurt: Porsche aus Hannover sorgt für Zwischenfall

Daher schritten die Damen des Ordnungsamts Erfurt zur Tat, dokumentierten den ihrer Meinung nach falschparkenden Porsche und wollten gerade ein „Knöllchen“ schreiben. Plötzlich kam laut der Stadt Erfurt ein Pärchen an – die Porsche-Fahrerin und ihr Beifahrer aus Hannover.

Fakten zum Knöllchen:

  • Knöllchen gibt es vor allem bei Parkverstößen
  • Ein Knöllchen kann dich ein Verwarngeld zwischen 10 und 55 Euro kosten
  • Gegen ein Knöllchen kannst du keinen Einspruch einlegen

Ihre Personalien wollten sie den Kontrolleurinnen demnach nicht verraten. Im Gegenteil: Die Frau und der Mann hätten sich „uneinsichtig und unkooperativ“ verhalten. Zunächst habe die Porsche-Fahrerin einfach wegfahren wollen, dann aber sei sie doch bereit gewesen, ihre Personalien anzugeben.

„Ihr männlicher Beifahrer funkte wiederholt dazwischen und forderte die Frau unentwegt und nachdrücklich auf, nichts zu sagen, ins Auto zu steigen und wegzufahren. Dem kam die Fahrzeugführerin jedoch nicht nach“, schildert die Stadt Erfurt die Situation.

Mann aus Hannover soll Politessen attackiert haben

Diese sei dann eskaliert, als der Mann aus dem Fahrzeug gestiegen sei und die beiden Politessen attackiert habe. Eine Frau habe er grob an den Armen gepackt und zur Seite gestoßen, ihre Kollegin schubste er nach Darstellung der Stadt sogar gewaltsam zu Boden.

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„Dabei wurden unsere Kolleginnen so stark verletzt, dass wir sie zum Arzt bringen mussten, beide werden für länger ausfallen“, hieß es aus dem Bürgeramt der thüringischen Landeshauptstadt.

Zivilcourage in Erfurt – Passanten greifen ein

Immerhin hätten zwei Passanten und ein Taxifahrer Zivilcourage gezeigt: Sie seien eingeschritten und zogen den etwa Mitte 60-jährigen Mann von der Beamtin am Boden. Außerdem hätten sie einen zweiten Angriff verhindert. „Der Schock sitzt tief“, hieß es aus dem Bürgeramt.

Polizei Erfurt schildert Fall etwas anders

Hinzugerufene Beamte der Polizei Erfurt nahmen den Sachverhalt auf. Den Mann erwarte eine Anzeige wegen Körperverletzung, sagte eine Polizeisprecherin aus Erfurt zu news38.de.

Gleichzeitig schildert sie den Fall etwas weniger dramatisch. Aus dem Protokoll gehe außerdem hervor, dass der Mann eine leichte Gehbehinderung habe – inwiefern er auch einen entsprechend Ausweis besitze, könne sie nicht sagen. (ck)