Niedersachsen 

Corona in Niedersachsen: Landkreis übersteigt kritischen Wert ++ Werder Bremen lädt Fußballfans aus

In Niedersachsen steigen die Corona-Infektionen, es kommt zu ersten erneuten Einschränkungen.
In Niedersachsen steigen die Corona-Infektionen, es kommt zu ersten erneuten Einschränkungen.
Foto: picture alliance/dpa
  • Hier erfährst du alle Neuigkeiten rund um die Corona-Pandemie

Niedersachsen. Corona bestimmte in den vergangenen Monaten das öffentliche Leben in Niedersachsen. Nach den Lockerungen und während der Urlaubszeit steigen die Fallzahlen wieder an. Die Behörden sind alarmiert.

Niedersachsen steht weiter vor der Herausforderung, dem Coronavirus keinen Raum zu geben und Infektionsketten möglichst schnell zu kappen. Daher bleibt es für alle Pflicht, Abstände und Hygieneregeln einzuhalten und beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Offizielle Corona-Warn-App: Was bedeutet anonymes Tracing?
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Die aktuellen Fallzahlen zum Virus hast du mit unserer Corona-Karte immer im Blick:

Corona aktuell in Niedersachsen: Hier alle Entwicklungen

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Freitag, 18. September

17.58 Uhr: Werder Bremen lädt Fans aus Cloppenburg aus

Der Fußballverein Werder Bremen wird 40 Fans aus dem Landkreis Cloppenburg den Zutritt zu dem Bundesliga-Spiel am Samstag gegen Hertha BSC verwehren.

Mittlerweile ist der Wert in dem Landkreis auf 61,5 pro 100 000 Einwohner angestiegen, hat den Schwellenwert von 50 überschritten. Deshalb wurde den Ticketinhabern aus Cloppenburg kurzfristig am Freitag abgesagt.

„Wir werden alles dafür tun, dass wir hier weitere Heimspiele in Bremen mit Zuschauerinnen und Zuschauern durchführen können und halten diese Maßnahme in diesem Zusammenhang für richtig“, so Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald in einer Clubmitteilung. „Wir hoffen auf Verständnis für unsere Entscheidung und setzen darauf, dass wir unsere Fans aus dem Landkreis Cloppenburg bald wieder begrüßen dürfen.“

15.41 Uhr: Weitere Einschränkungen im Kreis Cloppenburg

Nach dem der Kreis Cloppenburg eine bedenklich hohe Zahl an Infektionen hat, wurden in der Region entsprechende Corona-Einschränkungen beschlossen.

Ab Samstag sind in den betroffenen Gemeinden Treffen mit mehr als sechs Menschen aus mehr als zwei Haushalten wieder verboten, teilte Landrat Johann Wimberg (CDU) am Freitag mit. Verwandte sind davon jedoch ausgenommen.

Außerdem müssen alle Gaststätten in Cloppenburg ab 22.00 Uhr schließen. Auch die Zusammenkunft in Vereinsheimen, Gemeinschaftshäusern und ähnlichen Räumlichkeiten und die Ausübung von Mannschaftssport ist bis auf Weiteres untersagt.

13.47 Uhr: Landesregierung will Infektionszahlen beobachten

Vor Inkrafttreten möglicher Lockerungen der niedersächsischen Corona-Verordnung will die Landesregierung zunächst das Infektionsgeschehen genau beobachten und prüfen.

Es gebe einen Entwurf der Verordnung, über den nachgedacht werde - vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Freitag in Hannover. Der Entwurf werde gerade mit den Ministerien und den kommunalen Spitzenverbänden abgestimmt.

„Wir sind uns der Gefahr sehr bewusst.“ Anfang September hatte das Land vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen geplante Lockerungen bereits um weitere zwei Wochen auf den 1. Oktober verschoben.

Aus dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, geht hervor, dass in Niedersachsen Privatfeiern von Oktober an wieder mit bis zu 500 Menschen erlaubt sein sollen, wenn alle Teilnehmer die ganze Zeit sitzen. Findet die Party vor allem im Stehen statt, sind drinnen bis zu 50 und draußen bis zu 100 Teilnehmer erlaubt.

Auch andere Veranstaltungen sollen bald mit bis zu 500 Teilnehmern zulässig sein, wenn alle sitzen und Abstand gehalten wird. Großveranstaltungen wie Konzerte, Messen oder Märkte können dem Entwurf zufolge auch mit mehr als 500 Menschen erlaubt werden - dann müssen sich die Veranstalter aber eine Genehmigung holen, die widerrufen werden kann, wenn sich die Lage ändert. Auch Discos und Clubs sollen wieder öffnen dürfen - draußen mit bis zu 200 Menschen, in Innenräumen mit maximal 100 und einem Alkoholverbot ab 18 Uhr.

Noch gebe es keine beschlossenen Änderungen des Entwurfs, erklärte Pörksen. Geplant sei eine einfachere Verordnung.

11.40 Uhr: Die aktuellen Fallzahlen

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist auf 18.622 gestiegen (Stand 9 Uhr). Das sind 194 laborbestätigte Covid-19-Fälle mehr als gestern, wie die Landesregierung in Hannover mitteilt. So einen Anstieg gab es schon seit längerer Zeit nicht mehr.

Es gibt zwei neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus – jetzt sind es 669. Verstorben sind Menschen aus Gifhorn und Hannover.

Die Zahlen für unsere Region (Fälle insgesamt / Tote):

  • Stadt Braunschweig: 439 (+1) / 18
  • Kreis Gifhorn: 238 / 5
  • Kreis Goslar: 295 / 27
  • Region Hannover: 3.944 (+40) / 122
  • Kreis Helmstedt: 165 / 2
  • Kreis Hildesheim: 537 (+17) / 9
  • Kreis Peine: 243 (+5) / 12
  • Stadt Salzgitter: 261 (+8) / 10
  • Kreis Wolfenbüttel: 223 (+2) / 14
  • Stadt Wolfsburg: 441 / 53

16.127 Menschen aus Niedersachsen gelten als genesen, das sind 86,6 Prozent aller Fälle.

Im Landkreis Cloppenburg ist am Freitag ein wichtiger Grenzwert bei den Corona-Infektionen überschritten worden. In den vergangenen sieben Tagen seien auf 100 000 Einwohner 61,5 neue Infektionen bekanntgeworden, teilte das Sozialministerium in Hannover mit. Ab einer sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 müssen verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen eingeleitet werden.

Der Anstieg im Landkreis geht vor allem auf Ausbrüche in der Stadt Löningen zurück. Dort war vergangene Woche fast eine komplette Fußballmannschaft samt Trainer positiv getestet worden, es gab nach Angaben des Kreises auch Fälle in einem Altenheim und in Schulen. Am zweitstärksten betroffen in Niedersachsen war am Freitag die kreisfreie Stadt Peine mit rechnerisch 24,5 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

9.30 Uhr: Salzgitter meldet weitere Neu-Infektionen

In Salzgitter gibt es acht neue Corona-Fälle. Wie die Stadt soeben mitteilte, konnten alle Infektionsketten nachvollzogen werden. Dementsprechend wurden mehrere Kontaktpersonen ermittelt – sie müssen jetzt zu Hause bleiben.

Ein aktuelles Beispiel aus Salzgitter zeigt eine Infektionskette: Zunächst wurde eine Lehrkraft eines Fortbildungskurses positiv auf Covid-19 getestet. Drei Kursteilnehmende steckten sich an – genau wie vier Menschen aus der Familie der Lehrkraft.

Darunter befand sich ein Kind. Das wiederum geht auf die Altstadtschule in Salzgitter-Bad. Die gesamte Klasse sowie betroffene Lehrkräfte wurden unter Quarantäne gestellt.

Außerdem mussten für Teile einer Jugend-Fußballmannschaft, die zusammen mit ihrem, nachträglich positiv auf Covid-19 getesteten Trainer, an einem Spiel teilgenommen haben, häusliche Quarantäne angeordnet werden. Kontakt zur anderen Mannschaft bestand nicht.

Das Gesundheitsamt der Stadt Salzgitter testet jetzt alle Menschen, die unter Quarantäne sind. Gesundheitsdezernent Dirk Härdrich lobt die Arbeit der Mitarbeiter: „Dort leistet man ausgezeichnete Arbeit. Nur so bleibt das Infektionsgeschehen in Salzgitter beherrschbar. Das bedeutet täglich immense Mehrarbeit, für die ich mich bedanke.“

Aktuell zählt die Stadt Salzgitter aktuell 26 an Covid-19 erkrankte Personen. Für insgesamt 332 Personen wurde vom Gesundheitsamt häusliche Quarantäne angeordnet. Vollständig aufgehoben wurde diese in 4.508 Fällen.

Donnerstag, 17. September

21.42 Uhr: Cloppenburg zieht Konsequenzen aus steigenden Corona-Zahlen

Der Kreis Cloppenburg ist in ganz Niedersachsen aktuell am Schwersten von der Corona-Pandemie betroffen. Alleine am Donnerstag wurden rund 117 aktuelle Infektionen gemeldet – der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen liegt bei 46,9.

„Es ist nicht so, dass beim Wert 50 der Landkreis zu ist“, sagte Kreissprecher Frank Beumker. „Wir haben nicht vor, die Wirtschaftsbetriebe oder ähnliches zu schließen“, sondern es werde weiterhin auf punktuelle Einschränkungen gesetzt. So wird die Allgemeinverfügung von Dienstag weiter verschärft: Sportunterricht an allen Schulen wird ab Montag bis zum Ende des Monats gestrichen, es gibt mehr Kontrollen in Schulbussen und mehr Bußgelder statt Ermahnungen.

18.15 Uhr: Land will Privatfeiern mit 500 Teilnehmern erlauben

n Niedersachsen sollen Privatfeiern von Oktober an wieder mit bis zu 500 Menschen erlaubt sein, wenn alle Teilnehmer die ganze Zeit sitzen. Findet die Party vor allem im Stehen statt, sind drinnen bis zu 50 und draußen bis zu 100 Teilnehmer erlaubt. Das geht aus dem neuen Entwurf für die Corona-Verordnung hervor.

Auch andere Veranstaltungen sollen mit bis zu 500 Teilnehmern zulässig sein, wenn alle sitzen und Abstand gehalten wird. Großveranstaltungen wie Konzerte, Messen oder Märkte können dem Entwurf zufolge auch mit mehr als 500 Menschen erlaubt werden - dann müssen sich die Veranstalter aber eine Genehmigung holen, die widerrufen werden kann, wenn sich die Corona-Lage ändert.

Auch Discos und Clubs sollen wieder öffnen dürfen - draußen mit bis zu 200 Menschen, in Innenräumen mit maximal 100 und einem Alkoholverbot ab 18.00 Uhr, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.

15.11 Uhr: Nach Ausbruch in Kita in Wolfenbüttel – alle Kinder und Erzieher in Quarantäne

Das Gesundheitsamt im Landkreis Wolfenbüttel hat eine häusliche Kinder für 83 Kinder und 20 Erzieher der Kindertagesstätte Halchter in Wolfenbüttel angeordnet.

Zuvor wurden zwei Geschwisterkinder positiv getestet, sie hatten sich offenbar über ihre Eltern angesteckt. Die Stadt Wolfenbüttel weist entgegen der Gerüchte daraufhin, dass die Eltern der Kinder nicht aus einem Spanien-Urlaub wiedergekommen waren.

Nach Informationen des Gesundheitsamtes kam es zu gruppenübergreifenden Kontakten, sodass alle fünf Gruppen der Kita in Quarantäne müssen. Die Quarantäne gilt bis einschließlich 25.September 2020 – auch Geschwisterkinder dürfen bis zum Vorliegen der Testergebnisse keine Schulen, Kitas, Vereine oder Ähnliches besuchen.

12.00 Uhr: Die aktuellen Fallzahlen

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist auf 18.428 gestiegen (Stand 9 Uhr). Das sind 219 laborbestätigte Covid-19-Fälle mehr als gestern, wie die Landesregierung in Hannover mitteilt. So einen Anstieg gab es schon seit längerer Zeit nicht mehr.

Mit 123 neuen bestätigten Infektionen sticht die Region Hannover besonders heraus – allerdings leben hier ja auch die meisten Menschen. Dennoch ist dieser Anstieg vergleichsweise ungewöhnlich.

Es bleibt aber bei 667 Menschen aus Niedersachsen, die im Zusammenhang mit dem Virus verstorben sind.

Die Zahlen für unsere Region (Fälle insgesamt / Tote):

  • Stadt Braunschweig: 438 (+3) / 18
  • Kreis Gifhorn: 238 (+1) / 4
  • Kreis Goslar: 295 (+2) / 27
  • Region Hannover: 3.904 (+123) / 121
  • Kreis Helmstedt: 165 / 2
  • Kreis Hildesheim: 520 (+7) / 9
  • Kreis Peine: 238 (+1) / 12
  • Stadt Salzgitter: 253 (+5) / 10
  • Kreis Wolfenbüttel: 221 (+1) / 14
  • Stadt Wolfsburg: 441 (+1) / 53

16.058 Menschen aus Niedersachsen gelten als genesen, das sind 87,1 Prozent aller Fälle.

10.43 Uhr: Die Stadt Goslar hat die Verleihung des renommierten Kaiserrings wegen der Corona-Pandemie ins Jahr 2021 verlegt. Geplant war bisher, dass der deutsche Konzeptkünstler Hans Haacke den Preis am 8. November entgegennimmt.

An diesem Tag solle nun aber beraten werden, wann die Preisverleihung nachgeholt werden könne, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Auch müsse noch geklärt werden, ob es zusätzlich einen Kaiserring-Preisträger 2021 gebe.

9.40 Uhr: Zweite bestätigte Corona-Infektion am Gymnasium Salzgitter-Bad

Am Gymnasium Salzgitter-Bad gibt es einen weiteren Corona-Fall. Das habe ein test bestätigt, meldet die Stadt. Bei dem Betroffenen handelt es sich demnach aber nicht um eine Kontaktperson des gestern gemeldeten ersten Falles.

Die Klasse sowie die betroffenen Lehrer befinden sich in häuslicher Quarantäne und werden durch das Gesundheitsamt der Stadt Salzgitter getestet.

„Der Schulbetrieb des Gymnasiums Salzgitter-Bad kann trotz der beiden voneinander unabhängigen Infektionsfälle weitergehen. Alle notwendigen Absprachen mit der Schulleitung wurden getroffen“, so Gesundheitsdezernent Dirk Härdrich.

Aktuell zählt die Stadt Salzgitter 23 aktuell an Covid-19 erkrankte Personen. Für insgesamt 233 Personen wurde vom Gesundheitsamt eine häusliche Quarantäne angeordnet. Vollständig aufgehoben wurde diese in 4.475 Fällen.

7.17 Uhr: Fünfter Corona-Todesfall in Gifhorn

Der Landkreis Gifhorn meldet den fünften Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Eine ältere Person sei aus einem teilweise als Risikogebiet eingestuftem Land zurück in den Landkreis Gifhorn gekommen und im Krankenhaus in Folge der Covid-19-Infektion verstorben, heißt es.

  • Anzahl Genesene im Landkreis Gifhorn: 211
  • Anzahl Erkrankungen im Landkreis Gifhorn: 238 (+2)
  • Anzahl getesteter Personen im Landkreis Gifhorn: 2.967 (+36)

6.28 Uhr: Verstärkter Antisemitismus in Corona-Epidemie

In der Corona-Pandemie sind die Mitglieder der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hannover verstärkt mit Antisemitismus konfrontiert.

„Wir merken, dass eine gewisse Hemmschwelle gesunken ist und dass viel unverblümter und offener Aussagen getroffen werden, die schwierig sind“, sagte Rebecca Seidler, die seit Juli Gemeindevorsitzende ist.

Im Kollegen- oder Bekanntenkreis höre man Aussagen wie: „Wie lange wollt ihr uns denn noch einschränken durch die Corona-Maßnahmen? Gebt doch zu, dass ihr dahintersteckt! Ihr habt alles in den Händen und zieht die Strippen!“ Viele Gemeindemitglieder seien von solchen Anfeindungen verunsichert und verschwiegen inzwischen ihre jüdische Identität.

6.11 Uhr: Corona-Fall in Grundschule

Die Grundschule Lengede meldet einen Corona-Fall unter ihren Schülern. Laut „Peiner Nachrichten“ muss eine Klasse daher in Quarantäne; alle Schüler sollen dreimal getestet werden.

Mittwoch, 16. September

18.43 Uhr: Mannschaft verliert 0:37 um Corona zu entgehen

Aus Angst vor einer Corona-Infektion haben die Fußballer der SG Ripdorf/Molzen II in der 3. Kreisklasse im niedersächsischen Uelzen absichtlich ein Spiel verloren - und wie. 0:37 hieß es am Ende gegen den SV Holdenstedt II, nachdem die SG in der Partie ganz bewusst Abstand gehalten hatte.

Wie der Ripdorfer 2. Vorsitzende Patrick Ristow bei NDR 1 Niedersachsen erklärte, habe die Holdenstedter Mannschaft zuvor Kontakt zu einem Corona-Infizierten gehabt. Die gegnerischen Spieler seien vor dem Aufeinandertreffen zwar alle negativ auf COVID-19 getestet worden, allerdings waren seitdem noch keine 14 Tage vergangen. Daher agierten die Ripdorfer lieber vorsichtig.

Die Bitte, die Partie aus Sicherheitsgründen zu verlegen, habe der Gegner abgelehnt, berichteten die SG-Verantwortlichen weiter. Die Gastgeber seien daher nur aufgelaufen, um einer Strafe für Nichtantreten aus dem Weg zu gehen.

13.44 Uhr: Land unterstützt hoch verschuldete Kommunen

Das Land Niedersachsen unterstützt in der Corona-Krise 25 besonders finanzschwache Kommunen mit insgesamt 60,71 Millionen Euro. Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte am Mittwoch in Hannover: „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Belastungen treffen auch die öffentlichen Haushalte besonders stark.“ Deshalb sei es wichtig, die überdurchschnittlich hoch verschuldeten Kommunen in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.

Das Geld fließt im Rahmen des kommunalen Finanzausgleiches über die Gewährung von sogenannten Bedarfszuweisungen. Überwiegend profitieren Städte und Gemeinden, die schon in den vergangenen Jahren bei den Bedarfszuweisungen berücksichtigt wurden.

Jeweils acht Millionen Euro erhalten der Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie die Städte Celle und Salzgitter. Den geringsten Einzelbetrag, nämlich 310.000 Euro, bekommt die Samtgemeinde Lutter am Barenberge im Landkreis Goslar.

Erstmals dabei ist die Samtgemeinde Dahlenburg (Landkreis Lüneburg), die 1,15 Millionen Euro erhält. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes müssen die niedersächsischen Kommunen mit einem Finanzierungsdefizit von 1,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr dieses Jahres rechnen.

12.58 Uhr: Schülerin am Gymnasium Salzgitter-Bad infiziert

Am Gymnasium Salzgitter-Bad ist eine Schülerin positiv aufs Coronavirus getestet worden. Der Stadt Salzgitter zufolge wurden daraufhin alle betroffenen Lehrer sowie die Teilklasse des Mädchens unter Quarantäne gestellt.

Jetzt sollen alle Kontaktpersonen auf Covid-19 getestet werden. „Diese Maßnahme betrifft eine Teilklasse, da zum Zeitpunkt des Schulbesuches der Infizierten die Schule auf Weisung der Stadt Salzgitter noch im 'Szenario B' (Schule im Wechselmodell) unterrichtet hat“, heißt es aus dem Rathaus.

11.10 Uhr: Die aktuellen Fallzahlen

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist auf 18.209 gestiegen (Stand 9 Uhr). Das sind 109 laborbestätigte Covid-19-Fälle mehr als gestern, wie die Landesregierung in Hannover mitteilt.

Es bleibt bei 667 Menschen aus Niedersachsen, die im Zusammenhang mit dem Virus verstorben sind.

Die Zahlen für unsere Region (Fälle insgesamt / Tote):

  • Stadt Braunschweig: 435 (+6) / 18
  • Kreis Gifhorn: 237 (+1) / 4
  • Kreis Goslar: 293 (+2) / 27
  • Region Hannover: 3.781 / 121
  • Kreis Helmstedt: 165 / 2
  • Kreis Hildesheim: 520 (+7) / 9
  • Kreis Peine: 237 (+6) / 12
  • Stadt Salzgitter: 248 (+4) / 10
  • Kreis Wolfenbüttel: 220 (+1) / 14
  • Stadt Wolfsburg: 440 (+1) / 53

15.943 Menschen aus Niedersachsen gelten als genesen, das sind 87,6 Prozent aller Fälle.

Dienstag, 15. September

12.15 Uhr: Kultusminister hält an Regelbetrieb von Schulen und Kitas fest

Trotz einer erhöhten Zahl von Corona-Neuinfektionen hält Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am eingeschränkten Regelbetrieb von Schulen und Kitas fest. Für eine Rückkehr zum „Szenario B“ mit halben Klassen, die abwechselnd die Schule besuchen, sowie Einschränkungen bei den Kitas gebe es keine Veranlassung, so Tonne.

Der Regelbetrieb sei gut angelaufen. Nur eine geringe Anzahl von Kitas sei von Schließungen nach einer festgestellten Corona-Infektion betroffen.

Derzeit gebe es bei 109 Schülerinnen und Schülern und 17 Lehrkräften in Niedersachsen eine nachgewiesene Covid-19-Infektion, außerdem bei einer einstellige Zahl sonstiger Beschäftigter.

Falls sich die Infektionslage deutlich verschlechtere, könnten Schulen regional zum „Szenario B“ zurückkehren mit einem Wechsel aus Präsenzunterricht und Lernen zu Hause.

10.08 Uhr: Die aktuellen Fallzahlen

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist auf 18.100 gestiegen (Stand 9 Uhr). Das sind 143 laborbestätigte Covid-19-Fälle mehr als gestern, wie die Landesregierung in Hannover mitteilt.

Es bleibt bei 667 Menschen aus Niedersachsen, die im Zusammenhang mit dem Virus verstorben sind.

Die Zahlen für unsere Region (Fälle insgesamt / Tote):

  • Stadt Braunschweig: 429 (+1) / 18
  • Kreis Gifhorn: 236 (+1) / 4
  • Kreis Goslar: 291 (+1) / 27
  • Region Hannover: 3.781 (+34) / 121
  • Kreis Helmstedt: 165 (+2) / 2
  • Kreis Hildesheim: 513 (+1) / 9
  • Kreis Peine: 231 (+7) / 12
  • Stadt Salzgitter: 244 (+5) / 10
  • Kreis Wolfenbüttel: 219 (+1) / 14
  • Stadt Wolfsburg: 439 (+1) / 53

15.824 Menschen aus Niedersachsen gelten als genesen, das sind 87,4 Prozent aller Fälle.

Montag, 14. September

8.10 Uhr: Kriminalität in Niedersachsen während Pandemie gesunken

Während der Corona-Pandemie ist die Kriminalität in Niedersachsen nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) deutlich zurückgegangen. „Das geht durch alle Deliktsgruppen von Einbrüchen über Körperverletzungen bis zu Autodiebstählen“, sagte LKA-Präsident Friedo de Vries der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Von Januar bis August gingen etwa 346.000 Strafanzeigen bei der niedersächsischen Polizei ein, das waren rund 14 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. „Das verwundert nicht“, sagte de Vries. Wegen coronabedingter Einschränkungen wie der Schließung von Diskotheken oder dem Verbot von Großveranstaltungen habe es weniger Aktionsraum für Täter gegeben.

In bestimmten Bereichen verzeichnen die Ermittler allerdings einen deutlichen Anstieg. So gab es beim Betrug mit Fake-Shops in den ersten acht Monaten 2020 eine Zunahme von 354 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Viele Kriminelle hätten gerade zu Beginn der Pandemie Mund-Nasen-Schutz oder Hygieneartikel angeboten, berichtete de Vries. Darüber hinaus wurden ältere Menschen häufiger Opfer von Betrügern, beim sogenannten Enkeltrick gab es einen Anstieg von 89 Prozent, bei falschen Polizeibeamten um knapp 31 Prozent. Die soziale Isolation älterer Menschen aus Angst vor Ansteckung mit dem Virus könne ein Grund dafür sein, sagte die Vries.

Samstag, 12. September

15.11 Uhr: Polizei mit starken Kräften bei Demos

Bei den Demos in Hannover bot die Polizei starke Kräfte auf. Gegen Mittag sprach sie von 350 Teilnehmern, erwartete bei dem Aufmarsch und einer anschließenden Versammlung bis zum Abend aber 2000. Eine Rednerin sprach von einer „Fake-Pandemie“. Eine private Initiative hatte den „Walk to freedom“ (Gang zur Freiheit) angezeigt. Gleichzeitig waren mehrere Gegendemonstrationen geplant, etwa von der Linken Jugend und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

8.19 Uhr: Gleich fünf Demos in Hannover – das fordern die Teilnehmer

In Hannover demonstrieren heute rund 4000 Menschen auf insgesamt fünf Demos im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. 1000 von ihnen werden gegen 13 Uhr am Waterlooplatz erwartet, um an dem Umzug mit dem Motto „Die Pandemie ist vorbei – für die sofortige Wiederherstellung unserer Grundrechte“. Das berichtet der NDR.

Die Linke kündigte eine Gegendemonstration an. Hier werden rund 300 Teilnehmer erwartet, sie startet am südlichen Ende des Waterlooplatzes. Weitere Demonstationen am Samstag in Hannover:

  • 15.30 Uhr: „Selbstbestimmtes Leben“ mit rund 1000 Teilnehmern auf dem Georgsplatz
  • 12 Uhr: 600 Teilnehmer bei „Aufstehen gegen Rassismus“ auf dem Opernplatz
  • 12 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund protestiert mit rund 300 Teilnehmern auf dem Hannah-Arendt-Platz zum Thema „Für Gesundheitsschut und gegen Verschwörungstheorien“

Freitag, 11. September

13.00 Uhr: Land verlängert Corona-Beschränkungen

Die Landesregierung verlängert die bestehenden Corona-Beschränkungen unter Verweis auf ein weiterhin dynamisches Infektionsgeschehen wie angekündigt bis Ende September. Das Land bleibe bei seiner vorsichtigen Linie im Umgang mit dem Virus, erklärte das Sozialministerium am Freitag in Hannover.

Es gibt allerdings einen Lockerung in der Übergangsverordnung, die ab Samstag in Kraft tritt. So dürfen Messen, Kongresse und gewerbliche Ausstellungen von Behörden zugelassen werden, wenn die Veranstalter ein entsprechendes Hygienekonzept vorlegen – inklusive einer beschränkten Teilnehmerzahl und dem Vermeiden von Warteschlangen.

Außerdem wird die Prostitution in Bordellen und Lovemobilen unter Auflagen (Voranmeldung, Kontaktdaten) wieder erlaubt.

9.20 Uhr: Verwaltungsgericht bestätigt Auflagen bei Corona-Demo

Das Verwaltungsgericht Hannover hat die Auflagen der Polizei zur geplanten Corona-Demo am Samstag bestätigt. Demnach müssen die Demonstranten einen Mund-Nasen-Schutz tragen und den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten.

Damit lehnte das Gericht einen Eilantrag der Veranstalter gege die Auflagen ab.

8.46 Uhr: Land bietet Corona-Tests für Lehrer an

Niedersachsen bietet jetzt kostenlose und freiwillige Corona-Tests für Lehrer und Schulpädagogen an. Bis zu den Herbstferien können sich die Betroffenen zwei mal testen lassen, auch, wenn sie keine Corona-Symptome haben.

Für Kultusminister Grand Hendrik Tonne sei das Angebot ein „weiterer Baustein zur Sicherheit und zum Sicherheitsempfinden“.

Donnerstag, 10. September

20.00 Uhr: Anti-Corona-Demo in Hannover geplant

Nach Berlin jetzt Hannover? Rund 2.000 Menschen wollen am Samstag unter dem Motto „Nach Berlin kommt Hannover“ in der Landeshauptstadt gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren. Die Demo soll um 13 Uhr am Waterlooplatz starten und laut Veranstalter anschließend durch die Innenstadt ziehen. Mitinitiator der „Anti-Corona-Proteste“ ist die Gruppe „Wir wachen auf Hannover“. Auf ihrer Internetseite fodert sie „die sofortige Aufhebung aller Maßnahmen und das sofortige Wiederinkrafttreten aller Grundrechte“. Es werden laut Polizei auch Gegendemos erwartet.

16.04 Uhr: FDP fordert mehr Corona-Lockerungen für Niedersachsen

Die FDP hat mehr Corona-Lockerungen in Niedersachsen sowie ein Ende pauschaler Restriktionen verlangt. „Ich denke schon, dass man da etwas mutiger rangehen muss“, sagte FDP-Landes- und Fraktionschef Stefan Birkner am Donnerstag in Hannover. Man müsse aus der Phase pauschaler Verbote herauskommen und örtliche Lösungen finden für Großveranstaltungen oder das Öffnen von Diskotheken. „Unser Eindruck ist, es ist mehr möglich, als die Landesregierung bisher zulässt.“ Es müsse über die Perspektiven für Niedersachsen diskutiert werden. „Welches Infektionsgeschehen ist zulassbar und vertretbar, darüber möchte ich eine Debatte führen.“

Nach Birkners Einschätzung wird es zunehmend einsam um die Landesregierung und die Gesundheitsbehörden in Niedersachsen, weil sie Maßnahmen und das Festhalten an einem restriktiven Kurs nicht ausreichend erklärten. Dies zeige sich auch an der von Hannovers Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) geäußerten Forderung nach mehr Lockerungen und Eigenverantwortung für die Menschen. „Jagau ist nicht irgendwer in der SPD“, so Birkner. Die FDP liege mit ihm auf einer Linie, was die Forderung nach mehr Lockerungen angeht.

7.21 Uhr: Niedersachsen hat mit Einbruch von Steuereinnahmen zu kämpfen

Das Land Niedersachsen hat wegen der Corona-Krise mit einem Einbruch der Steuereinnahmen zu kämpfen. Von Januar bis Ende August dieses Jahres nahm das Land 18,5 Milliarden Euro ein - das sind rund 5,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Finanzministerium in Hannover auf dpa-Anfrage mitteilte. Die Mai-Steuerschätzung hatte gegenüber den ursprünglichen Erwartungen für 2020 weniger Steuereinnahmen in Höhe von 3,378 Milliarden Euro und für 2021 von 1,338 Milliarden Euro im niedersächsischen Landeshaushalt prognostiziert. Das Minus von 5,7 Prozent bewegt sich laut Ministerium im Rahmen dieses Schätzergebnisses.

„Der weltweite Wirtschaftseinbruch in Folge der Corona-Pandemie führt zu Steuerausfällen auf allen staatlichen Ebenen in einem bisher nicht vorgekommenen Ausmaß“, sagte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU). „Es bleibt abzuwarten, ob die aktuelle Steuerschätzung die Ergebnisse der Mai-Schätzung bestätigen.“ An diesem Donnerstag werden in Berlin (15.00 Uhr) die Ergebnisse der außerordentlichen Steuerschätzung bekannt gegeben. Hintergrund ist, dass sich die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft bei der Mai-Steuerschätzung nur vage absehen ließen. Jetzt geht es um eine neue Prognose.

Mittwoch, 9. September

21.32 Uhr: Land gibt 20 Millionen Euro für Tierparks und Zoos

Das Land stellt den 31 niedersächsischen Zoos und Tierparks in der Corona-Krise insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung. Die Hilfen können ab nächster Woche bei der NBank beantragt werden. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) betonte am Mittwoch in Hannover, dass Zoos und Tierparks ein wichtiger Anlaufpunkt für Familien und Bildungsstätten seien. Mit dem Geld sollen Einnahmeausfälle abgemildert werden.

Zoos, Wildgehege und Tierparks mussten coronabedingt zwischen März und Mai schließen – in einer Zeit, in der normalerweise der Großteil der Einnahmen des Jahres erzielt und finanzielle Reserven für die Wintermonate erwirtschaftet werden. Seit der Wiedereröffnung dürfen zudem weniger Besucher eingelassen werden. In Einzelfällen helfe das Land mit bis zu 800.000 Euro pro Einrichtung, hieß es weiter.

15.45 Uhr: Corona-Fall in Kindertagesstätte im Landkreis Peine

In der Kindertagesstätte „ Farbenzauber“ in Mehrum, Landkreis Peine, ist eine Infektion mit dem Corona-Virus aufgetreten. „Die Infektion ist bei einer Person in der Krippengruppe nachgewiesen worden. Das Gesundheitsamt ist derzeit dabei, die Kinder in dieser Gruppe zu testen, ermittelt die entsprechenden Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein“, erklärt Kreissprecher Fabian Laaß.

12.34 Uhr: Weitere Lockerungen Anfang Oktober?

Angesichts der Infektionslage plant Niedersachsen bei der Neuauflage der Corona-Regeln Anfang Oktober bislang keine einschneidenden Lockerungen. Auch weil der Herbst und die übliche Grippesaison bevorsteht, werde man an dem bisherigen vorsichtigen Kurs festhalten, sagte eine Regierungssprecherin am Mittwoch in Hannover. Die Corona-Verordnung solle noch einfacher und verständlicher gefasst werden. Mögliche Lockerungen könne es etwa bei der bislang auf 50 begrenzten Teilnehmerzahl bei Hochzeiten und möglicherweise auch anderen privaten Feiern geben.

Das Sozialministerium warnte davor, von einer Entspannung der Infektionslage zu sprechen. Bei landesweit rund 100 Menschen täglich werde derzeit eine Neuinfektion mit dem Corona-Virus nachgewiesen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Zahlreiche davon entständen, weil die Betroffenen gesellschaftliche Ereignisse besucht hätten. Mit dem Ende der Sommerferien spielten Reiserückkehrer keine große Rolle mehr. „Von Entwarnung würde ich nicht sprechen.“

Es werde bald auf einem „Weihnachtsmarktgipfel“ geprüft, unter welchen Umständen eingeschränkte Weihnachtsmärkte organisiert werden könnten, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Ein Alkoholverbot auf solchen abgespeckten Weihnachtsmärkten sei nicht geplant, betonte die Regierungssprecherin. Glühwein solle es auf jeden Fall geben.

Dienstag, 8. September

21.25 Uhr: Antisemitische Vorfälle bei Corona-Demonstrationen in Hannover

Bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen ist es nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) bundesweit zu etlichen antisemitischen Vorfällen gekommen. So kam es auch bei sechs Veranstaltungen in Hannover zu antisemitischen Äußerungen, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des RIAS-Bundesverbands hervorgeht. Demnach war der Antisemitismus mitunter nicht direkt erkennbar, sondern eingeflochten etwa in Verschwörungserzählungen von Gut und Böse mit religiösen Elementen.

Indem Demonstranten die staatlichen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie mit denen der NS-Zeit gleichsetzten, relativierten sie zudem den nationalsozialistischen Mord an den Juden. Sichtbar wurde das unter anderem bei Demonstranten, die einen sogenannten Judenstern mit dem Zusatz „ungeimpft“ trugen. Nach den Recherchen des Verbandes zeigte sich der antisemitische Gehalt vieler Verschwörungsmythen auch in den Nachrichten verschiedener Telegramgruppen zu den Veranstaltungen. Demnach zeigten die Proteste, wie in Krisenzeiten auch in Hannover das Bedürfnis wuchs, für komplizierte Verhältnisse einfache Erklärungen und Schuldige zu finden. „Um dieses Bedürfnis zu befriedigen wurden alte antisemitische Erzählungen teils in neuer Couleur, teils ganz offen artikuliert.“

Bundesweit hat die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) im Zeitraum von Mitte März bis Mitte Juni 123 Kundgebungen und Demonstrationen mit antisemitischen Äußerungen gezählt.

16.31 Uhr: Gastgewerbe hat durch Krise rund Milliarden-Verlust

Die Corona-Krise hat dem Gastgewerbe in Niedersachsen hart zugesetzt. Nach Berechnungen des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga verzeichnete die Branche zwischen März und Juni einen Umsatzverlust von 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „

Auch in Niedersachsen sind die Umsätze im ersten Halbjahr um durchschnittlich 40 Prozent zurück gegangen“, sagte der Hauptgeschäftsführer von Dehoga Niedersachsen, Rainer Balke, mit Blick auf bundesweite Zahlen, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Er verwies darauf, dass sich in Niedersachsen 67 Prozent der Betriebe als existenziell gefährdet sehen.

10 Uhr: Ministerpräsident Weil sieht Corona-Demo entspannt entgegen

Ministerpräsident Stephan Weil macht sich keine Sorgen bezüglich der für Samstag geplanten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Hannover.

Man dürfe nicht alle Demonstranten über einen Kamm scheren. Aber, wie die Berlin-Demos gezeigt hätten, „gibt es Menschen, die komplett den Bezug zur Realität verloren haben, wenn sie glauben, dass Angela Merkel eine Diktatur errichten will“, so der SPD-Politiker.

Es werde aufmerksam beobachtet, ob sich rechtsextreme Kräfte in dei Demonstration mischen. Außerdem habe Weil das „vollste Vertrauen in die niedersächsische Polizei“.

Montag, 7. September

20.16 Uhr: Grundschulklasse in Wolfsburg in Quarantäne

Eine Grundschulklasse der Leonardo-da-Vinci-Schule und eine Kita-Gruppe des Kinder- und Familienzentrums Martin-Luther in Wolfsburg sind seit Freitag in Quarantäne. Ein Kind aus der Klasse war positiv auf Corona getestet worden, sein Geschwisterkind besucht die Kita-Gruppe. Das hatten Kita und Schule am Montag der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“.

17.36 Uhr: Gericht: Vater darf Tochter auch in Zeiten von Corona sehen

Kann ein Elternteil dem anderen Elternteil mit Umgangsrecht verbieten, das gemeinsame Kind wegen der Covid-19-Pandemie zu sehen? Nein, entschied das Oberlandesgericht Braunschweig.

In dem konkreten Fall stritten die Eltern um das Umgangsrecht des Vaters. Dieser sah seine Tochter fast nur im Beisein der Mutter. Sie war nicht damit einverstanden, dass die Tochter den Vater in dessen Haushalt besucht und dort auch übernachtet.

Doch das Familiengericht sprach dem Vater einen umfangreicheren Umgang mit Übernachtungsbesuchen zu. Allein das Auftreten der Pandemie rechtfertige nicht, den Umgang auszusetzen – auch wenn Corona-Verordnungen vorsehen, den Kontakt zu anderen Menschen auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Zu diesem Minimum gehöre aber eben gerade der Umgang zwischen dem nicht betreuenden Elternteil und seinem Kind.

Ausnahmen gäbe es nur im Falle einer Quarantäne, einer Ausgangssperre oder einer Infektion des umgangsberechtigten Elternteils oder eines Angehörigen seines Haushalts. Die Erkrankung des Kinds dagegen sei kein Grund, den Umgang auszusetzen.

9.52 Uhr: Gymnasium in Osnabrück wegen Infektionen dicht

Das Coronavirus verbreitet sich auch nach dem Schulstart in Niedersachsen unter den Schülern. So haben sich vier Schülerinnen und Schüler am Artland-Gymnasium in Quakenbrück infiziert, gab der Landkreis Oldenburg bekannt.

Deshalb haben der Gesundheitsdienst des Kreises, die niedersächsische Landesschulbehörde und die Schulleitung entschieden, den Schulbetrieb zunächst für Montag und Dienstag einzustellen. Das soll verhindern, dass sich das Virus weiter verbreite, während Kontakte zwischen Lehrern und Schülern ermittelt werden.

(news38.de mit dpa)