Niedersachsen 

Niedersachsen: DIESE Gefahr spitzt sich zu – „Der Klimawandel ist angekommen!“

In der Wahrnehmung vieler Niedersachsen gab es eines in Norddeutschland im Überfluss: Wasser war immer da, in den Bächen, den Flüssen, den Mooren - und den Böden. Schon seit 20 Jahren ändert sich das, inzwischen unverkennbar. (Archivbild)
In der Wahrnehmung vieler Niedersachsen gab es eines in Norddeutschland im Überfluss: Wasser war immer da, in den Bächen, den Flüssen, den Mooren - und den Böden. Schon seit 20 Jahren ändert sich das, inzwischen unverkennbar. (Archivbild)
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Die Lage ist ernst – für alle. Auch in Niedersachsen lässt die extreme Trockenheit das Grundwasser in Niedersachsen knapp werden. Daher schlagen Experten jetzt Alarm. Obwohl es im Winterhalbjahr 2019/20 relativ viel geregnet hat, sehen sie auch für diesen Sommer eine angespannte Situation.

Schon im vergangenen Jahr habe sich die Situation im Vergleich zum „Trockenjahr“ 2018 verschärft, heißt es im Sonderbericht des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Niedersachsen: Weiterer Dürre-Sommer erwartet

Für dieses Jahr zeichne sich bereits ab, dass in vielen Regionen weiterhin Grundwasserdefizite bestehen. Die Experten gehen davon aus, dass die Grundwasserstände im Sommer 2020 einen ähnlichen Verlauf nehmen wie in den beiden Vorjahren – die Situation sei angespannt.

Während sich die Grundwasserstände in den Niederungs- und Küstenregionen im Westen und Nordosten über den Winter gut erholt hätten, sei die Situation in den anderen Landesteilen kritischer. Insbesondere in Ostniedersachsen liegen der Behörde zufolge schlechtere Ausgangsbedingungen als 2019 vor.

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Schon nach 2018 verzeichnete der NLWKN extreme Grundwasser-Tiefstände im Vergleich mit den vorangegangenen 30 Jahren. Das vergangene Jahr habe die Situation weiter verschärft.

  • Was sind die Folgen? - Ernteausfälle, vertrocknete Felder, Probleme mit der Wasserversorgung, extrem tiefe Wasserstände bis hin zum Trockenfallen und in den Wäldern das Absterben ganzer Baumarten. Bäume werden im Trockenstress durch Käfer zusätzlich geschädigt. Selbst den alten Laubbäumen fehlt mittlerweile der Anschluss an die tieferen Wasserschichten in den Böden.
  • Was heißt das für die Bürger? - Tatsächlich bemerken erste Bürger die gesunkenen Grundwasserstände schon am Tröpfeln aus dem Wasserhahn. In den vergangenen beiden Sommern gab es in einzelnen Orten Probleme, jeden Haushalt zu Stoßzeiten sicher mit Wasser zu versorgen. Grund ist aber nicht die Knappheit des Trinkwassers, sondern die hohe Nachfrage. Eine wesentliche Rolle dabei spielen die Gartenbewässerung und das Füllen von Pools.
  • Was heißt das für die Landwirtschaft und die Industrie? - Gerade auch die Landwirte seien besorgt über die sinkenden Grundwasserstände, sagt Landvolk-Sprecherin Gabi von der Brelie. Wichtig sei es, unter anderem die Winterniederschläge optimal für die Grundwasserneubildung zu nutzen, indem Abflüsse an der Oberfläche vermieden werden. Die Gesellschaft insgesamt müsse ihre Wassernutzung überdenken, beispielsweise die Flächenversiegelung wieder zurückfahren oder Brauchwasser einsetzen, wenn es möglich sei.

„Der Klimawandel ist angekommen in Niedersachsen“, kommentierte Umweltminister Olaf Lies (SPD) das Experten-Gutachten. Er will darauf mit einem landesweiten Wassermanagement reagieren. (dpa/red)