Niedersachsen 

Corona in Niedersachsen: Massentests in Schlachthof – Gewerkschaft mit düsterer Prognose: „gewaltiges Bedrohungspotenzial“

Nach einem Corona-Ausbruch auf einem Schlachthof in Niedersachsen schlägt die NGG Alarm.
Nach einem Corona-Ausbruch auf einem Schlachthof in Niedersachsen schlägt die NGG Alarm.
Foto: imago images/Revierfoto

Die Ereignisse bei Tönnies in Nordrhein-Westfalen haben Deutschland schockiert. Mehr als 1500 der 7000 Mitarbeiter sind positiv auf Corona getestet worden. Die Konsequenz: Lockdown im Kreis Gütersloh. Jetzt rückt auch ein Schlachthof in Niedersachsen in den Fokus.

Denn am Dienstag waren bereits 23 Mitarbeiter auf einem Putenschlachthof (gehört zur Wiesenhof-Gruppe) in Wildeshausen (Niedersachsen) positiv auf das Virus getestet worden. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) blickt mit Sorge auf die Entwicklungen und hat nun eine düstere Prognose.

Corona in Niedersachsen: NGG fordert Massentests

Seit dem heutigen Mittwoch werden auf dem Schlachthof in Niedersachsen Corona-Massentests durchgeführt. Davon betroffen sind mehr als 1100 Mitarbeiter. Ein privates Labor würde die Proben entnehmen, das Gesundheitsamt beaufsichtige die Massentests. Bereits im Laufe des Tages erwarte man erste Ergebnisse der Massentests. „Es muss jetzt sehr schnell gehen“, betont ein Sprecher des Landkreises Oldenburg.

Zunächst erwarte man die Ergebnisse von rund 150 Personen, die Kontakt zu den infizierten Mitarbeitern gehabt hätten. Das Unternehmen habe indes angekündigt, dass in den kommenden Tagen nochmals alle Mitarbeiter getestet werden sollen. Das wäre dann der zweite Durchlauf. Denn bereits Anfang Juni hatte es Massentestes gegeben.

Am Mittwochnachmittag gibt es dann schon erste Ergebnisse: Die Zahl der Infizierten steigt auf 35. Demnach seien 341 Menschen getestet worden. Unter den 35 Infizierten würden sich vier Festangestellte und 31 Arbeiter mit Werkvertrag befinden.

-----------------------------------

Mehr Themen aus Niedersachsen

A2 nach schwerem Lkw-Unfall wieder frei – Polizei geht von enormer Schadenssumme aus

Hund: Spürnase in Niedersachsen im Einsatz – sie wird ausgerechnet HIER fündig

Helmstedt: Mädchen (14) nahe Spielplatz unterwegs – was sie dann erleben, ist einfach nur widerlich

-----------------------------------

NGG spricht von „gewaltigem Bedrohungspotenzial“

Der NGG reichen diese Tests nicht aus. Die Gewerkschaft fordert, dass alle Beschäftigen in der niedersächsischen Fleischwirtschaft getestet werden sollen. Denn: In Teilen der Branche würden die Hygieneregeln locker gehandhabt, wodurch Leiharbeiter, Werkvertragsarbeiter und Stammbeschäftigte in ihrer Gesundheit bedroht seien, sagte der für Oldenburg und Ostfriesland zuständige NGG-Chef Matthias Brümmer. Bislang lehnt Niedersachsen erneute Reihentests allerdings ab.

+++Tchibo Salzgitter: Nachfolger gefunden – DAS passiert jetzt in Lebenstedt+++

Doch Brümmer schlägt Alarm. So sei es in den vergangenen Tagen oft zum Austausch von Leiharbeitern und Werkarbeitern gekommen, bei denen niemand die Herkunft erklären könnte. „Da entwickelt sich ein gewaltiges Bedrohungspotenzial, das den Fortbestand einer ganzen Branche gefährdet und die Gesundheit der Bevölkerung mit bedroht.“

Das ist die PHW-Gruppe:

  • größte deutsche Geflügelzüchter und -verarbeiter
  • pro Woche schlachtet die PHW-Gruppe rund 4,5 Millionen Hähnchen
  • gegründet 1932 in Visbek
  • Geflügelmarke Wiesenhof gehört zur PHW-Gruppe

+++Corona in Niedersachsen: Land sperrt Gütersloh-Touristen aus+++

Schlachtkonzerne wollen in großem Maße auf Werkarbeit verzichten

Die Schlachtkonzerne PHW, Tönnies und Westfleisch hatten angekündigt, zum Jahresende in großem Maße auf die umstrittene Werkarbeit verzichten zu wollen. Die beengten Wohnverhältnisse von Werkarbeitern gelten als Grund dafür, dass sich Krankheitserreger unter Beschäftigten der Branche rasch ausbreiten können. (abr mit dpa)