Niedersachsen 

Wolf in Niedersachsen: Land entwickelt diesen Plan zum Schutz vor dem Raubtier

Der Wolf sorgt immer wieder für Aufruhr in Niedersachsen. (Symbolbild)
Der Wolf sorgt immer wieder für Aufruhr in Niedersachsen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Martin Wagner

Immer wieder sorgt der Wolf in Niedersachsen für Unruhe.

Zuletzt hat der Wolf in Niedersachsen im Landkreis Nienburg sogar zwei Pferde gerissen. Um das Raubtier in Zaum zu halten, hat das Land jetzt kostspielige Pläne geschmiedet.

Wolf in Niedersachsen sorgt für Unruhe – So will das Land dagegen vorgehen

In diesem Jahr hat das Land bereits rund 3,44 Millionen Euro ausgezahlt, um dem Wolf Einhalt zu gebieten – und zwar in Form von Schutzzäunen. Im gesamten Jahr 2019 flossen dagegen nur gut 732 000 Euro für Präventionsmaßnahmen etwa an Halter von Schafen oder Ziegen.

Hintergrund für die immens gestiegenen Ausgaben ist nach Ministeriumsangaben, dass das Land die Kosten für Schutzzäune seit dem vergangenen Jahr zu hundert Prozent übernimmt. Über die hohen Ausgaben für die Wolfsprävention hatte zuerst die Zeitung „Die Harke“ berichtet.

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Immer mehr Wolfsrudel in Niedersachsen

In Niedersachsen leben nach Angaben der Landesjägerschaft mittlerweile 25 Rudel. Mit Welpen und umherziehenden Einzeltieren dürften es insgesamt mehr als 350 Wölfe sein.

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Der Wolf in Niedersachsen:

  • Aktuell gibt es in Niedersachsen 26 Wolfsrudel, fünf Wolfspaare und einen residenten Einzelwolf
  • Im Bundesland leben rund 240 Tiere
  • Das frisst der Wolf: Rehe und Rothirsche, gefolgt von Wildschweinen, Damwild, Muffelwild, Hasen, kleinen und mittelgroßen Säugern sowie gelegentlich auch Nutztiere
  • Von gesunden Wölfen geht in der Regel keine Gefahr für den Menschen aus – sie haben eine Scheu vor Menschen

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Schlagzeilen macht immer wieder das Rodewalder Rudel, dessen Leitwolf ein Jahr lang erfolglos gejagt wurde, weil er Schutzzäune überwunden und auch Rinder gerissen hatte. Eine neue Ausnahmegenehmigung zu seinem Abschuss wird laut Umweltminister Olaf Lies (SPD) vorbereitet.

30.000 Euro für den Nutztierhalter pro Jahr vom Land

Wie viel das Land Niedersachsen künftig pro Jahr für die Wolfsprävention ausgeben wird, ist noch unklar. Seit Jahresbeginn ist die Landwirtschaftskammer für die Bearbeitung der Anträge von Nutztierhaltern zuständig.

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Seither seien 224 Präventionsanträge zum Herdenschutz vor Wolfsangriffen eingegangen, sagte ein Kammersprecher. Maximal dürfen 30.000 Euro pro Nutztierhalter und Jahr ausgezahlt werden.

Über diesen Erfolg freuen sich Tierschützer

Darüber hinaus zahlt das Land so genannte Billigkeitsleistungen, wenn Tiere vom Wolf gerissen worden sind. Auf diese Zahlungen haben die Halter aber keinen Rechtsanspruch. Im vergangenen Jahr waren es rund 30.700 Euro an Billigkeitsleistungen – weniger als in den beiden Vorjahren, was insbesondere Tierschützer als Beleg für die Wirksamkeit von Schutzzäunen werteten.

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Im ersten Halbjahr 2020 wurden allerdings bereits gut 26.900 Euro an Halter ausgezahlt, deren Tiere von Wölfen gerissen worden waren. Laut Umweltministerium waren dies ebenfalls Anträge aus dem Jahr 2019.

Im September soll die niedersächsische Wolfsverordnung erlassen werden. Dabei geht es um Regelungen zum erleichterten Abschuss der Tiere und zur Prävention von Rissen. (vh/mit dpa)