Niedersachsen 

Niedersachsen: Kinder randalieren in Schule – 150.000 Euro Schaden

In Niedersachsen haben drei Jungen eine Schule verwüstet. (Symbolbild)
In Niedersachsen haben drei Jungen eine Schule verwüstet. (Symbolbild)
Foto: imago images / imagebroker

Bissendorf. Eigentlich sind in Niedersachsen ja Ferien – es gibt also keinen Grund, gerade jetzt wieder die Schule aufzusuchen. Für viele Kinder könnte der Gang zurück ins eigene Klassenzimmer wohl gar nicht weit genug in der Zukunft liegen. Nicht so für drei Jungen in Bissendorf im Landkreis Osnabrück.

Die Kinder im Alter von elf und zwölf Jahren hatten allerdings alles andere im Sinn, als sich einen Lernvorsprung zu erarbeiten. Die Spur der Verwüstung, welche die drei am Sonntagabend in der Schule in Niedersachsen hinterließen, ist alles andere als ein Dumme-Jungen-Streich. Doch die Polizei steht vor einem großen Problem…

Niedersachsen: Kinder zerlegen Klassenräume

Kaum zu glauben, dass Kinder solch eine Zerstörungswut an den Tag legen können. Die traurige Bilanz: acht zerstörte Klassenzimmer, abgebrochene Waschbecken, zerschlagene Fensterscheiben, beschmierte Türen und Wände.

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In Summe ein Sachschaden von rund 150.000 Euro. Passanten hatten die drei Schüler auf dem Dach beobachtet und die Polizei verständigt. Sie hatten zunächst versucht, vor der Polizei zu flüchten, waren aber kurze Zeit später aufgegriffen worden. Einen der Jungen erwischten die Beamten in einem Maisfeld, die anderen beiden in der Nähe ihres Zuhauses.

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Das ist Niedersachsen:

  • ist mit einer Fläche von 47.600 Quadratkilometern das zweitgrößte Bundesland nach Bayern
  • Landeshauptstadt ist Hannover
  • hat 7.993.608 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Ministerpräsident ist Stephan Weil (SPD)

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Jungen sind bereits polizeibekannt

Wie die Polizei am Montag mitteilte, seien die Jungen bereits polizeibekannt und für weitere Chaos-Taten verantwortlich. Seit Mai sollen es bereits 25 ähnliche Vorfälle gegeben haben, die einen Sachschaden von 50.000 Euro verursacht hatten.

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Das Problem für die Strafverfolgungsbehörden: Das Alter der Jungen. Da alle drei strafunmündig sind, können sie für ihre Taten zumindest strafrechtlich nicht belangt werden.

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Anders sieht es bei den zivilrechtlichen Konsequenzen aus. Hier beginnt bereits im Alter von sieben Jahren die Haftungsfähigkeit. Das Zivilgericht kann die Kinder zu Geldstrafen oder Sozialstunden verurteilen. Geldstrafen bleiben dabei 30 Jahre lang gültig, so dass die Zahlung auch dann fällig werden, wenn die Kinder einmal Erwachsen sind und anfangen zu arbeiten.

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Am Dienstag kam dann noch mal Bewegung in den Fall: Das Jugendamt des Landkreises Osnabrück hat nach der Randale zwei der drei tatverdächtigen Jungen in Obhut genommen. Die beiden Kinder sind elf und zwölf Jahre alt, wie ein Kreissprecher mitteilte. (dav/dpa)