Niedersachsen 

Hells Angels-Boss Frank Hanebuth vor Gericht in Hannover – jetzt spricht das Opfer

Hells Angels-Boss Frank Hanebuth muss sich vor dem Amtsgericht Hannover verantworten.
Hells Angels-Boss Frank Hanebuth muss sich vor dem Amtsgericht Hannover verantworten.
Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Hannover. Hells Angels-Boss Frank Hanebuth muss sich derzeit in Hannover vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: gemeinschaftliche Körperverletzung, Beihilfe zur Nötigung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Am heutigen Dienstag soll nun das Opfer vor Gericht aussagen. Ob heute schon Plädoyers im Prozess gegen den Hells Angels-Boss gehalten werden, ist indes unklar.

Hells Angels-Boss Frank Hanebuth vor Gericht in Hannover

Frank Hanebuth soll im April 2018 gemeinsam mit fünf weiteren Männern den Chef einer Autowerkstatt in Langenhagen in Hannover aufgesucht haben. Grund dafür waren laut Anklage Mietrückstände in Höhe von 2.500 Euro. Dabei soll das Opfer geschlagen worden sein. Allerdings nicht von Frank Hanebuth, sondern von einem heute 46-Jährigen.

Im November 2018 haben Ermittler im Zusammenhang mit den Vorwürfen eine Razzia durchgeführt und verbotene Waffen auf dem Anwesen von Hanebuth gefunden, heißt es weiter in der Anklage. Nun muss er sich gemeinsam mit den fünf weiteren Hells-Angels-Mitgliedern vor dem Amtsgericht Hannover verantworten.

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Das sind die „Hells Angels":

  • Motorrad- und Rockerclub
  • fahren typischerweise Harley-Davidson-Motorräder
  • in 32 Ländern mit so genannten Chartern vertreten
  • Club wird immer wieder mit Straftaten in Verbindung gebracht
  • laut Verfassungsschutz gehören die „Hells Angels" zu der so genannten „Outlaw Motorcycle Gang"

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Opfer soll am Dienstag vor Gericht in Hannover aussagen

Am heutigen Dienstag soll der Chef der Autowerkstatt aussagen. Ob auch schon die Plädoyers gehalten werden, ist nicht klar. Möglich sei auch, dass die Beweisaufnahme noch andauere.

Der Rockerboss war 2013 auf Mallorca festgenommen worden und hatte zwei Jahre in Spanien in Untersuchungshaft gesessen. Dort wird ihm unter anderem die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Ein Prozess steht noch aus.

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Der 55-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Nach seiner Rückkehr nach Niedersachsen heiratete er im Sommer 2017, ein knappes Jahr später eröffnete er eine Bar in Hannovers Rotlichtviertel Steintor.

Im November 2001 hatte das Landgericht Hannover ihn wegen gefährlicher Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. (dpa/abr)