Niedersachsen 

Sturmtief Kirsten ist überstanden: Rekordböe im Harz gemessen ++ Wetter bleibt ungemütlich

Feuerwehrmänner sichern ein Baugerüst auf dem Dach des Finanzamts in Hannover. Durch eine Sturmböe wurden Teile eines 20 Meter hohen Baugerüsts an der Fassade des Finanzamt-Mitte aus den Halterungen gedrückt.
Feuerwehrmänner sichern ein Baugerüst auf dem Dach des Finanzamts in Hannover. Durch eine Sturmböe wurden Teile eines 20 Meter hohen Baugerüsts an der Fassade des Finanzamt-Mitte aus den Halterungen gedrückt.
Foto: Peter Steffen/dpa

Niedersachsen. Sturmfief Kirsten ist über Niedersachsen hinweg gefegt. Damit war das Tief Kirsten der erste Herbst- oder Spät-Sommer-Sturm dieses Jahres.

Damit du den Überblick über die aktuelle Wetterlage behältst, fassen wir alle Entwicklungen in unserem Blog zusammen.

Sturmtief Kirsten peischt über Niedersachen: Hier alle Entwicklungen!

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Donnerstag, 27. August

09.18 Uhr: Feuerwehr Vorsfelde zieht Sturm-Bilanz

Zu drei Einsätzen ist die Feuerwehr im Wolfsburger Stadtteil Vorsfelde am Mittwoch gerufen worden. Mehrere Bäume und Äste waren umgefallen oder abgeknickt und mussten entfernt werden.

Volkmar Weichert, Sprecher der Feuerwehr: „Fazit: drei Einsätze, bei denen der Autofahrer mächtig Glück hatte, das ihm nichts passierte und der Apell, bei solchen Warnmeldungen lieber zu Hause zu bleiben, denn die Bäume sind noch stark begrünt und durch die Trockenheit der letzten Monate, sind einige Bäume doch geschwächt.“

06.59 Uhr: Wetteraussichten für Donnerstag

Heute Vormittag wechselnd bewölkt und besonders an der See und in der Nordosthälfte Schauer. Nachmittags zunehmend trocken mit längeren Aufheiterungen bei maximal 19 bis 21 Grad. Anfangs mäßiger, an der See frische bis starker Nordwest- bis Westwind, abflauend.

In der Nacht zum Freitag von Westen Bewölkungszunahme und nachfolgend Regen. Tiefstwerte 9 bis 12 Grad. Schwacher, auf Südost drehender Wind, früh an der Nordsee auffrischend.

Mittwoch, 26. August

22 Uhr: Wetterdienst warnt vor windiger Nacht

Niedersachsen ist am Mittwoch noch recht glimpflich vor Sturm Kirsten davon gekommen. Umgestürzte Bäume, einige beschädigte Autos und Hausdächer – aber wohl keine Verletzten, lautet eine erste Bilanz am Mittwochabend.

Im Harz waren die Sturmböen mit am höchsten. Die Wurmbergseilbahn und die Brockenbahn ihren Betrieb eingestellt. Auf dem Brocken waren Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde gemessen worden.

Das Stadtverwaltung in Hannover warnt auch weiterhin vor dem Betreten der Parks und Wälder.

Bis in die Nacht zu Donnerstag warnt der Deutsche Wetterdienst weiterhin vor einzelnen Gewittern mit örtlichem Starkregen und Sturmböen um 80 km/h.

20.47 Uhr: Umgestürzte Bäume blockieren Straßen

Im Wolfsburger Stadtteil Fallersleben wurden durch den Sturm mehrere Bäume umgeworfen. Die Ortsfeuerwehr Fallersleben musste mit Motorkettensägen zum Weyhäuser Weg und zur Gifhorner Straße anrücken, um die Fahrbahnen wieder passierbar zu machen.

Kurz hinter dem Ortsausgangsschild war ein Baum quer über der Straße gestürzt. Verletzt wurde aber zum Glück niemand.

19.06 Uhr: Baum stürzt im Harz auf PKW – Insassen eingeschlossen

Die Feuerwehr Braunlage musste die Insassen eines Autos aus ihrem Fahrzeug befreien. Durch den Sturm war ein Baum auf einen PKW gefallen und hatte die Insassen darin eingeschlossen. Sie blieben alle jedoch glücklicherweise unverletzt und konnten befreit werden. Insgesamt vier Bäume musste die Feuerwehr Braunlage von der von der Straße entfernen.

17.12 Uhr: Sturm reißt Teile von Baugerüst an Finanzamt ab

In 20 Metern Höhe sind durch den Sturm am Mittwoch Teile eines Baugerüsts am Finanzamt Hannover-Mitte abgerissen worden. Einige Teile stürzten in den Eingangsbereich des Gebäudes, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Glücklicherweise sei jedoch niemand verletzt worden.

Abgestellte Fahrzeuge seien dagegen von umherfliegenden Gerüstteilen getroffen worden. Die Feuerwehr war mit Höhenrettern und einer Teleskopmastbühne im Einsatz. Die losen Teile am oberen Ende des Gerüsts wurden abgebaut.

16.33 Uhr: B4 nach Baumschäden gesperrt

Die Feuerwehren im Landkreis Gifhorn haben seit rund 2 Stunden mit den Schäden von Sturmtief Kirsten zu tun: umgestürzte Bäume und Äste auf der Straße, aber keine schwerwiegenderen Schäden, lautet eine erste Zwischenbilanz.

Aktuell kümmert sich die Feuerwehr um umgestürzte/abgeknickte Bäume an der B4. Die Bundesstraße ist deswegen zurzeit zwischen Kästorf und Richtung Wagenhoff gesperrt.

13.44 Uhr. Rekordböe auf dem Brocken gemessen

Die Meteorologen hatten es angekündigt: Auf dem Brocken könnte Sturmböen mit über 120 km/h hinwegziehen. Erste Messungen bestätigen: Die Grenze ist geknackt worden. Wie Wetterkontor berichtet, ist die Rekordböe in Deutschland mit 122 km/h auf dem Brocken verzeichnet worden.

13.10 Uhr: Baum-Alarm in Braunschweig

Die Feuerwehr Braunschweig rückt nach Gliesmarode aus. In der Straße „An der Wabe“ ist eine Pappel umgestürzt.

Der Baum war etwa 30 Meter hoch. Die Einsatzkräfte sichern die Stelle.

12.45 Uhr: Hannover schließt Freiflächen der Herrenhäuser Gärten

Die Stadt Hannover schließt wegen des Sturmtiefs „Kirsten“ Freiflächen in den Herrenhäuser Gärten. Betroffen seien der Große Garten und der Berggarten, teilt die Stadt mit. Zuvor wurden bereits die Waldstation Eilenriede und der Tiergarten geschlossen.

Die Stadtverwaltung warnt vor dem Betreten von Wäldern und Parks während eines Sturms. Nach langer Trockenheit könnten von den Bäumen, die noch viel Laub tragen, leichter Äste abbrechen.

12.21 Uhr: Bahn-Unternehmen warnen vorab

Die Deutsche Bahn macht darauf aufmerksam, dass es heute wegen des Sturmtiefs „Kirsten“ zu Verzögerungen und Zugausfällen kommen kann. Betroffen seien der Norden sowie die Mitte Deutschlands.

Auch andere Bahn-Unternehmen warnen ihre Fahrgäste vorab vor möglicherweise drohendem Chaos. Du solltest dich auf jeden Fall vorher informieren, ob und wann dein Zug heute fährt:

Größere Probleme gibt es bisher aber offenbar noch nicht. Einzig die WestfalenBahn meldet für unsere Region kleinere Verspätungen.

07.47 Uhr: Die Wetter-Aussichten für den Tag

Sturmtief „Kirsten“ verschont den Norden nicht. Der Deutsche Wetter-Dienst warnt im Süden Schleswig-Holsteins und Hamburg vor Sturmböen zwischen 60 und 75 Kilometer pro Stunde sowie schauerartigen Niederschlägen. Der Schwerpunkt des Tiefs wird allerdings in Niedersachsen sein.

Hier ist mit schwere Sturmböen und einzelnen Gewittern zu rechnen. „Bei diesen Windstärken fallen Bäume um. Man sollte aufpassen, auf alles, was nicht niet- und nagelfest ist“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetter-Dienstes am Morgen.

Am frühen Nachmittag zieht das Sturmtief den Angaben zufolge über den Nordosten hinweg ab. Demnach ist Ostniedersachsen sowie Mecklenburg-Vorpommern zu den späteren Stunden des Tages von dem Sturm betroffen. Am Abend soll sich das Wetter wieder beruhigen.

07.02 Uhr: Karte zeigt Wucht von Sturmtief Kirsten

Wie eine Karte zeigt, ziehen in der Zeit von 8 bis 14 Uhr durch den Mittelgebirgsraum stürmische Böen und Sturmböen. In Kamm- und Gipfellagen steigern sie sich zu schweren Sturmböen und orkanartigen Böen. „Und die Erfahrung sagt: Da ist auch noch etwas mehr drin! So dürfte es auf dem Brocken wohl für volle Orkanstärke reichen (d. h. über 120 km/h)“, warnt DWD-Experte Martin Jonas.

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06.03 Uhr: Besonders Bäume im Harz gefährdet

Meteorologe Jonas zeichnet das besondere Problem der Sache auf: „Die Bäume sind noch komplett belaubt und bieten dem Wind damit eine große Angriffsfläche. Darüber hinaus sind viele Waldflächen durch die Trockenheit geschädigt.“

Keine guten Aussichten für den Waldbestand im Harz, der durch Trockenheit und den Borkenkäfer eh schon stark geschädigt ist.

„Insofern bleibt zu hoffen, dass nicht allzu viele Bäume dem Sturm zum Opfer fallen“, meint auch der Wetter-Mann Jonas.

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So entsteht eine Wettervorhersage

  • Rund 10.000 Bodenstationen, 7.000 Schiffe, 600 Ozean-Bojen, 500 Wetterradarstationen und etwa 3.000 Flugzeuge sorgen weltweit dafür, dass stündlich Wetterdaten erfasst werden.
  • Wettersatelliten bieten eine Überwachung aus dem All.
  • Meteorologen können so das Geschehen rund um die Erde beobachten.
  • Gemessen werden Parameter wie Lufttemperatur und -druck, Windrichtung und -geschwindigkeit oder Wolkenhöhe.
  • So sammeln sich pro Stunde etwa 25.000 Meldungen an.
  • Diese werden ausgewertet und und übermittelt - so bleiben Wetterprognosen auf dem aktuellen Stand.

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(mb)