Niedersachsen 

Hannover: Sie wollten ihn töten! Männer legen Bewusstlosen auf Schienen – Urteil gefallen

Die Polizei Hannover konnte eine sich nähernde Straßenbahn noch stoppen. (Archivbild)
Die Polizei Hannover konnte eine sich nähernde Straßenbahn noch stoppen. (Archivbild)
Foto: imago images / Henning Scheffen

Hannover. Er wurde getreten, bewusstlos geschlagen und schließlich auf Straßenbahngleisen in Hannover abgelegt – zwei Männer im Alter von 34 und 37 Jahren stehen wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung in Hannover vor Gericht.

Am Freitag wurde nun das Urteil gefällt!

Hannover: Bewusstlosen Mann auf Gleise gelegt

Laut Anklage sollen sich die Männer am 12. Oktober vergangenen Jahres betrunken haben, dabei kam es zum Streit mit dem späteren Opfer. Schließlich sollen die beiden den Mann so heftig geschlagen und getreten haben, dass er schwere Kopfverletzungen erlitt und bewusstlos wurde.

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Danach soll der 37-Jährige sein zehn Jahre jüngeres Opfer auf die Straßenbahngleise gezogen haben - dort sollte der jüngere Mann laut Anklage von einer Straßenbahn überfahren und getötet werden.

Die Anklagebehörde geht davon aus, dass der Bewusstlose auf die Gleise gelegt wurde, um die Folgen der Schlägerei zu vertuschen. Dabei kam es zu neuen schweren Verletzungen an Kopf und Rücken.

Hannover: Passanten entdecken Bewusstlosen auf Gleisen

Passanten hatten das Opfer gefunden und die Polizei alarmiert. Die Ermittler konnten den Mann von den Gleisen ziehen und eine heranfahrende Straßenbahn stoppen. Er kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

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Urteil gefallen!

Das Landgericht Hannover hat den 37 Jahre alten Mann wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung zu vier Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt.

Der Verurteilte sei jemand, dem bei zu viel Alkohol eine Kleinigkeit genüge, „dass Sie Rot sehen“, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Joseph am Freitag. Er habe in Kauf genommen, dass das Opfer überfahren werden und sterben könne.

Das Verfahren gegen einen 34-Jährigen wurde abgetrennt, er selbst nach Lettland ausgeliefert, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Die Staatsanwältin hatte in ihrem Plädoyer eine Gesamtstrafe von fünf Jahren Gefängnis wegen versuchten Mordes und gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung gefordert. Der Verteidiger des Mannes sprach sich für eine Strafe von nicht mehr als zwei Jahren, ausgesetzt zur Bewährung, aus. Er sehe keine Tötungsabsicht. (red/dpa)