Niedersachsen 

Wetter in Niedersachsen könnte dich bald um deinen Wein-Genuss bringen

Das Wetter in Niedersachsen macht es den ansässigen Winzern nicht leicht. Wenn es ganz schlecht läuft, musst du vielleicht bald auf regionalen Wein verzichten. (Symbolbild)
Das Wetter in Niedersachsen macht es den ansässigen Winzern nicht leicht. Wenn es ganz schlecht läuft, musst du vielleicht bald auf regionalen Wein verzichten. (Symbolbild)
Foto: imago images/Ralph Peters

Zugegeben, Niedersachsen ist nicht gerade als Wein-Region Nummer 1 bekannt. Doch in den letzten Jahren hat sich in puncto Winzern einiges getan. Der Weinanbau ist gerade dabei, Fuß zu fassen.

Doch jetzt könnte das Wetter in Niedersachsen den Neuwinzern einen fetten Strich durch die Rechnung machen.

Wetter in Niedersachsen macht Winzern Strich durch die Rechnung

Trockenheit und Frost haben den Winzern in diesem Jahr nämlich ordentlich zu schaffen gemacht. „Genau zu den Eisheiligen Mitte Mai hatten wir einen Spätfrost-Einbruch“, erinnert sich Jan Brinkmann, Vorsitzender des niedersächsischen Winzerverbandes. Zum Teil seien die schon gut entwickelten Triebe komplett abgefroren: „Einige Winzer hat das schon hart getroffen.“

Auch die Trockenheit habe zum Teil für große Schäden gesorgt. Vor allem im Osten Niedersachsens in der Lüneburger Heide und Rotenburg habe es zu wenig Regen gegeben. So sei die in diesen Wochen beginnende Weinlese in Niedersachsen sehr durchwachsen: Sie reiche vom Totalausfall bis zu einer relativ guten Ernte.

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Niedersachsen soll Landweingebiet bekommen – doch es gibt Probleme

Ziel war es eigentlich, ein niedersächsisches Landweingebiet zu etablieren. Doch neben dem Wetter hatte der Verband noch mit anderen Hürden zu kämpfen. Das habe zwei Gründe: Die Verbandsarbeit habe coronabedingt nicht so geleistet werden können wie noch im Januar geplant: „Man ist gar nicht in die Arbeitsphase reingekommen.“

Der zweite Grund sei, dass er und seine Kollegen erst die Verabschiedung des neuen Weinbaugesetzes abwarten wollten. Das sei zwar vor einigen Tagen geschehen, es gebe aber immer noch keine Verordnung zum Weingesetz, sagte Brinkmann. Er räumte ein, dass sich für die Winzer in Niedersachsen nicht viel geändert habe. Die Neuerungen des Gesetzes beträfen eher den Spitzenweinbereich. „Uns geht es ja erst einmal darum, dass Niedersachsen als Qualitätsanbaugebiet anerkannt wird.“ Er denke, dass der Verband über die Wintermonate die Zeit finde, sich damit zu beschäftigen.

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Für seinen Betrieb rechne er mit einer guten Ernte, da seine Weinreben relativ gut durch den Spätfrost gekommen seien und sein Weinberg im Teutoburger Wald nicht so stark von Trockenheit betroffen gewesen sei, sagte Brinkmann. „Es kommt auf den Standort an. Bei uns rechne ich mit einer sehr großen Ernte und hoffe auf eine gute Qualität.“ Er selber plane bislang, Mitte September mit der ersten Lese in diesem Jahr zu beginnen.

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Wein-Anbau erst seit 2016 in Niedersachsen möglich

Erst seit 2016 gibt es die Möglichkeit, in Niedersachsen professionell Wein anzubauen. Damals bekam das Land erstmals Anbaurechte vom Bund. Im Jahr 2020 wuchs die Weinanbaufläche in Niedersachsen um 2,7 Hektar auf 24,5 Hektar, sagte eine Sprecherin des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg.

Bei den neu beantragten Flächen haben die Winzer drei Jahre Zeit, diese mit Rebstöcken zu bepflanzen. (abr mit dpa)