Niedersachsen 

VW-Zulieferer Continental: „Nicht mehr durchhaltbar“ – Unternehmen geht drastischen Schritt

VW-Zulieferer Continental will zukünftig in Deutschland noch härter durchgreifen. (Symbolbild)
VW-Zulieferer Continental will zukünftig in Deutschland noch härter durchgreifen. (Symbolbild)
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hannover. VW-Zulieferer Continental plant im Zuge seines Sparprogramms auch den Verkauf von Unternehmensteilen.

Dabei gehe es um bestimmte Einheiten des Automotive-Geschäfts einschließlich Teilen der Antriebssparte Vitesco Technologies, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. In Deutschland habe Continental bisher mit Samthandschuhen gehandelt, das soll sich ändern.

VW-Zulieferer Continental verspricht: Stellen müssen nicht zwangsläufig verloren gehen

„Auch in der Industriesparte Contitech schließen wir solche Schritte nicht aus.“ Für einige Sparten führe das Management bereits Gespräche mit möglichen Interessenten, sagte Degenhart: „Das Reifengeschäft ist davon nicht betroffen.“

Degenhart zufolge geht es potenziell um etwa 10 Prozent der 30.000 Stellen, die von dem Sparprogramm betroffen sind. Mit Blick auf Sorgen um einen Stellenabbau im Fall eines Verkaufs betonte Degenhart nach Angaben des Blattes: „Gerade hier bedeutet das nicht, dass diese Arbeitsplätze automatisch verloren gehen, ebenso wie in anderen Teilen des Unternehmens, die wir in verschiedener Weise neu ausrichten oder verändern.“

Continental will weltweit 30.000 Stellen „verändern“

Continental hatte sein Sparprogramm zuletzt verschärft. Das Unternehmen will weltweit 30.000 Stellen „verändern“, davon 13.000 in Deutschland. Neben dem Wegfall von Stellen zählen auch Umschulungen von Mitarbeitern und Verlagerungen von Jobs dazu.

Dass der Konzern dies noch ein weiteres Mal ausweiten muss, ist aus Sicht von Degenhart unwahrscheinlich. „Die Gefahr sehe ich nur dann, wenn die Politik wegen neuer Corona-Ausbrüche einen zweiten Lockdown verhängen würde. Das wäre nicht nur für uns eine Katastrophe.“

_______________

Mehr zum Thema:

_______________

„Das ist nicht mehr durchhaltbar“

Gemessen an der Zahl der Mitarbeiter müsse Continental in Deutschland stärkere Anpassungen vornehmen als bisher, sagte Degenhart. „Wir haben Deutschland in der Vergangenheit rücksichtsvoller behandelt als den Rest der Welt. Aber das ist nicht mehr durchhaltbar.“

Continental in Braunschweig, Wolfsburg und Gifhorn

In der Region38 hat Conti drei Standorte – in Braunschweig, Wolfsburg und Gifhorn:

  • Elektrobit Automotive GmbH, Braunschweig
  • Continental Automotive GmbH, Wolfsburg
  • Continental Teves AG & Co. OHG, Gifhorn

Continental - nach Bosch der weltweit zweitgrößte Autozulieferer - baut die Strukturen in Richtung Elektronik, Sensorik, E-Mobilität und Software um. Der Schwerpunkt der Hannoveraner soll künftig vor allem auf IT-Systemen und Vernetzung liegen. Die Antriebssparte soll in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert werden. (dpa/mb)