Niedersachsen 

Niedersachsen ist sicherer geworden – doch die Zahlen bei einer Straftat schnellen nach oben

In Niedersachsen wurden zuletzt mehr Sexualstraftäter verurteilt. (Symbolbild)
In Niedersachsen wurden zuletzt mehr Sexualstraftäter verurteilt. (Symbolbild)
Foto: imago images / Panthermedia

Hannover. Niedersachsen ist sicherer geworden – zumindest laut der Prozess-Bilanz 2019.

Das Justizminsterium Niedersachsen hat die Zahlen jetzt vorgelegt.

Niedersachsen: Justizministerin sieht Positiv-Trend

Obwohl zuletzt mehr Menschen in Niedersachsen wegen einer Straftat verurteilt worden sind, sieht Justizministerin Barbara Havliza einen positiven Trend. „Die Kriminalität geht in Niedersachsen in vielen Bereichen zurück“, so die CDU-Politikerin.

Zwar sei die Zahl der Verurteilungen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2018 um etwa 600 auf 69.187 gestiegen. Im Jahr 2007 habe es aber noch rund 89.400 Verurteilungen gegeben.

Einen Rückgang gab es unter anderem bei Körperverletzungsdelikten und Diebstahl. Deutlich mehr Menschen wurden dagegen wegen Sexualstraftaten schuldig gesprochen.

Viel mehr Urteile wegen Vergewaltigung

Laut Statistik wurden 824 Angeklagte wegen Sexualstraftaten verurteilt, insgesamt sind das acht Prozent mehr als 2018. Bei 88 Urteilen ging es demnach um Kindesmissbrauch, darunter waren 49 schwere Fälle.

63 Angeklagte wurden wegen Vergewaltigung verurteilt, das sind 65 Prozent mehr als im Vorjahr!

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„Ursächlich für den Anstieg dürften insbesondere Verschärfungen des Sexualstrafrechts sein, aber auch eine erhöhte Anzeigebereitschaft der betroffenen Frauen“, sagte Havliza. Auch Angriffe auf Amtsträger und Drogendelikte nahmen zu.

Bei Mord und Totschlag lagen die Zahlen in etwa auf dem Niveau der Vorjahre: Im Jahr 2019 wurden zehn Mörder verurteilt, wegen Totschlags wurden 40 Menschen verurteilt.

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Schuldig gesprochen wurden über alle Bereiche hinweg vor allem Männer, der Frauenanteil bei den Tätern lag bei lediglich 18 Prozent. Etwa drei Viertel der Verurteilten bekamen eine Geldstrafe. Rund 3.100 Menschen erhielten eine Haftstrafe ohne Bewährung und wanderten in den Knast.

Unterschied zur Kriminalstatistik der Polizei

Wichtig: Die Auswertung unterscheidet sich von der Kriminalstatistik der Polizei Niedersachsen, weil sie die rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren an den Strafgerichten erfasst.

Taten, bei denen kein Verdächtiger ermittelt werden konnte oder bei denen die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt hat, wurden nicht berücksichtigt. >> HIER geht's zu allen Zahlen! (ck mit dpa)