Niedersachsen 

Corona in Niedersachsen: Mehr Freiheiten für Geimpfte? CDU fordert Gespräch: „Es wird eine Neiddebatte geben“

Corona in Niedersachsen: Der CDU-Fraktionschef will eine Debatte über den künftigen Umgang mit Geimpften und Nicht-Geimpften anstoßen. (Symbolbild)
Corona in Niedersachsen: Der CDU-Fraktionschef will eine Debatte über den künftigen Umgang mit Geimpften und Nicht-Geimpften anstoßen. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / imagebroker

Hannover. Niedersachsen verharrt weiter im Lockdown! Seit dem 13. Februar ist eine neue Corona-Verordnung in Niedersachsen in Kraft. Bis zum 7. März bleiben die meisten Geschäfte und Einrichtungen geschlossen – doch es gibt Ausnahmen!

Alle aktuellen Beschlüsse in Niedersachsen, und was in Sachen Coronavirus in deiner Region los ist, liest du in unserem Corona-Blog.

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Corona aktuell in Niedersachsen: Hier alle Entwicklungen

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Mittwoch, 24. Februar

12.26 Uhr: Die aktuelle Corona-Lage in Niedersachsen

Das Land Niedersachsen meldet aktuell 1.068 neue Fälle im Vergleich zum Vortag. Außerdem muss das Land 37 weitere Todesfälle beklagen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 66.

Die Lage in der Region (Zahlen/Inzidenz/Todeszahlen):

  • Braunschweig: 3.766 (+13)/ 46,5/ 117
  • Gifhorn: 3.661 (+8)/ 39,7/ 148 (+4)
  • Region Hannover: 30.647 (+248)/ 109,3/ 741 (+7)
  • Helmstedt: 1.585 (+19)/ 53,7/ 59 (+2)
  • Peine: 3.100 (+23)/ 112/ 84 (+1)
  • Salzgitter: 2.554 (+42)/ 111,2/ 52
  • Wolfenbüttel: 1.655 (+12)/ 72,7/ 69 (+3)
  • Wolfsburg: 2006/ 14,5/ 69

11.55 Uhr: OVG erklärt Schließung von Fitnessstudios für rechtens

Die derzeitige Schließung von Fitnessstudios in Niedersachsen ist rechtens. Das hat das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg entschieden. In Eilbeschlüssen lehnten die Richter des 13. Senats zwei Anträge gegen die Corona-Verordnung ab, wie es in einer Mitteilung am Mittwoch hieß. Die Beschlüsse sind unanfechtbar.

In einem Verfahren hatte sich ein Antragsteller, der im Großraum Hannover mehrere Fitnessstudios betreibt, an das Gericht gewandt. In dem anderen Fall machte ein Mitglied eines im Emsland gelegenen Fitnessstudios geltend, aus gesundheitlichen Gründen auf den Besuch angewiesen zu sein. Das OVG lehnte die Anträge nach einer sogenannten Folgenabwägung ab.

Für den Senat sei derzeit jedoch offen, ob die Schließung in einem möglichen Hauptsacheverfahren zu halten sei. Einerseits seien beschränkende Maßnahmen unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens weiterhin zulässig. Es sei aber zweifelhaft, ob die Betriebsschließungen in Gänze noch erforderlich seien.

So äußerten die Richter Bedenken, ob nicht mit einem verbesserten betrieblichen Hygienekonzept, einhergehend mit einer Verbesserung der staatlichen Überwachung und einem noch aktiveren Handeln staatlicher Stellen bei der Pandemiebekämpfung die Schließungen allgemein noch angemessen seien. Die unterschiedliche Behandlung der Fitnessstudios gegenüber dem weiterhin möglichen Individualsport erscheine unter Berücksichtigung der Vermeidung von Kontakten allerdings nicht willkürlich. Zudem werde die stundenweise Vermietung einzelner Fitnessstudios geduldet.

Auch gegenüber Friseurbetrieben, die von Montag an öffnen dürfen, liege keine Ungleichbehandlung vor. Das Haareschneiden betreffe einen regelmäßig auftretenden körperpflegerischen Grundbedarf, der anders als bei der sportlichen Betätigung kaum durch die Betroffenen selbst erfüllt werden könne.

10.17 Uhr: CDU-Fraktionschef fordert Debatte über Freiheiten für Geimpfte

Der Fraktionschef der CDU im niedersächsischen Landtag, Dirk Toepffer, regt eine Debatte über den künftigen Umgang mit Geimpften und Nicht-Geimpften in der Coronavirus-Pandemie an. „Man sollte darüber nachdenken, ob man Menschen, die einen Impfstatus haben und das Virus nicht mehr weiter verbreiten, den Besuch der Gastronomie, von Geschäften und anderen Einrichtungen ermöglicht“, sagte der CDU-Politiker der „Nordwest-Zeitung“. Er forderte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf, das Thema bei den Bund-Länder-Gesprächen in der kommenden Woche anzusprechen. Es brauche eine bundesgesetzliche Lösung dazu.

„Wenn für einen bestimmten Teil der Bevölkerung die Rechtsgrundlage für Einschränkungen entfällt, warum soll man dieser Gruppe dann die Rückkehr zum normalen Leben nicht gestatten“, fragte Toepffer in dem Interview mit Blick auf die fortlaufenden Impfungen. Entscheidend sei, einen medizinischen Nachweis zu erbringen. Toepffer erklärte, dass er sich dazu die Einführung eines digitalen Impfpasses vorstellen könne. „Die technischen Probleme können wir schnell bewältigen, schwieriger scheint mir die gesamtgesellschaftliche Debatte zu sein. Es wird eine Neiddebatte geben“, sagte er.

06.18 Uhr: Abgeordneter kritisiert „Schneckentempo“ bei Kulturhilfen

In Niedersachsen und Bremen sind zum Stichtag 31. Dezember 2020 weniger als ein Drittel der Anträge des Corona-Hilfsprogramms „Neustart Kultur“ genehmigt worden. Von 1622 gestellten Anträgen wurden in Niedersachsen 494 bewilligt; in Bremen waren es 451 gestellte und 156 genehmigte Anträge. Das geht aus einer Liste der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien hervor, auf die der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Victor Perli (Linke) hinwies. „Viele Kulturschaffende sind in großer Sorge. Aber die Kulturhilfen des Bundes fließen nur im Schneckentempo“, bemängelte er.

Für Lufthansa, TUI und andere Konzerne in Not seien Milliardenhilfen schnell geflossen, während Clubs, Theater und andere Kultureinrichtungen monatelang auf kleine Hilfen warten müssten. „Eine schnelle und unkomplizierte Hilfe sieht anders aus“, betonte Perli, der Mitglied im Bundestagshaushaltsausschuss ist. Das Mitte Juli 2020 aufgelegte Programm „Neustart Kultur“ sieht in seiner Erstauflage Hilfen von einer Milliarde Euro vor und soll die kulturelle Infrastruktur Deutschlands angesichts der Corona-Krise sichern. Das Programm ist inzwischen um eine weitere Milliarde Euro aufgestockt worden.

Dienstag, 23. Februar

17.50 Uhr: Corona-Ausbruch in Krankenhaus in Lehrte

Im Klinikum Region Hannover (KRH) in Lehrte hat es einen Corona-Ausbruch mit 31 Infizierten gegeben. Betroffen seien 22 Patientinnen und Patienten und 9 Beschäftigte, sagte eine Sprecherin der Region.

Das Krankenhaus habe gestern einen Aufnahmestopp verhängt. Bis zu einem Normalbetrieb könnten zwei Wochen vergehen.

Der Ausbruch gehe auf zwei Patienten in verschiedenen Stationen zurück, berichtet die HAZ. Sie seien bei der Aufnahme zunächst negativ getestet worden, wurde ein KRH-Sprecher zitiert. Dann hätten sie sich doch als infiziert herausgestellt. Die Infizierten wurden unter Quarantäne gestellt. Vor einer Wiederaufnahme des Betriebs müsse das Krankenhaus grundlegend desinfiziert werden.

17.40 Uhr: Schulöffnungen frühestens am 8. März

Lehrer, Schüler und Eltern müssen sich weiter in Geduld üben, bis sie wissen, wann es an Niedersachsens Schulen wieder mehr Präsenzunterricht geben wird. Ursprünglich hatte Kultusminister Grant Hendrik Tonne die Entscheidung für diese Woche angekündigt - doch daraus wird nun nichts. Frühestens nach dem derzeitigen Lockdown, der mindestens bis zum 7. März andauert, seien Lockerungen möglich, so der SPD-Politiker.

Die bisherigen Planungen für die Schulöffnungen hätten „sowohl den 1. März umfasst als auch spätere Zeitpunkte“, sagte Tonne. Weil die Corona-Infektionszahlen seit zwei Wochen aber nicht mehr nennenswert zurückgingen, sei in der kommenden Woche noch nicht mehr möglich als das bisherige Modell.

Dieses sieht Wechselunterricht in geteilten Klassen – teils zu Hause, teils in der Schule - nur für Grundschüler und Abschlussklassen vor. Gleichzeitig ist die Präsenzpflicht im Moment aufgehoben, das heißt, die Eltern können entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder nicht.

Das Kultusministerium plant jedoch weiterhin damit, „für eine Übergangsphase nach Ende des Lockdowns“ möglichst alle Schulen in den Wechselunterricht zu versetzen. Voraussetzung dafür sei ein Rückgang der Infektionen.

An den Kitas sollen dann wieder normale Gruppengrößen möglich sein, wobei die Gruppen strikt getrennt werden müssen. „Damit hätten wir ein regelmäßiges Präsenzangebot für alle Kinder und Jugendliche“, sagte Tonne. „Wir stehen in den Startblöcken, aber die Pandemie lehrt, dass Unwägbarkeiten bleiben.“ Am 3. März wollen Bund und Länder das weitere Vorgehen beraten.

17.22 Uhr: Petition überreicht – „Öffnet die Hotels für Obdachlose!“

Obdachlose sollen in der Corona-Pandemie geschützt in Hotels übernachten dürfen - dieser Forderung haben sich rund 118.000 Menschen angeschlossen.

Die frühere evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann übergab die Ergebnisse einer bundesweiten Online-Petition am Dienstag stellvertretend an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in Hannover.

Die Pandemie erhöhe die Gefahr für die Obdachlosen auf der Straße oder in Gemeinschaftsunterkünften, sagte Käßmann. „Deshalb ist es eine Frage der Solidarität in unserem Land, ich würde sagen auch der Christenpflicht und Nächstenliebe, Menschen in Einzelunterkünften unterzubringen“. Eine Öffnung der Hotels rechne sich auch. Die Kommunen könnten den Aufenthalt dieser Gäste bezahlen statt Überbrückungshilfen für die Schließung zahlen zu müssen.

Weil sagte, er sehe den Ernst des Themas. Die Unterbringung in Hotels sei kein rechtliches Problem, das Land habe die Voraussetzungen geschaffen. Für die Unterbringung seien aber die Kommunen zuständig. Er wolle beim nächsten Treffen mit den kommunalen Spitzenverbänden über diesen Vorschlag sprechen

15.28 Uhr: Niedersachsen testet Corona-Impfungen in Arztpraxen

In der kommenden Woche sollen in Niedersachsen die ersten Corona-Impfungen in Arztpraxen getestet werden. Geplant sei ein Probelauf von ein bis zwei Wochen mit einer kleinen Gruppe von Ärzten, erklärte die Vize-Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, am Dienstag. Das sei nötig, weil die Logistik deutlich aufwendiger sei als bei normalen Schutzimpfungen. So sei unter anderem eine Abstimmung mit dem örtlichen Corona-Impfzentrum erforderlich. Das Vorgehen sei mit den Kommunen und der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) abgestimmt.

Parallel zu diesem Testlauf soll eine weitere Praxis erproben, ob Hausärzte auch die Impfung von über 80-Jährigen übernehmen können, die zu Hause gepflegt werden und nicht zum Impfzentrum kommen können.

15.10 Uhr: Entscheidung über Schulöffnung frühestens in einer Woche

Die Entscheidung, wann der Präsenzunterricht an Niedersachsens Schulen wieder hochgefahren wird, verzögert sich. „Der Lockdown ist erst einmal allgemein vereinbart bis zum 7. März, das heißt, bis dahin wird es auch keine weiteren Schulöffnungen in Niedersachsen geben“, so Regierungssprecherin Anke Pörksen. Für das weitere Vorgehen verwies sie auf die nächsten Bund-Länder-Beratungen am 3. März.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne hatte dagegen zuletzt angekündigt, die Entscheidung solle schon in dieser Woche fallen. „Unser Ziel ist, dass wir so schnell wie möglich in den Wechselbetrieb zurückkehren“, sagte der SPD-Politiker am Freitag. „Kinder müssen in die Schulen, aber das muss verantwortungsbewusst geschehen. Ab Anfang März ist das Ziel, aber wir entscheiden das in der nächsten Woche.“

FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling kritisierte angesichts dessen, dass es „mit diesem Kultusminister keine Sicherheit, vor allem keine Planungssicherheit“ für die Familien, Lehrer und Erzieher in Niedersachsen gebe.

14.35 Uhr: Ablauf der Impfungen für Lehrer und Erzieher noch unklar

Niedersachsens Landesregierung hat die geplanten Corona-Impfungen für Kita-Erzieher und die Lehrer von Grund- und Förderschulen begrüßt.

Ob die Impfwilligen sich selbst einen Termin besorgen müssen oder nicht, werde derzeit noch mit den Kommunen abgestimmt, so die Vize-Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder. Auch der Starttermin der Impfungen sei noch unklar. „Wir wollen jetzt natürlich diese Beschäftigten so schnell wie möglich und so zielgerichtet wie möglich durchimpfen.“

Denkbar ist, dass mobile Teams für die Impfungen direkt an die Schulen kommen. Dafür hatte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) gestern Abend plädiert. Bei dem Impfkonzept müsse aber auch berücksichtigt werden, dass es beim Impfstoff von Astrazeneca stärkere Nebenwirkungen geben könne, die kurzfristig zum Ausfall einiger Mitarbeiter führen könnte, sagte Schröder.

Regierungssprecherin Anke Pörksen betonte, dass sich die Regierung darüber hinaus dafür einsetzen werde, dass auch die Lehrer an weiterführenden Schulen früher geimpft werden können.

13.50 Uhr: Bundeswehr hilft in Braunschweig

Die Stadt Braunschweig hat bei der Bundeswehr personelle Unterstützung beantragt. Soldaten der Bundeswehr werden in Pflegeheimen eingesetzt.

In insgesamt 13 Heimen verstärken sie außerdem die Abstrichteams, die in erster Linie Schnelltests, sogenannte Antigen PoC-Tests, bei den Pflegekräften und Besuchern durchführen.

Für diese Tätigkeit sind sie durch den Ärztlichen Leiter des Rettungsdienst Braunschweig und durch Fachkräfte in den Heimen eingewiesen worden. Im Impfzentrum sind vier Soldaten für Logistikaufgaben eingesetzt. Sie nehmen unter anderem Materiallieferungen entgegen, rüsten mobile Impfteams mit Verbrauchsmaterial aus und bestücken Impfkabinen. Im Gesundheitsamt unterstützen drei Soldaten bei der PCR-Testung.

13.44 Uhr: Immobilienpreise steigen trotz Corona-Krise weiter

Trotz der Corona-Krise steigen die Immobilienpreise in Niedersachsen weiter an. Die Preise für Einfamilienhäuser legten 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent zu, die für Wohnungen um 9 Prozent, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag in Hannover bei der Vorlage des Landesgrundstücksmarktberichts. Die Unterschiede zwischen den Ballungsgebieten und ländlichen Regionen bleiben dabei erheblich. Auch Wohnbau- und Ackerland wurden im vergangenen Jahr teurer. Einen Preisrückgang gab es indes bei Mehrfamilienhäusern sowie Bauland für Gewerbeimmobilien.

„Mit dieser Entwicklung setzt sich der Trend aus den Vorjahren in Niedersachsen nahtlos fort“, sagte Minister Pistorius. „Die Unsicherheiten in der Corona-Pandemie haben bisher keine Auswirkungen auf den Immobilienmarkt gezeigt.“ Zugleich gebe es auch keine Anzeichen für eine Immobilienblase.

12.42 Uhr: Kinderschutzbund warnt vor Folgen des Lockdowns

In der Corona-Krise werden die Rechte der Kinder nach Ansicht des Kinderschutzbunds bisher viel zu wenig berücksichtigt. Die niedersächsische Verfassung schreibe den Schutz von Kindern und Jugendlichen zwar vor, in der Politik gebe es dafür derzeit aber nur ein schwaches Bewusstsein, kritisierte der Landeschef des Vereins, Johannes Schmidt, am Dienstag in einer Anhörung der Landtagsfraktionen von Grünen und FDP.

Schmidt warnte, die Isolation werde für viele Kinder schwere gesundheitliche Folgen haben und drohe Familien zu zerstören. „Gefährden Sie das positive und zukunftsorientierte Weltbild unserer Kinder nicht weiter. Einsamkeit, Zukunftsängsten, Antriebsarmut, Aggression und Gewalt sind sie schutzlos ausgeliefert“, appellierte er. Wenn Kinder den Glauben an die Schutzfunktion des Staates verlören, sei das verheerend.

12.35 Uhr: Die aktuelle Corona-Lage in Niedersachsen

Niedersachsen meldet im Vergleich zum Vortag 339 neue Fälle. Außerdem muss das Land 65 weitere Todesfälle beklagen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 66,5.

Die Lage für die Region (Fälle/Inzidenz/Todeszahlen):

  • Braunschweig: 3.753 (+12)/ 50,5/ 118 (+1)
  • Gifhorn: 3.653/ 38,5/ 144
  • Goslar: 1.646 (+11)/ 43,3/ 86 (+2)
  • Region Hannover: 30.399 (+41)/ 111,7/ 734 (+17)
  • Helmstedt: 1.566 (+5)/ 70,1/ 57 (+2)
  • Peine: 3.077 (+1)/118/ 83
  • Salzgitter: 2.512 (+2)/ 102,6/ 52 (+1)
  • Wolfenbüttel: 1.643 (+2)/ 70,2/ 66 (+1)
  • Wolfsburg: 2.006 (+5)/ 23,3/ 69

12.15 Uhr: Forscher: Corona-Inzidenz „kein stabiler Indikator“

Für den Epidemiologen Gérard Krause ist der Sieben-Tage-Wert bei den Corona-Infektionen allein eine unzureichende Grundlage für einen Stufenplan. Er halte die Konzentration auf die Inzidenz für problematisch, da sie „kein stabiler Indikator“ sei, der die Schwere der Pandemie abbildet, sagte der Forscher des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung am Dienstag in einer Anhörung der niedersächsischen Landtagsfraktionen von Grünen und FDP.

So sei der Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner abhängig von der Zahl der durchgeführten Tests. Außerdem fehlten Daten über die Ausbreitung des Virus in bestimmten Alters- oder Berufsgruppen, etwa bei den Lehrern. Darüber hinaus müssten die Krankheitslast, etwa schwere Verläufe, und die Eindämmbarkeit, etwa die Länge von Infektionsketten, stärker berücksichtigt werden.

6.32 Uhr: Grüne und FDP hören Experten zur Corona-Krise an

Die Opposition im niedersächsischen Landtag will mit einer Reihe von Experten über Auswege aus der Corona-Krise beraten. Geladen sind Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Sozialwesen, Bildung, Mobilität und Kultur, darunter die Forscher Gérard Krause aus Braunschweig und Viola Priesemann aus Göttingen.

Geleitet wird die Anhörung am Dienstag ab 10 Uhr von den Fraktionsvorsitzenden Julia Willie Hamburg (Grüne) und Stefan Birkner (FDP). Beide hatten im Vorfeld kritisiert, dass SPD und CDU eine parlamentarische Anhörung zum Corona-Stufenplan der Regierung abgelehnt hätten. „Die Ankündigung von Ministerpräsident Weil, eine breite gesellschaftliche Debatte über den Stufenplan führen zu wollen, ist nicht mehr als ein Lippenbekenntnis“, sagte Birkner.

Montag, 22. Februar

19.50 Uhr: Niedersachsen begrüßt geplante Änderung der Impfverordnung

Die niedersächsische Landesregierung hat Pläne des Bundes für eine Änderung der Impfverordnung begrüßt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe heute bei der wöchentlichen Telefonkonferenz der Gesundheitsminister der Länder und des Bundes angekündigt, den Beschäftigten in Kitas sowie an Grund- und Förderschulen Covid-19-Schutzimpfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff mit hoher Priorität zugänglich zu machen, so das niedersächsische Gesundheitsministerium. Dafür wolle der Bund die Impfverordnung ändern, die für alle Bundesländer die Impfreihenfolge rechtsverbindlich regele. >> Corona: Fix! Grundschullehrer und Kita-Personal werden früher geimpft

„Es ist gut, dass der Bundesgesundheitsminister jetzt zumindest für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Grundschulen, Förderschulen und Kindertagesstätten eine frühzeitige Impfung vorsieht“, betont Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

„Allerdings ist das nur ein erster Schritt. Es ist nicht zu verstehen, dass die Lehrerinnen und Lehrer von älteren Kindern und Jugendlichen ausgenommen sind. Die Bundesregierung sollte in dieser Hinsicht keine halben Sachen machen.“

Niedersachsen plant, dass noch in dieser Woche erste Personen aus der Gruppe mit einer hohen Priorität für eine Covid-Schutzimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft werden können. Dies wäre jeweils dann möglich, wenn vor Ort bereits allen Personen unter 65 Jahren aus der ersten Gruppe mit der höchsten Priorität ein Impfangebot gemacht wurde und noch Impfstoff von Astrazeneca zur Verfügung steht.

19.13 Uhr: Weil: Wege für mehr Freiheit für Geimpfte und Getestete absehbar

Wer gegen Corona geimpft oder negativ auf das Virus getestet ist, könnte nach Worten von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) mehr Freiheiten bekommen. „Immer mehr Menschen werden nach und nach geimpft werden“, sagte er. „Wenn dann auch keine Ansteckungsgefahr mehr bestehen sollte, könnte auch ein Restaurantbesuch und manches mehr möglich sein.“

Als zweiten Weg nannte Weil Tests, die ein negatives Ergebnis
aufweisen. Wenn die neue Schnelltest-Generation leichter
handhabbar und zugleich zuverlässig sei, ergäben sich daraus
ganz neue Perspektiven, so Weil. Dies sei zwar noch Zukunftsmusik, dennoch seien beide Wege zu mehr Freiheiten absehbar.

Beide sollten aus Sicht Weils zeitgleich eröffnet werden. Dann gäbe es eine Alternative für diejenigen, die noch nicht geimpft werden könnten, und keine Diskussion über Privilegien. „Und am besten werden beide Wege durch eine bundesweite App zusammengeführt, etwa die vorhandene Corona-Warn-App.“

18.00 Uhr: Weit mehr positive Corona-Tests in Hannover als im Bundesschnitt

In der Region Hannover ist das Corona-Infektionsgeschehen weit angespannter als im bundesweiten Durchschnitt. Fast 50 Prozent der Corona-Infektionen entfallen hier nach Behördenangaben mittlerweile auf die britische Virusvariante, die nach konservativen Schätzungen 35 Prozent ansteckender ist. Bundesweit waren es nach dem letzten bekannten Stand vom vergangenen Mittwoch 22 Prozent.

Die Positivrate der durch das Gesundheitsamt in Hannover vermittelten Testungen betrage aktuell rund 13,7 Prozent, sagte ein Regionssprecher. Bundesweit waren in der sechsten Kalenderwoche dagegen nur knapp 6,5 Prozent der Tests positiv, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Je höher die Positivrate bei hohen Fallzahlen ist, desto höher wird auch die Dunkelziffer geschätzt.

Die Region Hannover hatte im Dezember rund 7.000 Testungen veranlasst, im Januar etwa 12.000. Mitte Februar waren es ebenfalls bereits rund 7.500. Das Infektionsgeschehen stelle sich diffus dar und verteile sich vor allem auf den privaten Bereich, sagte der Sprecher. Das Gesundheitsamt arbeite derzeit mit rund 700 Personen an der Eindämmung des Coronavirus.

Das Landesgesundheitsamt meldete heute einen Sieben-Tages-Wert von 111,1 für die Region Hannover. Weil sie knapp 1,2 Millionen Einwohner hat, beeinflusst diese Zahl auch deutlich den Landeswert, der jetzt bei 67,1 liegt. Bei den jüngsten Bund-Länder-Gesprächen waren Lockerungen ab einem Sieben-Tages-Wert von 35 vereinbart worden.

16.09 Uhr: Salzgitter: Beliebter Hausarzt erkrankt an Corona und stirbt

Ein Allgemeinmediziner aus Salzgitter erkrankt an Covid-19, nachdem ein coronainfizierter Patient in seiner Praxis war. „Er war vorher topfit“, sagt seine Witwe. Menschen in Gesundheitsberufen müssen sofort geimpft werden, ist ihre Forderung. >> HIER geht's zum Interview!

15.04 Uhr: Streit um Kosten für coronabedingt abgesagte Hochzeitsfeier

Im Streit um die Kosten für eine coronabedingt abgesagte Hochzeitsfeier im Raum Celle ist es vor dem Lüneburger Landgericht zu keiner Einigung gekommen.

Wie eine Sprecherin mitteilte, wird das Gericht am 3. Mai eine Entscheidung verkünden. Die Klägerin in dem Zivilverfahren fordert die Zahlung einer Raummiete von 6.000 Euro für die geplante Veranstaltung.

Die Räumlichkeiten waren für eine Feier am 8. August 2020 für rund 120 Personen angemietet worden. Aufgrund der seinerzeit geltenden niedersächsischen Corona-Verordnung waren private Feierlichkeiten mit Gästen nur bis maximal 50 Personen erlaubt.

Die Beklagten kündigten daraufhin den mit der Klägerin geschlossenen Vertrag und verweigern die Zahlung der vereinbarten Miete. Beide Parteien können sich nun noch einmal schriftlich äußern.

13.38 Uhr: Zahl an Corona-Neuinfektionen geht leicht zurück

In Niedersachsen sind etwas weniger Corona-Ansteckungen gemeldet worden als zuletzt. Das Landesgesundheitsamt wies am Montag 401 Neuinfektionen aus, eine Woche zuvor waren es 556. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 14 auf 4.108. Insgesamt sind bereits fast 160.000 Infektionen in Niedersachsen bestätigt worden, fast 90 Prozent der Betroffenen gelten allerdings mittlerweile als genesen.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner stieg auf 67,1 – vor einer Woche lag diese sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz bei 65,9. Niedersachsen liegt damit über dem bundesweiten Schnitt, den das Robert Koch-Institut am Montagmorgen mit 61,0 angab. Die regional höchsten Infektionszahlen in Niedersachsen weisen weiterhin die Landkreise Wesermarsch (164,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche) und Vechta (120,4) aus. Über 100 liegen auch die Landkreise Cloppenburg, Emsland und Peine, die Städte Osnabrück und Salzgitter sowie die Region Hannover.

12.40 Uhr: Polizei löst Corona-Party in Salzgitter auf

In Salzgitter hat die Polizei eine Corona-Party beendet. Anlässlich einer Ruhestörung wurde die Polizei in eine Wohnung in die Weserstraße in Salzgitter alarmiert. In den Räumen konnten insgesamt 10 Personen aus unterschiedlichen Haushalten festgestellt werden. Die Polizei erteilte Platzverweise und prüft, ob entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden.

11.56 Uhr: Ärzte dringen auf frühere Impfungen

Weil niedergelassene Mediziner einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, dringt die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) auf eine sofortige Impfung aller Ärzte mit Patientenkontakt. Zunächst hatte Niedersachsen Hausärzte nicht vorrangig impfen wollen, erst nach Protesten aus der Ärzteschaft lenkte die Landesregierung ein. Die abgesprochene Impfpriorisierung sei aber nur ein Teilerfolg, sagte KVN-Sprecher Detlef Haffke am Montag der dpa. „Es gibt zahlreiche Ärztinnen und Ärzte, die nicht priorisiert geimpft werden.“ Seit rund einer Woche dürfen sich unter anderem Ärzte impfen lassen, die Patienten in Pflegeheimen betreuen und die Abstriche für Corona-Tests nehmen.

Wie viele Mediziner sich in Niedersachsen bereits mit dem Coronavirus infizierten oder gar infolge einer Infektion starben, ist unklar. Nach Angaben der Ärztekammer Niedersachsen gab es allein im Bezirk Braunschweig zwei Todesfälle. So starb der Hausarzt Wolfgang Klomp aus Salzgitter im Dezember an Covid-19.

In Hannover habe sich der Kinderarzt Thomas Buck bei einem kleinen Patienten mit der britischen Virus-Variante angesteckt, obwohl er in seiner Praxis stets eine FFP2-Maske getragen habe, sagte der Sprecher der Ärztekammer, Thomas Spieker. Über die Erkrankung Bucks hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

Laut einer Auswertung des „Deutschen Ärzteblattes“ starben zwischen dem Beginn der Pandemie und dem 1. Februar 2021 bundesweit 193 Frauen und Männer in Gesundheitsberufen an beziehungsweise mit dem Coronavirus.

9.45 Uhr: Pest bis Corona – Museum plant Ausstellung über Seuchen

Die Geschichte der Seuchen von der Antike bis heute soll eine multimediale Ausstellung im Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum beleuchten. „Seuchen haben die Menschheit zu allen Zeiten bedroht und dadurch geprägt“, sagte Kurator Oliver Gauert. Infektionskrankheiten hätten mehr Menschenleben gefordert als alle Kriege oder Naturkatastrophen. Die Planungen für die Schau, die Ende August starten soll, laufen schon seit 2018, also lange vor dem Beginn der Corona-Pandemie. „Unsere Ausstellung hat eine unglaubliche Aktualität bekommen“, sagte Gauert.

Auf 1800 Quadratmetern sollen Krankheiten wie Pest, Cholera oder Lepra vorgestellt werden. Es gehe nicht nur um Leid und Tragödien, sondern auch um Erfolge der Medizin wie den Sieg über Pocken und Pest, erläuterte der Ausstellungsmacher.

Für sein Projekt konnte Gauert zahlreiche Kooperationspartner gewinnen. So sind unter anderem das Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, das Paul-Ehrlich-Institut sowie die Medizinische Hochschule Hannover beteiligt. Nach derzeitiger Planung soll die Schau bis zum 27. März 2022 in Hildesheim zu sehen sein und danach in weiteren Städten Station machen.

6.29 Uhr: Ermittlungen gegen Demo-Teilnehmer nach mutmaßlichem Angriff auf Polizisten und Journalisten

In Hannover sind am Wochenende zwei Versammlungen in der Innenstadt weitestgehend friedlich verlaufen. Die Polizei ermittelt aber wegen Verdachts des Angriffs auf einen Polizeibeamten .Auf dem Opernplatz und auf dem Georgsplatz wurde zu Aktionen gegen die Corona-Maßnahmen aufgerufen.

Die Polizeidirektion Hannover zieht eine positive, vorläufige Bilanz der Einsatzmaßnahmen. Am Nachmittag startete auf dem Opernplatz die größte Versammlung des Tages. Unter dem Motto „Frieden – Freiheit – Demokratie, statt kultureller Spaltung der Gesellschaft“ kamen rund 400 Menschen zusammen.

Im Zusammenhang mit der Versammlung auf dem Opernplatz verzeichnete die Polizei diverse Verstöße gegen die Versammlungsbeschränkungen und geltende Corona-Verordnung. Neben Appellen an die Versammlungsteilnehmenden, Mindestabstände einzuhalten und geeignete Mund-Nase-Bedeckungen zu tragen, wurden Verstöße konsequent geahndet. Die Polizei griff auch am Rande der Versammlung bei Verstößen gegen die Corona Verordnung entsprechend durch.

Als kurz vor Ende der Versammlung hinter der Bühne eine Frau kontrolliert werden sollte, kam es kurz zu Solidarisierungsaktionen von einigen Versammlungsteilnehmenden. Ermittlungen wegen Verdachts des Angriffs auf einen Polizeibeamten sowie eines Angriffs auf einen Journalisten sind eingeleitet worden. Ein Beamter wurde im Zuge der Auseinandersetzung leicht verletzt.

(red/dpa)