Niedersachsen 

„Querdenker“ in Hannover: Es ist weit gekommen – Polizei will Schutzzonen schaffen

Nach Angriffen auf Journalisten bei „Querdenken“-Demonstrationen in etlichen deutschen Städten schafft die Polizei Hannover Schutzzonen für Journalisten. (Symbolbild)
Nach Angriffen auf Journalisten bei „Querdenken“-Demonstrationen in etlichen deutschen Städten schafft die Polizei Hannover Schutzzonen für Journalisten. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Future Image

Hannover. Zum ersten Mai, dem „Tag der Arbeit“ sind landesweit viele Demonstrationen geplant – auch in Hannover.

Unter anderem wollen die sogenannten Querdenker in Hannover demonstrieren. Und darauf reagiert die Polizei Hannover – mit ziemlich krassen Maßnahmen.

Etliche Demonstrationen am Samstag in Hannover geplant

Die coronakritischen „Querdenker“ planen für Samstagmittag auf dem Trammplatz eine Kundgebung. Außerdem soll es eine ähnliche Veranstaltung auf dem Platz der Göttinger Sieben geben. Die Polizei Hannover rechnet mit Hunderten Teilnehmern.

Die Beamten hoffen, dass der Samstag in Hannover friedlich verläuft. Denn zuletzt ist es bei Demonstrationen gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen immer wieder zu Übergriffen auf Journalisten, aber auch Polizisten gekommen.

Hannover: Die Gewaltbereitschaft von sogenannten Querdenkern nimmt zu

Anfang April hatten Demonstranten der sogenannten „Querdenken-Bewegung“ in Stuttgart Journalisten des SWR mit einem harten Gegenstand beworfen. Eine Live-Schalte zu Tagesschau24 musste daraufhin abgebrochen werden. Mitte des Monats schlug bei einer Demo in Dresden nach Polizeiangaben ein Mann mit einem Rucksack wild auf Journalisten ein. Und auch ende März wurden in Kassel Journalisten angegangen und beschimpft.

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Ebenso kam es zu Vorfällen, in denen Polizisten selbst von wütenden Demonstrierenden angegriffen wurden. So wie in Thüringen am Montag, wie unser Partnerportal Thüringen24 berichtete. >> HIER alle Details!

Polizei Hannover will etwas dagegen unternehmen

Auch die Polizei aus Hannover will jetzt vorbeugen und insbesondere Journalisten vor der geballten Wut mancher „Querdenker“ zu schützen.

Deswegen hat die Polizei Schutzzonen für Journalisten den angekündigten Demos der „Querdenker“ in Hannover geschaffen. „Die Polizeidirektion Hannover wird während der Demonstrationen ein besonderes Augenmerk auf die freie Aufgabenerfüllung von Medienschaffenden legen“, teilte die Polizei Hannover am Freitag mit.

Die Presse sei das notwendige Instrument, um über Ereignisse von öffentlichem Interesse zu unterrichten: „Die Polizei Hannover steht Medienschaffenden zur Erfüllung dieser Aufgabe zur Seite.“

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Dafür hat die Polizei außerdem Taten sprechen lassen, während der „Querdenker“-Demo richten die Beamten einen Schutzbereich ein, einen „Safe Space“. Auch an anderen Demonstrationsorten könnten solche Schutzflächen je nach Lage geschaffen werden. (dpa/mbe)