Niedersachsen 

Corona in Niedersachsen: Weil erteilt „Freedom Day“ klare Absage – „Es gibt nur einen Ausweg“

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Ministerpräsident Weil will die Konferenz mit Bund und Ländern vorziehen. (Archivbild)

Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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Hannover. Das Corona-Virus ist auch in Niedersachsen weiter aktiv. Dennoch könnten jetzt weitere Lockerungen kommen.

Die aktuelle Corona-Entwicklung in Niedersachen und speziell in der Region38 kannst du hier nachlesen.

Corona in Niedersachsen: Alle News im Überblick

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Montag, 20. September

20.05 Uhr: Corona-Spürhunde im Einsatz – erste Zwischenbilanz

Nach dem ersten Praxiseinsatz von Corona-Spürhunden bei einem Konzert hat die Tierärztliche Hochschule Hannover ein positives Zwischenfazit gezogen. Die Hunde hätten alle eingebauten Schweißproben erkannt, teilte die Hochschule am Montag mit. Um wie viele Proben es sich dabei handelte, war zunächst nicht bekannt. Bei dem Konzert wurden demnach inaktivierte positive Proben platziert. Damit sollte kontrolliert werden, ob die Tiere in der Lage sind, mit dem Coronavirus infizierte Menschen zu erkennen.

Die Spürhunde waren am Sonntag beim Konzert der Band Fury in the Slaughterhouse in Hannover im Einsatz. Zugelassen waren 500 Besucher, alle mussten vorher einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test machen und eine Schweißprobe für die Hunde abgeben. Fünf bis sechs Hunde sollten im Einsatz sein, dabei sollten die Tiere nicht durch die Menschenmenge laufen, sondern davon abgesondert die Proben beschnüffeln.

15.05 Uhr: Weil mit klarer Ansage zum „Freedom Day“

Der Vorstoß von Kassenärzte-Chef Andreas Gassen, Ende Oktober alle Corona-Beschränkungen aufzuheben, stößt bei Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf Ablehnung. „Es gibt nur einen Ausweg: keinen Freedom Day, sondern eine höhere Impfquote“, sagte er der Rheinischen Post (Montag). „Wir wissen, dass die Infektionszahlen in der kalten Jahreszeit wieder steigen werden. Wir wissen, dass die Patienten in den Intensivstationen jünger werden und deswegen länger dort bleiben müssen“, erklärte Weil. „Unter diesen Umständen brauchen wir auch in den nächsten Monaten einen wirksamen Infektionsschutz.“

Gassen hatte für den 30. Oktober die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen gefordert. „Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat. Also braucht es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns Freedom Day!“, sagte der Kassenärzte-Chef der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). Über seine Forderung war am Wochenende eine Diskussion entbrannt.

11.28 Uhr: Inzidenz steigt wieder

Das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen hat sich wieder leicht verstärkt. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) von heute Morgen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 58,6 – so viele Menschen pro 100.000 Einwohner steckten sich binnen einer Woche neu mit dem Virus an. Gestern hatte der Wert bei 58,3 gelegen. Es wurden landesweit 211 neue Fälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Zudem wurden zwei Todesfälle neu registriert, die Gesamtzahl erhöhte sich damit auf 5.911.

Die Inzidenz der in Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patienten in Niedersachsen sank leicht auf 4,6 – nach 4,7 am Sonntag. Die Intensivbetten-Belegung mit Covid-19-Kranken ging von 5,7 Prozent auf 5,4 Prozent zurück. Hier bleibt der Schwellenwert von 5 Prozent für die erste Warnstufe weiterhin überschritten. Weitere Schwellenwerte sind zehn Prozent und 20 Prozent.

Im Land gibt es aktuell ein Corona-Warnstufensystem mit drei Kategorien. Wenn in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt mindestens fünf Tage lang die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen den Wert 50 überschreitet, sind zum Beispiel Innengastronomie, Friseure oder Fitnessstudios in der Regel nur noch für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) zugänglich.

Weiter ausschlaggebend sind die Zahlen der Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern im landesweiten Durchschnitt sowie die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Werden in mindestens zwei der drei Kategorien Schwellenwerte erreicht, können die Kommunen eine Warnstufe per Allgemeinverfügung feststellen.

10.23 Uhr: Zehntausende verstoßen gegen Corona-Regeln

Mindestens 38.000 Ordnungswidrigkeiten gegen Corona-Maßnahmen sind in Niedersachsen seit Beginn der Pandemie gezählt worden. Die Zahl bezieht sich auf den Zeitraum von Anfang April 2020 bis Mitte September dieses Jahres, wie das Innenministerium in Hannover auf dpa-Anfrage mitteilte. Zudem seien rund 400 Straftaten nach dem Infektionsschutzgesetz im Zusammenhang mit Corona festgestellt worden.

Um was für Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten es sich dabei handelt, konnte das Ministerium zunächst nicht sagen. Verstöße gegen die Corona-Verordnung, wie etwa das Missachten der Maskenpflicht, sind in der Regel Ordnungswidrigkeiten. Diese würden mit bis zu 25.000 Euro geahndet.

Das Ministerium wies darauf hin, dass die Polizeibehörden entsprechende Verstöße und Daten unterschiedlich erfassen und weiterleiten. Somit sei es schwierig, valide Daten zu den Verstößen zu erhalten. Einige Dienststellen leiteten etwa entsprechende Vergehen mit einer Sammelanzeige direkt an das zuständige Gesundheitsamt weiter und nicht in ein polizeiliches Bearbeitungssystem.

Somit dürfte die tatsächliche Zahl der Verstöße noch höher liegen. Laut Ministerium verwarnen zudem viele Polizistinnen und Polizisten zunächst bei Verstößen gegen Corona-Maßnahmen.

7.19 Uhr: Offenbar weitere Lockerungen an Schulen geplant

Die Landesregierung in Hannover plant laut der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ für den Schulbetrieb die nächsten Lockerungsschritte und eine Impfoffensive. Nachdem noch in dieser Woche die Maskenpflicht im Unterricht für die Klassen eins und zwei fallen solle, sei es nach Darstellung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) denkbar, nach den Herbstferien die Maskenpflicht für die Klassen drei und vier aufzuheben.

„Sobald es verantwortbar ist, gehen wir die nächsten Schritte“, sagte Tonne in einem Interview mit dem Blatt. „Auch ich möchte die Maske im Unterricht nicht dauerhaft installieren, weil ich als Vater von vier schulpflichtigen Kindern genau weiß, was das für eine Belastung ist.“ Das Land werde nach den Herbstferien mit mobilen Impfteams in die Schulen gehen. „Das jedenfalls ist der gemeinsame Wunsch von Sozialministerin Daniela Behrens und mir.“

Er sehe immer wieder, wie wichtig es sei, Schülern niedrigschwellige Impfangebote zu machen und mit dem Impfstoff zu ihnen zu kommen, betonte Tonne. Auch Eltern könnten sich in den Schulen impfen lassen und so einen Beitrag dazu leisten, Präsenzunterricht zu schützen.

Nach Angaben der Zeitung hat das Land bisher für die Schulen 42,5 Millionen Corona-Schnelltests beschafft und bis zu den Herbstferien 205 Millionen Euro in das Testkonzept an den Schulen investiert. Für den Zeitraum nach den Herbstferien bis Ende des Jahres plane Niedersachsen mit rund 30 Millionen weiteren Tests und Kosten in Höhe von mehr als 42 Millionen Euro - inklusive der fünftägigen Testung nach den Herbstferien.

Sonntag, 19. September

15.41 Uhr: Weiter leicht rückläufige Corona-Inzidenzen

In Niedersachsen ist das Corona-Infektionsgeschehen weiterhin leicht rückläufig – eine deutliche Abnahme der Neuansteckungen ist aber nach wie vor nicht in Sicht. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen sank die Sieben-Tage-Inzidenz im niedersächsischen Landesschnitt auf zuletzt 58,3. Am Vortag hatte die Zahl hinzu gekommener Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche mit 59,1 geringfügig höher gelegen, am Freitag hatte sie 61,8 betragen. Neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Covid-19-Erreger wurden nicht gemeldet.

Aktueller Hotspot ist Salzgitter. Von Samstag auf Sonntag stieg der Inzidenzwert von 131,9 auf 153,1.

Die Inzidenz der in Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patienten in Niedersachsen stagnierte wie schon am Samstag bei 4,7. Keine Änderung gab es beim Anteil der Intensivbetten-Belegung, sie blieb bei 5,7 Prozent - hier ist der Schwellenwert von 5 Prozent für die erste Warnstufe nun den siebten Tag in Folge überschritten. Weitere Schwellenwerte sind 10 Prozent und 20 Prozent.

Im Land gibt es aktuell ein Corona-Warnstufensystem mit drei Kategorien. Wenn in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt mindestens fünf Tage lang die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen den Wert 50 überschreitet, sind zum Beispiel Innengastronomie, Friseure oder Fitnessstudios in der Regel nur noch für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) zugänglich.

Weiter ausschlaggebend sind die Zahlen der Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern im landesweiten Durchschnitt sowie die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Werden in mindestens zwei der drei Kategorien Schwellenwerte erreicht, können die Kommunen eine Warnstufe per Allgemeinverfügung feststellen.

Die Lage in der Region:

  • Braunschweig: 55,9
  • Gifhorn: 84,6
  • Goslar: 49,0
  • Helmstedt: 48,1
  • Region Hannover: 88,4
  • Peine: 84,7
  • Salzgitter: 153,1
  • Wolfenbüttel: 44,4
  • Wolfsburg: 82,4

Samstag, 18. September

11.01 Uhr: Inzidenzen sinken, nur in Wolfsburg steigen sie

Das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen schwächt sich weiter ab. Die Sieben-Tages-Inzidenz lag am Samstag im Landesdurchschnitt bei 59,1 - so viele Menschen pro 100.000 Einwohner steckten sich binnen einer Woche neu mit dem Virus an. Am Freitag hatte der Wert bei 61,8 gelegen. Es wurden landesweit 719 neue Fälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Sieben Todesfälle kamen hinzu, so dass die Gesamtzahl auf 5909 stieg.

Die Inzidenz der in Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patientinnen und -Patienten in Niedersachsen stagnierte auch am Samstag bei 4,7. Die Intensivbetten-Belegung mit Covid-19-Kranken stieg dagegen leicht auf 5,7 Prozent der Gesamtkapazität, nach 5,3 Prozent am Vortag. Damit bleibt in dieser Kategorie der Schwellenwert von 5 Prozent für die erste Warnstufe den sechsten Tag in Folge überschritten, weitere Schwellenwerte sind 10 Prozent und 20 Prozent.

Die Lage in der Region:

  • Braunschweig: 57,5
  • Gifhorn: 88,6
  • Goslar: 63,1
  • Helmstedt: 49,2
  • Region Hannover: 90,3
  • Peine: 86,9
  • Salzgitter: 131,9
  • Wolfenbüttel: 44,4
  • Wolfsburg: 80,7

Freitag, 17. September

15.08 Uhr: Keine Warnstufe 1 für Helmstedt und Hannover

Corona Verwirrung in der Region 38.

Eigentlich hätte Hannover die Warnstufe 1 ausrufen müssen, weil in den Intensivstationen fünf Tage in Folge zu viele Corona-Patienten lagen. Am Freitag lag der der Anteil an Covid-19-Erkrankten auf den Stationen nochmals über dem Schwellwert von fünf Prozent.

Nach der derzeitigen Verordnung in Niedersachsen müssten entsprechend schärfere Regeln in Hannover gelten. Die Warnstufe 1 wird aber vorerst nicht ausgerufen. In einem Youtube-Video erklärt Regionspräsident Hauke Jagau warum.

„Nach Absprache und Rückspräche mit dem Niedersächsischen Sozialministerium haben wir davon abgesehen“, so Jagau. Der Grund: Das gesamte Instrumentarium der Regeln würde derzeit überarbeitet.

Jagau

Deswegen würde es bereits Anfang nächster Woche eine neue Verordnung geben so Jagau weiter. In der sähen die Regeln dann wieder anders aus.

Anstatt also am Freitag „Hü“ und nächste Woche Dienstag wieder „Hott“ machen zu müssen, gibt es erstmal nicht die Warnstufe 1 in der Region.

Für Verwirrung wird das wohl trotzdem führen. In der offiziellen Karte des Landes Niedersachsen war die Region Hannover am Freitagnachmittag noch eindeutig gelb gefärbt – das steht für Warnstufe 1.

In Helmstedt sieht die Situation ähnlich aus. Auch hier lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten an fünf aufeinander folgenden Tagen über dem Schwellwert. Wie der Kreis aber auf Facebook mitteilt, wird erstmal auf eine neue Verfügung verzichtet.

9.02 Uhr: Tonne – Normalität für Schulen auch im Pandemie-Winter

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne peilt für den Winter in der Schule trotz der Corona-Pandemie so viel Normalität wie möglich an. Zwar könne er „nichts versprechen“, aber „wir haben nicht vor, mit einem landesweiten Szenario B oder C zu arbeiten“, sagte der SPD-Politiker der „Neuen Presse“ (Freitag). Lokal begrenzte Schulschließungen werde es nicht geben. Über 95 Prozent der Lehrkräfte seien vollständig geimpft, 45 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen hätten mindestens die Erstimmunisierung erhalten. Daher werde es keine generellen Einschränkungen für Schulen und Kitas geben: „Wir wollen die Schulen offen halten.“

Tonne sagte: „Einzelne Schüler oder auch mal Klassen können in Quarantäne gehen, aber nicht die gesamte Schule und erst recht nicht der ganze Landkreis.“ Im neuen Schuljahr hätten Schnelltests bislang rund 2600 mal positiv angeschlagen, in etwas mehr als 1000 Fällen hätten PCR-Tests bei Schülerinnen und Schülern eine Corona-Infektion bestätigt. „Das sind alles Infektionen, die wir somit frühzeitig entdecken und aus Schulen heraushalten konnten“, sagte Tonne. Insgesamt seien seit Schulbeginn knapp sechs Millionen Test-Kits ausgegeben worden.

8.01 Uhr: Nach Kochsalz-Skandal – Betroffene sollen Entschädigung bekommen

Nach möglichen Impfungen mit Kochsalzlösungen bieten das Land Niedersachsen und der Landkreis Friesland den über 10 000 Betroffenen eine Entschädigung an. Eine Aufwandsentschädigung von 35 Euro erhielten diejenigen, die eine Impfung wiederholen müssen, 50 Euro erhalte, wer zweimal nachgeimpft werden müsse, gab der Landkreis Friesland online bekannt.

Dafür müsse ein Antrag gestellt werden, das Antragsformular stehe auf der Homepage des Landkreises zum Herunterladen bereit. Das Formular müsse ausgefüllt, ausgedruckt und unterschrieben werden und könne per E-Mail oder Post beim Landkreis eingereicht werden. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Alternativ könne der Vordruck auch bei den Städten und Gemeinden abgeholt werden, teilte der Landkreis weiter mit. Derzeit werde an einem Online-Formular gearbeitet, das von Ende kommender Woche an zur Verfügung stehen solle. Der Nachweis über die Nachholimpfung müsse dem Antrag beigefügt werden. Die Kosten übernehme das Land, die Auszahlung erfolge über den Landkreis. „Ich möchte ausdrücklich dem Land Niedersachsen danken, dass wir gemeinsam diese unbürokratische Lösung anbieten können“, sagt Landrat Sven Ambrosy.

Eine Krankenschwester hatte zugegeben, am Kreisimpfzentrum sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben könnte. Um die möglichen fehlenden Impfungen nachzuholen, sollten daher rund 10 000 Betroffene als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden.

(red/dpa)