Niedersachsen 

Niedersachsen: Nachwuchskräfte Fehlanzeige? Chef wendet besondere Maßnahme an zur Mitarbeiterwerbung

Niedersachsen: Ein Chef im Bundesland versucht mit einem besonderen Angebot neue Mitarbeiter zu locken. (Symbolbild)
Niedersachsen: Ein Chef im Bundesland versucht mit einem besonderen Angebot neue Mitarbeiter zu locken. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / blickwinkel

Es ist ein Problem, mit dem sich gerade viele Unternehmen in Deutschland – und entsprechend auch in Niedersachsen herumschlagen. Man kommt einfach nicht an qualifizierte Fachkräfte heran.

Deswegen hat sich ein Chef eines IT-Unternehmens in Niedersachsen etwas ganz besonderes einfallen lassen, um neue Mitarbeiter anzulocken. Einen solchen Arbeitsplatz gibt es so in der Bundesrepublik bestimmt selten.

Niedersachsen: Arbeitsplatz mitten in der Natur

Markus Heger klappt seinen Laptop auf und blickt nach oben. Ein Schwarm Wildgänse fliegt über ihn hinweg. Heger, Projektleiter bei einer Wallenhorster IT-Firma, ist bei der Arbeit - und sitzt zugleich vor einem Camper auf einem Campingplatz im Kreis Osnabrück. Das Wohnmobil gehört seinem Chef. Der hat es angeschafft, um seine Firma attraktiver zu machen für Bewerber. Dazu gehört, Mitarbeitern mobiles Arbeiten auf dem Campingplatz zu ermöglichen.

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Fakten über Hartz 4:

  • Das Arbeitslosengeld II wird umgangssprachlich Hartz IV genannt.
  • Es entstammt der vierten Stufe des von der Hartz-Kommission 2002 entworfenen Konzeptes zur Reform des Arbeitsmarktes.
  • Alleinstehende erhalten 2021 einen Hartz-4-Regelsatz von 446 Euro.
  • Paare in einer Bedarfsgemeinschaft erhalten 401 Euro pro Person.
  • Für Kinder 283 Euro (0-5 Jahre) bzw. 309 Euro (6-13 Jahre) oder 373 Euro (14-17 Jahre).
  • Nicht erwerbstätige Volljährige unter 25 Jahren im Haushalt der Eltern erhalten 357 Euro.
  • Es kann durch Sanktionen maximal um 30 Prozent gekürzt werden.

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Seine Firma gebe es seit 30 Jahren, sagt Inhaber Dieter Klages. Es sei noch nie so schwer gewesen wie jetzt, Nachwuchskräfte zu finden, berichtet der 65-Jährige. „Wir bekommen gar nichts, Null. Und dann überlegt man schon, ob man die Branche verlässt oder was anderes macht.“ Auch gestandene Mitarbeiter wolle er in der Firma halten. Bei einem Spaziergang an der Nordsee sei ihm dann die Idee gekommen, mit der Möglichkeit zu werben, für kurze Zeit auch auf dem Campingplatz arbeiten zu können - in der Natur, weitab vom hektischen Büro.

Plötzlich hagelt es Bewerbungen

Ein befreundeter Unternehmer besorgte ihm ein Wohnmobil. Inzwischen macht Klages mit der Möglichkeit, auf dem Campingplatz zu arbeiten, Werbung für sein Unternehmen. „Wir haben auf einmal 50 Bewerber und wissen gar nicht, wohin damit“, sagt Klages.

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Das Home-Office auf dem Campingplatz scheint also zu funktionieren. Der Chef hofft, dass seine Mitarbeiter dort zur Ruhe und zu sich kommen – und so ihre Kreativität ankurbeln. Eines aber ist für Klages komplett Tabu: Die Familie darf nicht mitkommen. Das, sagt er, würde zu sehr ablenken. (dpa, bp)