Niedersachsen 

Corona in Niedersachsen: Inzidenz legt unaufhaltsam zu – Salzgitter bleibt Hotspot

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. In Krisen geben sie einigen Menschen demnach zumindest ein Gefühl von Kontrolle zurück.

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Hannover. Das Corona-Virus breitet sich auch in Niedersachsen weiter aus. Die Inzidenzen schießen nach oben, Omikron verbreitet sich. Deswegen gibt es Maßnahmen, um die Ausbreitung aufzuhalten.

Die aktuelle Corona-Entwicklung in Niedersachsen – speziell in der Region38 – kannst du hier nachlesen.

Corona in Niedersachsen: Hier alle News im Überblick

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Freitag, 21. Januar

11.37 Uhr: Immer mehr Neuinfektionen

Die Corona-Inzidenz in Niedersachsen legt unaufhaltsam weiter zu.

Die Zahl der Neuinfektionen bezogen auf
100.000 Einwohner binnen einer Woche stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts auf 571,2 – nach 512,3 gestern. Insgesamt 11.332 Neuinfektionen wurden registriert, zehn Menschen starben an oder mit Covid-19.

Die Stadt mit der landesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz von zuletzt 1376,7 blieb Delmenhorst – sie sank dort aber leicht von 1407,7 am Donnerstag. Der Landkreis Harburg und Salzgitter folgten mit Werten von 1.009,3 und 991,7.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 575,7
  • Gifhorn: 443,5
  • Goslar: 437,3
  • Region Hannover: 626,7
  • Helmstedt: 384,6
  • Peine: 437,3
  • Salzgitter: 991,7
  • Wolfenbüttel: 362,8
  • Wolfsburg: 520,0

Zentraler Indikator zur Bewertung der Lage im Land ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in die Kliniken aufgenommen wurden. Dieser Wert stieg von 5,9 gestern auf jetzt 6,1. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten stagnierte bei 4,9 Prozent. Bis einschließlich 2. Februar gilt landesweit die Warnstufe 3.

Donnerstag, 20. Januar

13.36 Uhr: Mehr Geld für Vereine

Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat Sportvereinen in Niedersachsen im Rahmen des Corona-Sonderprogramms erhöhte Fördergelder angekündigt. Statt der bislang 100.000 dürfen Vereine im Jahr 2022 nun bis zu 150.000 Euro abrufen. „Um den von den andauernden Einschränkungen besonders betroffenen Sportvereinen unter die Arme zu greifen, haben wir erneut eine Erhöhung der Maximalfördersumme für Sportvereine um zusätzliche 50.000 Euro auf den Weg gebracht“, wird der Politiker in einer Mitteilung zitiert.

Pistorius nannte das „unberechenbare“ Coronavirus als Grund für die Erhöhung. „Sportvereine mit eigenen Sportanlagen, Vereinsgaststätten, Kursangeboten und solche, die einen Großteil ihrer Einnahmen durch Sportveranstaltungen generieren, sind besonders schwerwiegend betroffen“, erklärte der 61-Jährige. Die Unterstützung soll „möglichst bürokratiearm“ und „bedarfsgerecht“ erfolgen, kündigte er an.

Das Corona-Sonderprogramm existiert seit Sommer 2020. Vom Gesamtvolumen in Höhe von sieben Millionen Euro sind bislang nach Angaben des Ministeriums 5,2 Millionen Euro an die Vereine gegangen. Für 2022 stehen demnach noch 1,8 Millionen Euro zur Verfügung.

13.00 Uhr: Behrens rechnet mit weiter wachsender Omikron-Welle

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) rechnet mit einer weiter wachsenden Omikron-Welle. „Auch wenn die Infektionszahlen seit dem Jahreswechsel in Niedersachsen bereits auf Rekordwerte gestiegen sind, müssen wir davon ausgehen, dass uns der Höhepunkt der Omikron-Welle erst noch bevorsteht“, so Behrens zur „HAZ“. Wann genau dieser Punkt erreicht sein werde, hänge vom Verhalten aller ab.

Die Kapazitäten für PCR-Tests sind in Niedersachsen laut Gesundheitsministerium zunehmend ausgereizt. Das Land will sich nach Angaben eines Sprechers beim Bund für eine Priorisierung in den Bereichen Pflege und Krankenhaus sowie beim medizinischen Personal starkmachen.

12.00 Uhr: Mehr als 10.000 Neuinfizierte!

Die Corona-Inzidenz hat in Niedersachsen erneut zugenommen. Die Zahl der Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Morgen auf 512,4. Gestern lag der Wert bei 462,4, vor einer Woche bei 362,6. Die Neuinfektionen überschritt mit 10.705 die Zehntausender-Grenze. Noch am Mittwoch lag die Zahl bei 6663 Neufällen. 15 Todesfälle kamen hinzu.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 543,9
  • Gifhorn: 425,4
  • Goslar: 374,9
  • Region Hannover: 542,6
  • Helmstedt: 339,8
  • Peine: 394,6
  • Salzgitter: 808,7
  • Wolfenbüttel: 351,9
  • Wolfsburg: 512,8

Nach wie vor war Delmenhorst die Stadt in Niedersachsen mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz von aktuell 1.407,7. Die Landkreise Harburg (977,3) und Verden folgten mit Werten von 977,3 und 882,4.

Zentraler Indikator zur Bewertung der Situation im Land ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in die Kliniken aufgenommen wurden. Dieser Wert wuchs von 5,6 am Vortag auf 5,9. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten sank hingegen von 5,4 Prozent am Mittwoch auf 4,9 Prozent am Donnerstag.

6.00 Uhr: Johnson & Johnson – Landkreis für Übergangsfrist

Von einem Tag auf den anderen Tag nicht mehr vollständig geimpft oder geboostert - das gilt für Menschen in Deutschland, die eine Corona-Impfung von Johnson & Johnson bekommen haben. Der Landkreis Osnabrück hat entsprechende Übergangsfristen in der niedersächsischen Corona-Verordnung gefordert.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, als geimpft mit vollständigem Grundschutz gelte man in Deutschland nun erst, wenn auf die Johnson & Johnson-Erstimpfung eine zweite Impfung folgt - möglichst mit einem mRNA-Vakzin wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna. Der vollständige Schutz ist etwa für die Einhaltung von 2G-Zugangsregeln nötig.

Der Landkreis Osnabrück teilte mit: „Die neuen Regeln bedeuten allerdings auch: Menschen, die zunächst mit Johnson & Johnson geimpft wurden, gelten nach der Zweitimpfung nun nicht mehr als geboostert und erhalten diesen Status erst wieder mit der dritten Impfung. Da viele Betroffene nun aber noch warten müssen, bis die Dreimonatefrist – die aus medizinischer Sicht für den größtmöglichen Schutz notwendig ist – bis zur dritten Impfung abgelaufen ist, können sie sich auch nicht umgehend boostern.“

Der Landkreis fordere das Land daher auf, die Verordnung zumindest dahingehend zu ändern, dass die Betroffenen mit zwei Impfungen - zunächst Johnson & Johnson, dann ein weiterer Impfstoff - solange weiterhin als geboostert gelten, bis sie nach Ablauf von drei Monaten ihre Drittimpfung erhalten können.

Heute zählen in einigen Bundesländern Johnson &J ohnson-Erstgeimpfte nach nur einer weiteren Impfung schon als „geboostert“, wenn es um 2G-plus-Regeln geht und Eintritt nur Geimpften und Genesenen gestattet ist, die zudem getestet sind oder eine Auffrischungsimpfung erhalten haben.

Mittwoch, 19. Januar

13.53 Uhr: Landesregierung weiterhin für Impfpflicht

Trotz zunehmender kritischer Stimmen ist die niedersächsische Landesregierung weiter dafür, im Kampf gegen das Coronavirus eine Impfpflicht in Deutschland einzuführen. „Wenn man auf Nummer sicher gehen will und für etwaige weitere Varianten nach Omikron gut gerüstet sein möchte, dann brauchen wir eine allgemeine Impfpflicht“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Freitag in Hannover. „Und zwar durchaus ab 18 Jahren, um die Erwachsenenwelt wirklich vorbereitet zu haben auf etwaige weitere Wellen im Herbst und im Winter.“

Die rot-schwarze Landesregierung wolle unbedingt verhindern, dass weitere drastische Schutzmaßnahmen nötig seien, bei denen die Wirtschaft wieder heruntergefahren werden müsse und die viele Menschen in ihren Bewegungsmöglichkeiten einschränkten. Andere Tendenzen nehme sie in der Landesregierung derzeit nicht wahr, sagte Pörksen.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte eine Impfpflicht wiederholt befürwortet. Zuletzt äußerten jedoch unter anderem Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft Zweifel an einer Impfpflicht. Am Montag (24. Januar) kommt die Bund-Länder-Runde zu ihren nächsten Corona-Beratungen zusammen.

10.55 Uhr: Corona-Inzidenz steigt minimal

Die Corona-Inzidenz in Niedersachsen ist minimal gestiegen. Am Mittwoch betrug sie nach Angaben der Landesregierung 462,4 – so viele Neuansteckungen mit dem Covid-19-Erreger wurden auf 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet während einer Woche registriert. Am Dienstag lag dieser Wert bei 461, vor einer Woche bei 337,1. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) kamen zuletzt 6663 weitere Fälle hinzu, außerdem starben zwölf Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen verzeichnete weiterhin die Stadt Delmenhorst mit einem Wert von 1329. Danach folgten der Landkreis Harburg (900,7) und der Landkreis Verden (846,7). Die niedrigste Inzidenz meldete die Stadt Wilhelmshaven mit 218,1.

Zentraler Indikator zur Bewertung der Situation im Land ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in die Kliniken aufgenommen wurden. Dieser Wert wuchs von 5,2 am Vortag auf jetzt 5,6. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten stieg bis zum Mittwochmorgen leicht von 5,3 auf 5,4 Prozent.

6.21 Uhr: Traurige Entwicklung – diese Zahl steigt immer weiter an

Die Sicherheitsbehörden in Niedersachsen und Bremen registrieren immer mehr Verfahren wegen gefälschten Impfpässen. „Die Anzahl der von den niedersächsischen Sicherheitsbehörden festgestellten Fälle von falschen Impfpässen ist kontinuierlich und bis in den Dezember 2021 gestiegen“, teilte Katrin Gladitz, Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover mit. Demnach geht das LKA Niedersachsen für das gesamte Jahr 2021 nach vorläufigen Zahlen von Fällen im unteren vierstelligen Bereich aus. In Bremen registrierte die Polizei bislang 190 Strafanzeigen wegen Impfpass-Fälschungen. „Die Strafanzeigen werden stetig mehr, vor zwei Monaten ermittelten wir noch in elf Fällen“, sagte ein Sprecher.

In den Verfahren in Niedersachsen geht es laut LKA um Blankoimpfpässe und Totalfälschungen. Die genaue Zahl von gefälschten Impfpässen im Bundesland ist nicht bekannt. Das LKA weist in ihrer vorläufigen Erfassung sogenannte Anhaltefälle auf. Ein solcher Anhaltefall kann laut dem LKA eine Vielzahl von gefälschten Impfausweisen beinhalten.

Die Mehrheit der Fälle in Niedersachsen wird laut den Ermittlern beim Vorlegen in Apotheken festgestellt, wenn mit dem Pass ein digitaler Impfnachweis ausgestellt werden soll. In letzter Zeit würden Fälle aber auch vermehrt bekannt, indem falsche Impfpässe oder Impfzertifikate etwa in der Gastronomie, in Schwimmbädern oder Bordellen gezeigt werden, teilte die LKA-Sprecherin mit.

Dienstag, 18. Januar

17.40 Uhr: Corona-Testpflicht in Kitas bis Mitte Februar?

Für Kindergartenkinder ab drei Jahren soll nach Vorstellung des niedersächsischen Kultusministers künftig eine Corona-Testpflicht gelten. „Ich unterstütze den Weg zu einer Testpflicht in den Kitas“, sagte SPD-Politiker Grant Hendrik Tonne am Dienstag.

Derzeit werde die Logistik geplant, damit die Tests verlässlich zur Verfügung stehen. Daneben gelte es, die Abstimmung innerhalb der Landesregierung zu dem Thema zu beenden. „Sobald beides steht, wird die Testpflicht scharfgestellt. Auf einen Zeitpunkt legen wir uns heute nicht verbindlich fest, streben aber eine zügige Umsetzung bis circa Mitte Februar an“, erklärte der Minister.

Die Grünen und die Gewerkschaft Verdi hatten am Dienstag erneut Druck gemacht für die Einführung einer Testpflicht an den Kitas. Tonne selbst hatte die Vorgabe bereits Anfang Januar ins Spiel gebracht. „Es freut uns, dass unsere Prüfung der Testpflicht für Kindergartenkinder bei den Kita-Trägern, Kommunen, der Gewerkschaft und Verbänden zunehmend auf ein positives Echo trifft“, sagte er jetzt.

11.31 Uhr: Inzidenzen steigen weiter an

Die Corona-Infektionslage in Niedersachsen verschärft sich weiter. Am Dienstag betrug die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben der Landesregierung 461,0 - so viele Neuansteckungen mit dem Covid-19-Erreger wurden auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet während einer Woche registriert. Damit setzt sich der Trend steigender Werte fort, nach 431,0 am Montag und 417,1 am Sonntag. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) kamen zuletzt 5996 weitere Fälle hinzu, außerdem starben acht Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Zentraler Indikator zur Bewertung der Situation im Land ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb von sieben Tagen pro 100 000 Einwohner neu in die Kliniken aufgenommen wurden. Dieser Wert wuchs von 4,9 am Vortag auf jetzt 5,2. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten sank hingegen bis zum Dienstagmorgen leicht von 5,5 auf 5,3 Prozent.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 546,3
  • Gifhorn: 361,7
  • Goslar: 269,5
  • Helmstedt: 348,6
  • Peine: 402,7
  • Salzgitter: 721,1
  • Wolfenbüttel: 364,4
  • Wolfsburg: 495

Montag, 17. Januar

22.41 Uhr: Teilnehmer greift bei Gegendemo zu Pfefferspray

Am Montagabend gab es in Braunschweig gleich zwei Versammlungen: Eine Corona-Demo und eine Gegendemo von Verdi mit rund 320 Teilnehmern, wie die Polizei mitteilt. Bei der Corona-Demo versammelten sich gegen 18.30 Uhr mehrere Kleingruppen, um gegen die Maßnahmen aufgrund der Covid-Pandemie zu demonstrieren. Angemeldet sei die Demo allerdings nicht gewesen, wie eine Sprecherin der Polizei gegenüber news38.de bestätigte. Rund 600 Personen sollen an den Demos teilgenommen haben.

Im Steinweg wollte die Polizei Teilnehmer der unangemeldeten Corona-Demo kontrollieren. Weil sich die Gruppe bewegte, bildete die Polizei einen Kreis. So sollte die Gruppe nicht mehr weiter gehen können, wie die Sprecherin erklärte. Einer Person gefiel das anscheinend überhaupt nicht, denn die versuchte die Kette zu durchbrechen. Aufgrund des geleisteten Widerstands hat die Polizei eine Anzeige aufgenommen.

Auch im Magniviertel hat die Polizei eine Gruppe von Teilnehmern stoppen wollen und eine Kette gebildet. Eine Person hatte dabei ebenfalls versucht die Kette zu durchbrechen und leistete Widerstand. Die Polizei hat auch hier ein Verfahren eingeleitet, wie die Polizeisprecherin bestätigte.

Auf der angemeldeten Gegen-Demo gab es ziemlich Stress, wie die Polizei auf Twitter mitteilte. Auf dem Schlossplatz in Braunschweig hat ein Teilnehmer zum Pfefferspray gegriffen – wodurch rund fünf Teilnehmer und der Sprüher selbst verletzt wurden, wie aus einer Pressemitteilung von Verdi hervorgeht. Auch eine Polizistin bekam etwas von dem Spray ab. Warum es zum Einsatz mit dem Pfefferspray kam, konnte die Sprecherin noch nicht genau sagen. Die Polizei teilte mit, dass gegen den Teilnehmer ein Verfahren eingeleitet wurde.

Der Versammlungsleiter Sebastian Wertmüller äußerte sich zu dem Vorfall: „Es macht einen fassungslos, dass Menschen, die an einer friedlichen Versammlung teilenehmen, Opfer einer Pfeffersprayattacke werden können. Auch wenn wir über die Täter noch nichts wissen: Es haben sich viele Nazis (auch aus anderen Städten) rund um unsere Kundgebung herumgetrieben.“

Die Corona-Gegendemo war am Montag bereits um 19.30 Uhr zu Ende. Gegen 21.30 Uhr waren auch die Corona-Demonstranten nicht mehr in der Innenstadt, wie die Polizei mitteilt.

11.49 Uhr: Lage bleibt weiter angespannt

In Niedersachsen bleibt die Corona-Lage weiterhin angespannt. Die Inzidenz lag am Montag nach Angaben der Landesregierung bei 431,0 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen einer Woche - am Vortag betrug dieser Wert 417,1. Landesweit wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) 2582 neue Covid-19-Fälle registriert, weitere Todesfälle kamen nicht hinzu.

Zentraler Indikator zur Bewertung der Lage im Land ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Covid-19-Patienten innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den Krankenhäusern aufgenommen wurden. Dieser Wert stieg im Vergleich zum Vortag leicht um 0,1 Punkte auf nun 4,9, Die landesweite Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten sank indes von 6,3 Prozent auf 5,5 Prozent.

Die höchste Inzidenz in Niedersachsen verzeichnete weiterhin die Stadt Delmenhorst mit einem Wert von 1240 gefolgt vom Landkreis Verden (846,8) und dem Landkreis Harburg (753,9). Den niedrigsten Inzidenzwert wies der Landkreis Wittmund mit 193,4 aus.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 532,3
  • Gifhorn: 363,4
  • Goslar: 260,6
  • Helmstedt: 307
  • Peine: 379,8
  • Salzgitter: 601,7
  • Wolfenbüttel: 348,5
  • Wolfsburg: 477,2

07.18 Uhr: Ungeimpfte Angestellte in Arztpraxen können entlassen werden

Ungeimpften Beschäftigten in Hausarztpraxen drohen einem Zeitungsbericht zufolge angesichts der Impfpflicht ab Mitte März zunächst Abmahnungen und später gegebenenfalls Kündigungen. Das berichtet das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Montag) unter Berufung auf ein Informationspapier des Deutschen Hausärzteverbandes. Für Beschäftigte in der Gesundheits- und Pflegebranche gilt ab dem 15. März eine einrichtungsbezogene Impfpflicht.

Wie aus dem Papier hervorgehe, müssen Mitarbeitende bis zum Ablauf des 15. März einen Nachweis über eine Impfung oder Genesung vorlegen, berichten die Zeitungen des Netzwerks. Alternativ komme ein ärztliches Zeugnis darüber infrage, dass sie auf Grund einer medizinischen Kontraindikation nicht gegen Corona geimpft werden können. Wenn sie dem nicht nachkämen, dürften die Betroffenen in der Arztpraxis weder tätig sein noch beschäftigt werden.

„Das Gesundheitsamt kann gegenüber den betroffenen Personen ein Verbot aussprechen, die Arztpraxis zu betreten oder in dieser tätig zu sein“, heißt es in dem Schreiben, das der Verband an die Praxen schickte. Dann entfalle auch der Anspruch auf Vergütung. Wenn sich der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin weiterhin weigere, einen Impfnachweis vorzulegen, könne als letztes Mittel eine Kündigung in Betracht kommen. Zunächst müssten aber Abmahnungen ausgesprochen werden.

Der Hausärzteverband gehe jedoch nicht davon aus, dass viele Beschäftigte von Abmahnungen und Kündigungen betroffen sein werden.

„Der überragend große Teil der Hausärztinnen und Hausärzte und des Praxispersonals haben sich bereits früh impfen lassen - sowohl aus Selbstschutz, als auch natürlich um die Patientinnen und Patienten zu schützen“, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt den Zeitungen. „Daher wird die Zahl derer, die von den neuen Regelungen zur Impfpflicht in den Praxen betroffen sein werden, eher klein sein.“

06.15 Uhr: Gewalttätige Corona-Demos sollen konsequent unterbunden werden

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat ein konsequentes Durchgreifen des Staates gegen Regelverstöße und Gewalt bei Protesten gegen die Corona-Politik angekündigt. „Wer sich den Maßnahmen der Polizei widersetzt oder versucht, mit rücksichtsloser Gewalt oder sogar einem Kind vor dem Bauch eine Polizeisperre zu durchbrechen, macht deutlich, dass es um Aggression und einen Angriff auf den Staat geht. Und das werden wir uns, stellvertretend für die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, nicht gefallen lassen“, sagte der SPD-Politiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag).

„Es wird von einer Diktatur und von Faschisten gesprochen, es wird von Gewalt und Verschwörungen geredet. Und daran erkennt man, dass es vielen derjenigen, die auf die Straße gehen, eigentlich nicht um die Corona-Maßnahmen geht, sondern vielmehr um eine Verächtlichmachung und Verunglimpfung des Staates und der Demokratie“, betonte Pistorius. Hier werde der „wehrhafte Rechtsstaat“ sehr genau aufpassen und einschreiten, wo immer es notwendig sei.

Sonntag, 16. Januar

8.54 Uhr: Zehntausende Verstöße gegen die Corona-Regeln in Niedersachsen

Mindestens 40.000 Ordnungswidrigkeiten gegen Corona-Maßnahmen hat es in Niedersachsen seit Beginn der Pandemie gegeben. Wie das Innenministerium in Hannover der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, beziehe sich die Zahl auf den Zeitraum von Anfang April 2020 bis Anfang Januar dieses Jahres.

Um was für Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten es sich dabei handelt, ist den Angaben zufolge unklar. Verstöße gegen die Corona-Verordnung, wie etwa das Missachten der Maskenpflicht oder der Abstandsregelung, sind in der Regel Ordnungswidrigkeiten. Bei Verstoß gegen die Corona-Verordnung können Bußgelder bis zu 25.000 Euro anfallen.

Das Innenministerium wies darauf hin, dass die Polizeibehörden entsprechende Verstöße und Daten unterschiedlich erfassen und weiterleiten. Somit sei es schwierig, valide Daten zu den Verstößen zu erhalten. Die Polizei erfasse nicht diejenigen Verfahren, die durch Ordnungsämter oder Gesundheitsbehörden unmittelbar eingeleitet wurden. Einige Dienststellen leiteten etwa entsprechende Vergehen mit einer Sammelanzeige direkt an das zuständige Gesundheitsamt weiter und nicht in ein polizeiliches Bearbeitungssystem. Somit dürfte die tatsächliche Zahl der Verstöße noch höher liegen.

Samstag, 15. Januar

11.13 Uhr: Immer mehr gefälschte Impfpässe in Niedersachsen

In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr zunehmend Impfnachweise gegen das Coronavirus gefälscht worden. „Die Anzahl der von den niedersächsischen Sicherheitsbehörden festgestellten Fälle von falschen Impfpässen ist kontinuierlich und bis in den Dezember 2021 gestiegen“, sagte die Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA), Katrin Gladitz, auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Dabei erfassten die Behörden sogenannte „Anhaltefälle“, bei denen die Täter zum Teil eine Vielzahl gefälschter Dokumente bei sich hatten. Auch deshalb lasse sich die Zahl der gefälschten Pässe nicht nennen.

Zudem stammten die aktuellen Zahlen noch nicht aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik und seien noch vorläufig. Die Ermittlungen in den zugrundeliegenden Fällen dauerten vielfach noch an, erläuterte sie. Die meisten Täterinnen und Tätern würden nach wie vor in den Apotheken erwischt, wo sie mit gefälschten Impfnachweisen digitale Zertifikate erhalten wollten, sagte Gladitz. „Grundsätzlich appelliert das LKA Niedersachsen weiterhin, keine Fotos von echten Impfpässen etwa in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, auf denen Chargen-Nummern oder Ähnliches zu erkennen sind“, betonte sie. „Dies könnte Fälschern als Vorlage dienen.“

Seit einer Gesetzesänderung Ende November kann das Fälschen von Impfpässen mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden. Strafbar macht sich auch, wer gefälschte Impfausweise verwendet. Darauf steht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums werden Fälschungen von Impfpässen nicht gesondert erfasst, sondern gehen als Urkunden-Straftaten in die Statistik ein. Zahlen über Verurteilungen gebe es deshalb nicht. Allerdings mache der nötige zeitliche Vorlauf es unwahrscheinlich, dass es bereits eine größere Zahl von Verurteilungen gegeben hat.

Freitag, 14. Januar

16.55 Uhr: Erneuter Corona-Fall bei Eintracht Braunschweig

In der Mannschaft von Eintracht Braunschweig hat sich ein weiterer Corona-Verdachtsfall durch die PCR-Testung bestätigt. Der betroffene Spieler befindet sich in häuslicher Isolation, heißt es seitens des Vereins. Um welchen Spieler es sich handelt, ist nicht bekannt gegeben worden.

Alle weiteren Tests bei der Mannschaft sowie dem Trainer- und Betreuerstab seien in dieser Woche negativ ausgefallen. Bereits seit Anfang des Jahres ist bekannt, dass es mehrere Corona-Fälle bei den Löwen gibt.

11.26 Uhr: Stadt Salzgitter verlängert die Maskenpflicht

Die Stadt Salzgitter reagiert auf den Anstieg der Inzidenzen durch die voranschreitende Ausbreitung der Omikronvariante und verlängert die Allgemeinverfügung zum Tragen einer FFP2-Maske, KN 95 beziehungsweise eines gleichwertigen Schutzniveaus bei Versammlungen.

Die Maskenpflicht bei angemeldeten und unangemeldeten Versammlungen gilt bereits seit dem 7. Januar und wird nun verlängert.

Aufgrund der gestiegenen Inzidenz, die am Freitag bei 526,64 lag und die auf die sich vermehrt ausbreitende Virusvariante zurückzuführen ist, wird die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung des genannten Schutzniveaus ab dem 15. Januar auch auf Wochenmärkte ausgeweitet. Diese Maßnahmen gelten zunächst bis zum 2. Februar 2022.

7.39 Uhr: Melanie Brinkmann aus Braunschweig bei Maybrit Illner

Die Braunschweiger Top-Virologin Melanie Brinkmann war am Donnerstagabend zu Gast in der Polit-Talkshow von Maybrit Illner. Das Thema: „Welle oder Wende – ändert Omikron die Corona-Politik?“. Sie kritisiert vor allem, dass die Inzidenz-Zahlen zuletzt nicht aktuell und verlässlich gewesen seien. Die Bundesrepublik war im „Blindflug“.

Sie erklärt, dass sich das Virus entscheidend verändert habe und sich auch die Ansteckungsart verändert habe. Problematisch sei jdoch, dass die Impfstoffe gegen Omikron nicht mehr so Wirksam seien, wie noch gegen die Delta-Variante.

Der Booster sei aber sehr wirksam. Bei der aktuellen Infektionsdynamik sei die Impfung aktuell aber leider egal. Denn auch die Geimpften würden zu dieser Dynamik beitragen und dies sei das große Problem. Die gute Nachricht sei aber nach wie vor, dass dreifach Geimpfte einen sehr guten Schutz in sich tragen und ihr individuelles Risiko sehr stark reduziert haben.

(dpa/red)