Niedersachsen 

Corona in Niedersachsen: Neue Beschlüsse! ++ Salzgitter erinnert an die Toten

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. In Krisen geben sie einigen Menschen demnach zumindest ein Gefühl von Kontrolle zurück.

Beschreibung anzeigen

Hannover. Das Corona-Virus breitet sich auch in Niedersachsen weiter aus. Die Inzidenzen schießen nach oben, Omikron verbreitet sich.

Bund und Länder haben am Montag einmal mehr über den weiteren Kurs in der Corona-Pandemie beraten. Für die Menschen in Niedersachsen sind zunächst mal keine großen Veränderungen zu erkennen.

Die aktuelle Corona-Entwicklung in Niedersachsen – speziell in der Region38 – kannst du hier nachlesen.

Corona in Niedersachsen: Hier alle News im Überblick

++ HIER den News-Blog aktualisieren ++

Montag, 24. Januar

21.31 Uhr: Wieder Demos in der Region

Am Abend sind auch wieder Corona-Kritiker mit selbsternannten „Querdenkern“, Verschwörungstheoretikern und Neonazis auf die Straßen gegangen.

Hunderte Menschen seien zum Beispiel in Braunschweig und Salzgitter auf den Straßen gewesen, so die Polizei. Friedlich.

Unter anderem in Salzgitter gab es eine Veranstaltung, die denen Menschen gedachte, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben sind.

20.56 Uhr: Weil: Schutzmaßnahmen aufrechterhalten

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich nach den Bund-Länder-Beratungen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie für eine Fortsetzung der bestehenden Maßnahmen ausgesprochen. „Wir befinden uns inmitten einer harten Infektionswelle, die noch längst nicht abgeklungen ist. Bis dahin aber müssen wir die aktuellen Schutzmaßnahmen noch eine Zeit lang aufrechterhalten und geduldig und vorsichtig bleiben“, sagte Weil laut einer am Montagabend in Hannover verbreiteten Mitteilung.

Der Regierungschef warb einmal mehr für die Corona-Schutzimpfungen. „Nur wenn wir eine sehr hohe Impfquote vorweisen können, haben wir eine gute Chance, dass wir im nächsten Herbst und Winter nicht erneut das gesellschaftliche Leben herunterfahren müssen.“ Mit Blick auf den Schulunterricht sagte Weil, es gebe derzeit keinen Anlass, entsprechende Überlegungen anzustellen wie Berlin. In der Hauptstadt wird von Dienstag an die Präsenzpflicht an Schulen vorläufig ausgesetzt.

Noch bis zum 2. Februar ist die derzeitige Corona-Verordnung in Niedersachsen datiert. Die bestehenden Maßnahmen wie etwa keine Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen sowie dem Schließen von Diskotheken, soll im Bundesland verlängert werden. Ein konkretes Datum stand am Montagabend noch nicht fest - voraussichtlich wird dies aber bis Ende Februar sein.

Entgegen früheren Überlegungen soll die Herabstufung der Altersgrenze bei den 2G-plus-Regeln nun voraussichtlich doch nicht kommen. Weil schloss nicht aus, dass dies zu einem späteren Zeitpunkt in der Pandemie erfolgen könnte und warb ein weiteres Mal für die Corona-Schutzimpfungen auch in dieser Altersgruppe. Bislang sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von den 2G-plus-Regeln ausgenommen, müssen also nicht geimpft sein, um etwa ins Restaurant oder Kino gehen zu können.

Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte vor rund zwei Wochen angekündigt, die 2G-Ausnahme für Jugendliche solle mit der kommenden Corona-Verordnung entfallen, legte sich aber auf kein neues Mindestalter fest.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) forderte erneut die Verlängerung der Bundeswirtschaftshilfen. „Der Bund muss einen späteren Zeitpunkt in den Blick nehmen. Wir werden im März voraussichtlich noch in der Pandemie stecken, zumindest aber noch deren wirtschaftliche Folgen spüren.“

Wegen Engpässen bei den zuverlässigeren PCR-Tests soll es Priorisierungen geben. Bund und Länder verweisen auf einen Beschluss der Gesundheitsminister, wonach besonders gefährdete Menschen und deren Betreuer und Behandler Vorrang haben sollen, also etwa Bewohner und Personal von Pflegeheimen. Die bestehenden Regeln sollen entsprechend angepasst werden, zudem will man sich um mehr Kapazitäten für PCR-Tests bemühen.

11.20: Ansteckungsrate steigt weiter

Das Coronavirus breitet sich in Niedersachsen weiter aus. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) am Montag auf 689,4 – nach 663,9 am Vortag. So viele Menschen je 100.000 Einwohner infizierten sich laut RKI binnen sieben Tagen neu. Insgesamt wurden 4479 neue Corona-Fälle registriert, 4 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus wurden gemeldet.

Zentraler Indikator zur Bewertung der Lage im Land ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb von sieben Tagen pro 100 000 Einwohner neu in den Kliniken aufgenommen wurden. Der entsprechende Wert stieg am Montag auf 6,6 nach 6,5 am Sonntag. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten stieg von 4,5 Prozent auf 4,7 Prozent. Bis zum 2. Februar gilt landesweit die Warnstufe 3.

Die Stadt Delmenhorst blieb laut Landesgesundheitsamt Spitzenreiter bei den niedersächsischen Infektionszahlen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1486,4. Der Landkreis Harburg folgte mit einem Wert von 1194,8, gefolgt von der Stadt Salzgitter mit 1130,3.

In der Landesregierung bleibe Umweltminister Olaf Lies (SPD) nach zwei positiven PCR-Tests weiter in Isolation, sagte ein Sprecher am Montag. Lies arbeite zuhause und nehme online Termine wahr.

9.40 Uhr: 2G auch für Jugendliche? Landesschülerrrat geht auf die Barrikaden

Der Landesschülerrat warnt vor einer Ausweitung der 2G-Regel auf Jugendliche unter 18 Jahren. „Das ist absolut nicht okay“, sagte der kommissarische Landesschülersprecher Justus Scheper der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ vom Montag. „Jugendliche unter 18 Jahren können selbst nicht frei entscheiden, ob sie sich impfen lassen, denn sie stehen unter der Vormundschaft ihrer Eltern.“ Wenn die Eltern das Impfen verweigerten, schränke das die Kinder ein. „Sie können wichtige Erfahrungen nicht machen.“

Während Erwachsene in Niedersachsen an vielen Orten nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen (2G) sind, sind Jugendliche bislang ausgenommen. Die Landesregierung will dies ändern, hat sich aber noch nicht auf ein neues Mindestalter festgelegt.

Für die Schülerinnen und Schüler an den Schulen sei „eine Art Corona-Normalität eingekehrt“, sagte Scheper der Zeitung. „Wenn man die fehlenden Luftfilter mal ausnimmt, besteht jetzt flächendeckend ein guter Schutz in der Schule.“ Deshalb plädierte er dafür, dass die Schulen weiter beim Präsenzunterricht bleiben.

6.19 Uhr: Behrens wagt Omikron-Prognose – „Inzidenzen von 2.000 und mehr“

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens rechnet für Mitte Februar mit bundesweit täglich bis zu 400.000 neuen Corona-Fällen. Der Gipfel der Omikron-Welle werde voraussichtlich am 15. Februar erreicht – „dann sind wir bei Inzidenzen von 2000 und mehr“, sagte die SPD-Politikerin der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) nach der Konferenz der Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern.

Von einer ins Gespräch gebrachten Impfpflicht ab einem Alter von 50 Jahren hält die Ministerin ihren Worten zufolge nichts. „Die Impflicht sollte ab 18 gelten. Jede weitere Beschränkung bringt Abgrenzungsprobleme mit sich“, sagte sie. „Außerdem sind die meisten Ungeimpften unter 50 Jahre alt.“

Behrens forderte die Bundesregierung auf, möglichst schnell im Sinne einer allgemeinen Impfpflicht zu entscheiden. Sorge bereite ihr, dass die Impflücke von knapp 800.000 Menschen über 18 in Niedersachsen nicht mehr wesentlich schrumpfe.

Sonntag, 23. Januar

10.58 Uhr: Zahl der Corona-Erkrankungen steigt deutlich

In Niedersachsen steigen die Corona-Zahlen unaufhaltsam an. Jetzt hat das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntag rund 8.724 Neuinfektionen im Bundesland gemeldet. In Niedersachsen ist damit ein neuer Höchstwert erreicht worden, wie der NDR berichtet. Bei 663,9 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt die Inzidenz jetzt im gesamten Bundesland. Zum Vergleich: Gestern lag der noch bei 621,2.

Braunschweig erreicht den bisherigen Höchstwert von 687 – Es scheint nur noch eine Frage der Zeit bis die Inzidenz die 700 knackt. Lediglich in Wolfenbüttel und Salzgitter ist die Covid-Inzidenz gesunken – die lag am Samstag noch bei 365 beziehungsweise 1170.

Die Stadt mit der landesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz von zuletzt 1486 blieb Delmenhorst – sie sank dort aber leicht von 1529 am Samstag. Der Landkreis Harburg und Salzgitter folgten mit Werten von 1216 und 1130.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 687
  • Gifhorn: 510
  • Goslar: 619
  • Region Hannover: 775
  • Helmstedt: 481
  • Peine: 566
  • Salzgitter: 1130
  • Wolfenbüttel: 346
  • Wolfsburg: 566

Samstag, 22. Januar

10.06 Uhr: Jeder sechste Erwachsene in Niedersachsen ist ungeimpft

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich für eine schnelle Entscheidung im Bundestag über eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. „Es tut dem Thema nicht gut, wenn es zu lange ungeklärt bleibt, zumal die Impflücke in Deutschland kaum kleiner wird“, sagte Weil der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“. Die vielen Impfappelle hätten leider keine ausreichende Wirkung gezeigt.

In Niedersachsen sei noch jeder sechste Erwachsene ungeimpft, betonte Weil: „Das sind einfach zu viele.“ Es gehe darum, den wiederkehrenden Kreislauf von Infektionswellen und Entspannungsphasen zu durchbrechen und zur Normalität zurückzukehren. „das wird nur mit einer Impfpflicht gelingen, fürchte ich.“

Als Sanktionen seien Geldbußen denkbar, sagte der Ministerpräsident: „Eine viel stärkere Wirkung sehe ich allerdings im gesellschaftlichen Bereich, zum Beispiel bei 2G am Arbeitsplatz.“ Ob Ungeimpfte Zusatzbeiträge für die Krankenversicherung zahlen sollten, müsse sorgfältig diskutiert werden.

Freitag, 21. Januar

20.16 Uhr: Laborkapazitäten werden knapp – jetzt soll ein Landesamt helfen

Die Grünen in Niedersachsen wollen das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Tests auf das Coronavirus einbinden. „Dort könnten täglich bis zu 1500 Proben untersucht werden, auch PCR-Tests“, sagte Meta Janssen-Kucz, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, der Oldenburger „Nord-Westzeitung“ (Samstag). Zu Beginn der Pandemie 2020 habe das Laves bereits bei der Auswertung geholfen. Dies sollte jetzt wieder geschehen, weil angesichts der Fallzahlen in der Omikron-Welle die Labor-Kapazitäten knapp werden.

Niedersachsen solle auch ohne den Bund festlegen, welche PCR-Tests Priorität haben, sagte Janssen-Kucz. Sie sollten vorrangig für Angestellte der kritischen Infrastruktur, in Medizin- und Pflegeberufen sowie zur Diagnostik bei gefährdeten Patienten zur Verfügung stehen. PCR-Tests gelten als besonders zuverlässig.

14.56 Uhr: Gesundheitsämter schränken wegen Omikron die Kontaktnachverfolgung ein

Erste Kreise in Niedersachsen schränken die Kontaktnachverfolgung in ihren Gesundheitsämtern ein. Grund sei die große Zahl an Corona-Neuinfektionen durch die Omikron-Welle. Die betroffenen Landkreise konzentrierten sich deshalb unter anderem auf Risikogruppen bei der Nachverfolgung der Infektionsketten. Unter den gegenwärtigen Umständen sei die Kontaktnachverfolgung schlicht nicht mehr leistbar, sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Hubert Meyer am Freitag.

Die Gesundheitsämter würden es trotz Unterstützung, etwa des Landes und der Bundeswehr, bereits nur noch mit Mühe schaffen, Corona-Infizierte zeitnah zu informieren, sagte Meyer. Mehrere Landkreise wie Goslar oder Aurich meldeten deshalb, dass sie sich bei der Kontaktnachverfolgung auf bestimmte Bereiche wie den Gesundheitssektor oder Schulen konzentrierten.

Die Kontaktnachverfolgung sei nach wie vor ein wichtiges Instrument, damit sich die Infektionen nicht weiter ausbreiten, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag in Hannover. Im Anbetracht der Lage sei es allerdings sinnvoll, wenn sich die Gesundheitsämter auf gefährdete Menschen konzentrieren würden. Regierungssprecherin Anke Pörksen betonte, dass es wichtig sei, dass die Menschen ihre Kontakte auch selbst nachverfolgen.

11.37 Uhr: Immer mehr Neuinfektionen

Die Corona-Inzidenz in Niedersachsen legt unaufhaltsam weiter zu.

Die Zahl der Neuinfektionen bezogen auf
100.000 Einwohner binnen einer Woche stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts auf 571,2 – nach 512,3 gestern. Insgesamt 11.332 Neuinfektionen wurden registriert, zehn Menschen starben an oder mit Covid-19.

Die Stadt mit der landesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz von zuletzt 1376,7 blieb Delmenhorst – sie sank dort aber leicht von 1407,7 am Donnerstag. Der Landkreis Harburg und Salzgitter folgten mit Werten von 1.009,3 und 991,7.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 575,7
  • Gifhorn: 443,5
  • Goslar: 437,3
  • Region Hannover: 626,7
  • Helmstedt: 384,6
  • Peine: 437,3
  • Salzgitter: 991,7
  • Wolfenbüttel: 362,8
  • Wolfsburg: 520,0

Zentraler Indikator zur Bewertung der Lage im Land ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in die Kliniken aufgenommen wurden. Dieser Wert stieg von 5,9 gestern auf jetzt 6,1. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten stagnierte bei 4,9 Prozent. Bis einschließlich 2. Februar gilt landesweit die Warnstufe 3.

Donnerstag, 20. Januar

13.36 Uhr: Mehr Geld für Vereine

Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat Sportvereinen in Niedersachsen im Rahmen des Corona-Sonderprogramms erhöhte Fördergelder angekündigt. Statt der bislang 100.000 dürfen Vereine im Jahr 2022 nun bis zu 150.000 Euro abrufen. „Um den von den andauernden Einschränkungen besonders betroffenen Sportvereinen unter die Arme zu greifen, haben wir erneut eine Erhöhung der Maximalfördersumme für Sportvereine um zusätzliche 50.000 Euro auf den Weg gebracht“, wird der Politiker in einer Mitteilung zitiert.

Pistorius nannte das „unberechenbare“ Coronavirus als Grund für die Erhöhung. „Sportvereine mit eigenen Sportanlagen, Vereinsgaststätten, Kursangeboten und solche, die einen Großteil ihrer Einnahmen durch Sportveranstaltungen generieren, sind besonders schwerwiegend betroffen“, erklärte der 61-Jährige. Die Unterstützung soll „möglichst bürokratiearm“ und „bedarfsgerecht“ erfolgen, kündigte er an.

Das Corona-Sonderprogramm existiert seit Sommer 2020. Vom Gesamtvolumen in Höhe von sieben Millionen Euro sind bislang nach Angaben des Ministeriums 5,2 Millionen Euro an die Vereine gegangen. Für 2022 stehen demnach noch 1,8 Millionen Euro zur Verfügung.

13.00 Uhr: Behrens rechnet mit weiter wachsender Omikron-Welle

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) rechnet mit einer weiter wachsenden Omikron-Welle. „Auch wenn die Infektionszahlen seit dem Jahreswechsel in Niedersachsen bereits auf Rekordwerte gestiegen sind, müssen wir davon ausgehen, dass uns der Höhepunkt der Omikron-Welle erst noch bevorsteht“, so Behrens zur „HAZ“. Wann genau dieser Punkt erreicht sein werde, hänge vom Verhalten aller ab.

Die Kapazitäten für PCR-Tests sind in Niedersachsen laut Gesundheitsministerium zunehmend ausgereizt. Das Land will sich nach Angaben eines Sprechers beim Bund für eine Priorisierung in den Bereichen Pflege und Krankenhaus sowie beim medizinischen Personal starkmachen.

12.00 Uhr: Mehr als 10.000 Neuinfizierte!

Die Corona-Inzidenz hat in Niedersachsen erneut zugenommen. Die Zahl der Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Morgen auf 512,4. Gestern lag der Wert bei 462,4, vor einer Woche bei 362,6. Die Neuinfektionen überschritt mit 10.705 die Zehntausender-Grenze. Noch am Mittwoch lag die Zahl bei 6663 Neufällen. 15 Todesfälle kamen hinzu.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 543,9
  • Gifhorn: 425,4
  • Goslar: 374,9
  • Region Hannover: 542,6
  • Helmstedt: 339,8
  • Peine: 394,6
  • Salzgitter: 808,7
  • Wolfenbüttel: 351,9
  • Wolfsburg: 512,8

Nach wie vor war Delmenhorst die Stadt in Niedersachsen mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz von aktuell 1.407,7. Die Landkreise Harburg (977,3) und Verden folgten mit Werten von 977,3 und 882,4.

Zentraler Indikator zur Bewertung der Situation im Land ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in die Kliniken aufgenommen wurden. Dieser Wert wuchs von 5,6 am Vortag auf 5,9. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten sank hingegen von 5,4 Prozent am Mittwoch auf 4,9 Prozent am Donnerstag.

6.00 Uhr: Johnson & Johnson – Landkreis für Übergangsfrist

Von einem Tag auf den anderen Tag nicht mehr vollständig geimpft oder geboostert - das gilt für Menschen in Deutschland, die eine Corona-Impfung von Johnson & Johnson bekommen haben. Der Landkreis Osnabrück hat entsprechende Übergangsfristen in der niedersächsischen Corona-Verordnung gefordert.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, als geimpft mit vollständigem Grundschutz gelte man in Deutschland nun erst, wenn auf die Johnson & Johnson-Erstimpfung eine zweite Impfung folgt - möglichst mit einem mRNA-Vakzin wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna. Der vollständige Schutz ist etwa für die Einhaltung von 2G-Zugangsregeln nötig.

Der Landkreis Osnabrück teilte mit: „Die neuen Regeln bedeuten allerdings auch: Menschen, die zunächst mit Johnson & Johnson geimpft wurden, gelten nach der Zweitimpfung nun nicht mehr als geboostert und erhalten diesen Status erst wieder mit der dritten Impfung. Da viele Betroffene nun aber noch warten müssen, bis die Dreimonatefrist – die aus medizinischer Sicht für den größtmöglichen Schutz notwendig ist – bis zur dritten Impfung abgelaufen ist, können sie sich auch nicht umgehend boostern.“

Der Landkreis fordere das Land daher auf, die Verordnung zumindest dahingehend zu ändern, dass die Betroffenen mit zwei Impfungen - zunächst Johnson & Johnson, dann ein weiterer Impfstoff - solange weiterhin als geboostert gelten, bis sie nach Ablauf von drei Monaten ihre Drittimpfung erhalten können.

Heute zählen in einigen Bundesländern Johnson &J ohnson-Erstgeimpfte nach nur einer weiteren Impfung schon als „geboostert“, wenn es um 2G-plus-Regeln geht und Eintritt nur Geimpften und Genesenen gestattet ist, die zudem getestet sind oder eine Auffrischungsimpfung erhalten haben.

Mittwoch, 19. Januar

13.53 Uhr: Landesregierung weiterhin für Impfpflicht

Trotz zunehmender kritischer Stimmen ist die niedersächsische Landesregierung weiter dafür, im Kampf gegen das Coronavirus eine Impfpflicht in Deutschland einzuführen. „Wenn man auf Nummer sicher gehen will und für etwaige weitere Varianten nach Omikron gut gerüstet sein möchte, dann brauchen wir eine allgemeine Impfpflicht“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Freitag in Hannover. „Und zwar durchaus ab 18 Jahren, um die Erwachsenenwelt wirklich vorbereitet zu haben auf etwaige weitere Wellen im Herbst und im Winter.“

Die rot-schwarze Landesregierung wolle unbedingt verhindern, dass weitere drastische Schutzmaßnahmen nötig seien, bei denen die Wirtschaft wieder heruntergefahren werden müsse und die viele Menschen in ihren Bewegungsmöglichkeiten einschränkten. Andere Tendenzen nehme sie in der Landesregierung derzeit nicht wahr, sagte Pörksen.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte eine Impfpflicht wiederholt befürwortet. Zuletzt äußerten jedoch unter anderem Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft Zweifel an einer Impfpflicht. Am Montag (24. Januar) kommt die Bund-Länder-Runde zu ihren nächsten Corona-Beratungen zusammen.

10.55 Uhr: Corona-Inzidenz steigt minimal

Die Corona-Inzidenz in Niedersachsen ist minimal gestiegen. Am Mittwoch betrug sie nach Angaben der Landesregierung 462,4 – so viele Neuansteckungen mit dem Covid-19-Erreger wurden auf 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet während einer Woche registriert. Am Dienstag lag dieser Wert bei 461, vor einer Woche bei 337,1. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) kamen zuletzt 6663 weitere Fälle hinzu, außerdem starben zwölf Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen verzeichnete weiterhin die Stadt Delmenhorst mit einem Wert von 1329. Danach folgten der Landkreis Harburg (900,7) und der Landkreis Verden (846,7). Die niedrigste Inzidenz meldete die Stadt Wilhelmshaven mit 218,1.

Zentraler Indikator zur Bewertung der Situation im Land ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in die Kliniken aufgenommen wurden. Dieser Wert wuchs von 5,2 am Vortag auf jetzt 5,6. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten stieg bis zum Mittwochmorgen leicht von 5,3 auf 5,4 Prozent.

6.21 Uhr: Traurige Entwicklung – diese Zahl steigt immer weiter an

Die Sicherheitsbehörden in Niedersachsen und Bremen registrieren immer mehr Verfahren wegen gefälschten Impfpässen. „Die Anzahl der von den niedersächsischen Sicherheitsbehörden festgestellten Fälle von falschen Impfpässen ist kontinuierlich und bis in den Dezember 2021 gestiegen“, teilte Katrin Gladitz, Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover mit. Demnach geht das LKA Niedersachsen für das gesamte Jahr 2021 nach vorläufigen Zahlen von Fällen im unteren vierstelligen Bereich aus. In Bremen registrierte die Polizei bislang 190 Strafanzeigen wegen Impfpass-Fälschungen. „Die Strafanzeigen werden stetig mehr, vor zwei Monaten ermittelten wir noch in elf Fällen“, sagte ein Sprecher.

In den Verfahren in Niedersachsen geht es laut LKA um Blankoimpfpässe und Totalfälschungen. Die genaue Zahl von gefälschten Impfpässen im Bundesland ist nicht bekannt. Das LKA weist in ihrer vorläufigen Erfassung sogenannte Anhaltefälle auf. Ein solcher Anhaltefall kann laut dem LKA eine Vielzahl von gefälschten Impfausweisen beinhalten.

Die Mehrheit der Fälle in Niedersachsen wird laut den Ermittlern beim Vorlegen in Apotheken festgestellt, wenn mit dem Pass ein digitaler Impfnachweis ausgestellt werden soll. In letzter Zeit würden Fälle aber auch vermehrt bekannt, indem falsche Impfpässe oder Impfzertifikate etwa in der Gastronomie, in Schwimmbädern oder Bordellen gezeigt werden, teilte die LKA-Sprecherin mit.

Dienstag, 18. Januar

17.40 Uhr: Corona-Testpflicht in Kitas bis Mitte Februar?

Für Kindergartenkinder ab drei Jahren soll nach Vorstellung des niedersächsischen Kultusministers künftig eine Corona-Testpflicht gelten. „Ich unterstütze den Weg zu einer Testpflicht in den Kitas“, sagte SPD-Politiker Grant Hendrik Tonne am Dienstag.

Derzeit werde die Logistik geplant, damit die Tests verlässlich zur Verfügung stehen. Daneben gelte es, die Abstimmung innerhalb der Landesregierung zu dem Thema zu beenden. „Sobald beides steht, wird die Testpflicht scharfgestellt. Auf einen Zeitpunkt legen wir uns heute nicht verbindlich fest, streben aber eine zügige Umsetzung bis circa Mitte Februar an“, erklärte der Minister.

Die Grünen und die Gewerkschaft Verdi hatten am Dienstag erneut Druck gemacht für die Einführung einer Testpflicht an den Kitas. Tonne selbst hatte die Vorgabe bereits Anfang Januar ins Spiel gebracht. „Es freut uns, dass unsere Prüfung der Testpflicht für Kindergartenkinder bei den Kita-Trägern, Kommunen, der Gewerkschaft und Verbänden zunehmend auf ein positives Echo trifft“, sagte er jetzt.

11.31 Uhr: Inzidenzen steigen weiter an

Die Corona-Infektionslage in Niedersachsen verschärft sich weiter. Am Dienstag betrug die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben der Landesregierung 461,0 - so viele Neuansteckungen mit dem Covid-19-Erreger wurden auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet während einer Woche registriert. Damit setzt sich der Trend steigender Werte fort, nach 431,0 am Montag und 417,1 am Sonntag. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) kamen zuletzt 5996 weitere Fälle hinzu, außerdem starben acht Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Zentraler Indikator zur Bewertung der Situation im Land ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb von sieben Tagen pro 100 000 Einwohner neu in die Kliniken aufgenommen wurden. Dieser Wert wuchs von 4,9 am Vortag auf jetzt 5,2. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten sank hingegen bis zum Dienstagmorgen leicht von 5,5 auf 5,3 Prozent.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 546,3
  • Gifhorn: 361,7
  • Goslar: 269,5
  • Helmstedt: 348,6
  • Peine: 402,7
  • Salzgitter: 721,1
  • Wolfenbüttel: 364,4
  • Wolfsburg: 495

(dpa/red)