Niedersachsen 

Corona in Niedersachsen: Noch ein Infizierter bei Eintracht Braunschweig ++ Salzgitter verlängert Maskenpflicht

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. In Krisen geben sie einigen Menschen demnach zumindest ein Gefühl von Kontrolle zurück.

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Hannover. Das Corona-Virus breitet sich auch in Niedersachsen weiter aus. Die Inzidenzen schießen nach oben, Omikron verbreitet sich. Deswegen gibt es Maßnahmen, um die Ausbreitung aufzuhalten.

Die aktuelle Corona-Entwicklung in Niedersachsen – speziell in der Region38 – kannst du hier nachlesen.

Corona in Niedersachsen: Hier alle News im Überblick

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Freitag, 14. Januar

16.55 Uhr: Erneuter Corona-Fall bei Eintracht Braunschweig

In der Mannschaft von Eintracht Braunschweig hat sich ein weiterer Corona-Verdachtsfall durch die PCR-Testung bestätigt. Der betroffene Spieler befindet sich in häuslicher Isolation, heißt es seitens des Vereins. Um welchen Spieler es sich handelt, ist nicht bekannt gegeben worden.

Alle weiteren Tests bei der Mannschaft sowie dem Trainer- und Betreuerstab seien in dieser Woche negativ ausgefallen. Bereits seit Anfang des Jahres ist bekannt, dass es mehrere Corona-Fälle bei den Löwen gibt.

11.26 Uhr: Stadt Salzgitter verlängert die Maskenpflicht

Die Stadt Salzgitter reagiert auf den Anstieg der Inzidenzen durch die voranschreitende Ausbreitung der Omikronvariante und verlängert die Allgemeinverfügung zum Tragen einer FFP2-Maske, KN 95 beziehungsweise eines gleichwertigen Schutzniveaus bei Versammlungen.

Die Maskenpflicht bei angemeldeten und unangemeldeten Versammlungen gilt bereits seit dem 7. Januar und wird nun verlängert.

Aufgrund der gestiegenen Inzidenz, die am Freitag bei 526,64 lag und die auf die sich vermehrt ausbreitende Virusvariante zurückzuführen ist, wird die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung des genannten Schutzniveaus ab dem 15. Januar auch auf Wochenmärkte ausgeweitet. Diese Maßnahmen gelten zunächst bis zum 2. Februar 2022.

7.39 Uhr: Melanie Brinkmann aus Braunschweig bei Maybrit Illner

Die Braunschweiger Top-Virologin Melanie Brinkmann war am Donnerstagabend zu Gast in der Polit-Talkshow von Maybrit Illner. Das Thema: „Welle oder Wende – ändert Omikron die Corona-Politik?“. Sie kritisiert vor allem, dass die Inzidenz-Zahlen zuletzt nicht aktuell und verlässlich gewesen seien. Die Bundesrepublik war im „Blindflug“.

Sie erklärt, dass sich das Virus entscheidend verändert habe und sich auch die Ansteckungsart verändert habe. Problematisch sei jdoch, dass die Impfstoffe gegen Omikron nicht mehr so Wirksam seien, wie noch gegen die Delta-Variante.

Der Booster sei aber sehr wirksam. Bei der aktuellen Infektionsdynamik sei die Impfung aktuell aber leider egal. Denn auch die Geimpften würden zu dieser Dynamik beitragen und dies sei das große Problem. Die gute Nachricht sei aber nach wie vor, dass dreifach Geimpfte einen sehr guten Schutz in sich tragen und ihr individuelles Risiko sehr stark reduziert haben.

Donnerstag, 13. Januar

17.24 Uhr: Wieder Impfstoff-Panne in Hannover

Gut 3.000 Menschen haben an mehreren Impf-Standorten der Region Hannover zu lange gelagerten Moderna-Impfstoff erhalten. Es handele sich ausschließlich um eine bestimmte Charge, die zwischen dem 2. und 11. Januar von Teams der Johanniter-Unfall-Hilfe verimpft worden sei, teilte die Region Hannover am Donnerstag mit. Dieser Impfstoff sei zwischen drei und neun Tage länger gelagert gewesen, als nach aktuellen Bestimmungen in Deutschland vorgesehen.

Es bestehe kein Gesundheitsrisiko, betonte die Behörde. Die betroffenen Personen seien bereits ermittelt worden und würden bis spätestens Samstag per Expressversand informiert. Auch eine Hotline wurde eingerichtet.

Im Fall von Booster-Impfungen mit dem betroffenen Moderna-Vakzin wird empfohlen, sich nach vier bis zwölf Wochen und individueller Rücksprache mit dem Impfarzt vorsichtshalber erneut boostern zu lassen.

Bereits Anfang Januar war es zu einer Impfpanne im Corona-Impfzentrum am Zoo in Hannover gekommen. Nach Regionsangaben erhielten 21 Jungen und Mädchen versehentlich eine für Erwachsene vorgesehene höhere Impfstoffdosis. Aus diesem Grund ist das Impfzentrum am Zoo seit Anfang dieser Woche nur noch für Fünf- bis Elfjährige geöffnet nach vorheriger Terminvereinbarung, nicht mehr für Jugendliche und Erwachsene.

12.18 Uhr: Inzidenz steigt rasant an

Die Zahl der neu erfassten Ansteckungen mit dem Coronavirus in Niedersachsen steigt weiter rasant an. Die Inzidenz lag am Donnerstag nach Angaben der Landesregierung bei 362,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Vortag lag dieser Wert noch bei 337,1. Auch die Werte zur Messung schwerer Verläufe, die eine Krankenhausbehandlung nötig machen, stiegen.

Der Indikator für die Hospitalisierung, der angibt, wie viele Covid-19-Patienten innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner in den Krankenhäusern aufgenommen wurden, legte von 4,6 auf 4,7 leicht zu. Die Auslastung der Intensivbetten im Land mit Covid-19-Patienten stieg von 6,4 auf 6,5 Prozent, lag damit aber noch deutlich unter den Werten zum Jahreswechsel.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 395,1
  • Gifhorn: 334,6
  • Goslar: 211,6
  • Helmstedt: 272,1
  • Peine: 343,8
  • Salzgitter: 502,6
  • Wolfenbüttel: 305,8
  • Wolfsburg: 453,0

07.30 Uhr: 102 Anträge wegen möglicher Impfschäden aus Niedersachsen

Seit Beginn der Corona-Impfkampagne sind bundesweit mindestens 1200 Anträge auf staatliche Versorgungsleistungen nach möglichen Impfschäden gestellt worden. Davon kommen 102 aus Niedersachsen.

Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ, Donnerstagsausgabe) berichtete nach einer Abfrage von Zahlen aus allen 16 Bundesländern, dass dort bislang 1219 Anträge eingegangen seien. Von den eingegangenen Anträgen wurden bisher 54 entschieden und davon wiederum 18 bewilligt, 30 abgelehnt, drei zuständigkeitshalber abgegeben und einer aus sonstigen Gründen erledigt.

Anspruch auf Versorgungsleistungen wegen Impfschäden ergeben sich aus dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). Ein Impfschaden ist demnach „die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung“. Nicht darunter fallen Impfreaktionen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Fieber, die häufig auftreten.

Die meisten Anträge wurden mit 238 in Bayern gestellt, wovon bislang drei bewilligt wurden. Es folgt Nordrhein-Westfalen mit 188 Anträgen und bisher acht Bewilligungen. 102 Anträge gingen in Niedersachsen ein, dort wurde noch keiner anerkannt, 101 in Berlin bei ebenfalls noch keiner Anerkennung.

Mittwoch, 12. Januar

13.38 Uhr: Infektionsgeschehen in der Region

In Niedersachsen bleibt die Infektionsdynamik in der Corona-Pandemie hoch. Nach Angaben der Landesregierung stieg die Sieben-Tage-Inzidenz bis zum Morgen auf 337,1. Gestern hatte der Wert noch bei 322,4 gelegen.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 364,9
  • Gifhorn: 310,3
  • Goslar: 181,2
  • Helmstedt: 295,0
  • Peine: 310,7
  • Salzgitter: 466,9
  • Wolfenbüttel: 268,1
  • Wolfsburg: 450,6

Laut Robert Koch-Institut wurden in Niedersachsen zuletzt 5.871 zusätzliche Ansteckungen mit dem Covid-19-Erreger sowie 21 Todesfälle registriert – auch dies ist noch einmal eine deutliche Steigerung gegenüber dem Stand vom Dienstag.

Zentraler politischer Indikator zur Bewertung der Lage im Land ist die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz. Sie misst die Neuaufnahmen von Corona-Patienten in Kliniken über die Spanne der zurückliegenden sieben Tage, ebenfalls bezogen auf 100.000 Menschen.

Auch hier zeigte sich am Morgen keine Entspannung, zumindest jedoch stieg der Wert von 4,6 gegenüber gestern nicht weiter an. Leicht zurück ging der Anteil der mit Covid-19-Kranken belegten Intensivbetten: Er sank von landesweit 6,5 Prozent auf jetzt 6,4 Prozent.

Derzeit gilt in Niedersachsen landesweit die Warnstufe 3. Im Alltag greift damit vorrangig die 2G-plus-Regel, die den Zugang auf Geimpfte und Genesene mit negativem Corona-Test beschränkt. Ausnahmen gelten für Menschen mit einer Auffrischungsimpfung und unter 18-Jährige.

12.52 Uhr: Neue Verordnung in Planung – DIESE Regel könnte bleiben

Gastronomiebetriebe in Niedersachsen können voraussichtlich auch weiterhin auf das 2G-Modell mit verringertem Platzangebot setzen. „In dem jetzigen Entwurf ist keine Änderung vorgesehen in diesem Punkt“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen in Hannover. Sie verwies mit Blick auf die in wenigen Tagen in Kraft tretende überarbeitete Corona-Verordnung jedoch auf den noch laufenden Abstimmungsprozess. Die Verordnung soll am Samstag in Kraft treten.

Restaurants oder Cafés können im Bundesland derzeit auf einen zusätzlichen Corona-Test zur Impfung oder Genesung bei ihren Gästen verzichten. Dann dürfen sie jedoch nur 70 Prozent ihrer Plätze belegen. Sollte ein Betreiber dieses Modell nicht bevorzugen, greift die 2G-plus-Regel. Menschen mit einer Auffrischungsimpfung müssen sich dann nicht zusätzlich testen lassen, wer doppelt geimpft oder genesen ist, benötigt hingegen einen negativen Corona-Test. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind davon generell ausgenommen.

Bund und Länder hatten sich in der vergangenen Woche darauf verständigt, dass der Zugang zur Gastronomie nur noch unter dem 2G-plus-Modell möglich sein soll. Das setzen bislang jedoch nicht alle Bundesländer um.

12.18 Uhr: Kontrollen bei Friseuren in Braunschweig und Salzgitter

Die Polizei hat am Dienstag Corona-Kontrollen in einem Friseursalon in Braunschweig durchgeführt. Dabei zeigte ein 27-Jähriger den Beamten ein Impfzertifikat auf seinem Handy vor.

Die Polizei stellte jedoch schnell fest, dass der QR-Code nicht mit den Daten des Mannes aus dem Landkreis Gifhorn übereinstimmte. Sein Zertifikat war offenbar gefälscht. Vom Friseurbesuch ging er also mit Strafverfahren wegen Urkundenfälschung und Gebrauch falscher Gesundheitszeugnisse nach Hause.

Auch in Salzgitter hat die Polizei mehrere Salons kontrolliert. Die Beamten stellten hierbei „Verstöße in mittlerer einstelliger Höhe“. Manche hatten die Kundendaten nicht dokumentiert. Andere hatten keine FFP2-Maske auf.

Dienstag, 11. Januar

20.53 Uhr: Land streicht Schulfahrten bis zu den Osterferien

Angesichts der steigenden Infektionszahlen durch die Coronavirus-Variante Omikron sind mehrtägige Klassenfahrten in Niedersachsen bis zu den Osterferien verboten. Eine entsprechende Rundverfügung sei den Schule zugestellt worden, teilte das Kultusministerium am Dienstagabend mit. Damit werde der Zeitraum, an dem mehrtägige Schulfahrten mit Übernachtung untersagt seien, vom 31. Januar bis zum Beginn der Osterferien am 4. April verlängert. Das Verbot umfasst auch Austauschfahrten ins Ausland.

Möglich bleiben den Angaben zufolge aber eintägige Schulausflüge, wenn nach Abwägung der Schule der pädagogische Nutzen das Risiko durch das aktuelle Infektionsgeschehen überwiege. „Es ist bedauerlich, dass wir erneut an dem Punkt sind, dass Schulfahrten abgesagt oder in der Planung verschoben werden müssen“, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Für die Schulleitungen, Lehrer, Schüler und Eltern sei es aber zentral, Klarheit zu haben.

Die Infektionsdynamik lasse Reisen und Fahrten nur in sehr begrenztem Umfang und mit Augenmaß zu. Insbesondere mehrtägige Fahrten, die naturgemäß auch Übernachtungen erforderlich machten, seien aktuell nicht angezeigt, so Tonne. „Wir müssen in der derzeitigen Lage Prioritäten setzen, und Priorität hat der Präsenzunterricht. Gleichwohl lassen wir mit dem gewählten Weg Spielräume für Tagesausflüge, um die Möglichkeit des außerschulischen Lernens aufrecht zu erhalten.“

17.51 Uhr: Jugendliche müssen sich auf schärfere Regeln einstellen

Einige Jugendliche müssen sich in Niedersachsen voraussichtlich darauf einstellen, in naher Zukunft nicht weiter von den 2G-Regeln ausgenommen zu sein. Dies werde nicht in der nächsten Corona-Verordnung geschehen, aber „sicherlich in der darauffolgenden“, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag in Hannover.

Noch nicht ganz klar ist, ab welchem Alter dies greifen soll. Regierungssprecherin Anke Pörksen sagte, das Alter 16 sei durchaus eine Zahl, die in den Diskussionen eine Rolle spiele. In anderen Bundesländern greife dies ab 16 oder 14 Jahren. Die kommende Corona-Verordnung soll laut Behrens am Samstag in Kraft treten und nach Angaben der Staatskanzlei bis Anfang Februar datiert sein. Somit könnte die Verschärfung in wenigen Wochen für zahlreiche Jugendliche Realität werden.

Derzeit sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren noch von den 2G-Regeln ausgenommen. Diese müssen somit nicht gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-Infektion genesen sein, um etwa in ein Restaurant gehen zu können. Wer als Kind oder Jugendlicher noch nicht geimpft ist, muss derzeit täglich einen Test vor dem Schulbesuch machen.

17.44 Uhr: Keine Testpflicht bei Kitas

Der Kita-Alltag in der Corona-Pandemie in Niedersachsen soll zunächst weiterhin nicht mit einer Testpflicht verbunden sein. Die Corona-Verordnung soll im Wesentlichen fortgeschrieben werden und keine weiteren Testverpflichtungen enthalten, wie Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag in Hannover sagte.

Die Corona-Verordnung ist noch wenige Tage gültig, daher wird derzeit beraten, welche Veränderungen in einer überarbeiteten Fassung enthalten sein könnten. Anders als im Schulbereich gibt es bei den Kitas keine Testpflicht in Niedersachsen. Das Land stellt den Landkreisen und kreisfreien Städten laut Kultusministerium pro Woche und Kind im Kindergartenalter drei Antigen-Schnelltests zur Verfügung. Die Anwendung dieser Tests soll zu Hause durch die Eltern erfolgen.

12.59 Uhr: Corona-Verstöße von Ärzten?

In Niedersachsen laufen derzeit einem Zeitungsbericht zufolge rund 50 berufsrechtliche Ermittlungsverfahren gegen Mediziner in Zusammenhang mit Corona.

Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) berichtet, wird den betroffenen Ärzten zum Beispiel vorgeworfen, keine Masken zu tragen, falsche Impfnachweise auszustellen oder Corona komplett zu leugnen. Die Zeitung beruft sich auf eine eigene Umfrage unter den Ärztekammern in Deutschland. Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, entsprechende berufsrechtliche Verfahren einzuleiten, wenn es Hinweise auf ein Fehlverhalten von Ärzten gibt.

An deren Ende kann laut Ärztekammer Niedersachsen eine Geldstrafe von bis zu 100.000 Euro verhängt oder lediglich eine Rüge ausgesprochen werden. Zu Einzelheiten der 50 laufenden niedersächsischen Verfahren äußerte sich die Kammer nicht. Mit einer Rüge endete laut „NOZ“ ein Verfahren in Bremen: Ein Arzt hatte nach Angaben der Kammer Corona und damit verbundene Gefahren geleugnet. In einem weiteren Bremer Fall ging es demnach um das Ausstellen möglicher Gefälligkeitsatteste. Die Kammer habe in diesem Fall Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt.

Bezogen auf mehr als 43.000 Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen, handele es sich bei den Beschwerden im Zusammenhang mit der Pandemie um Einzelfälle, teilte die Kammer in Hannover im Frühjahr mit.

12.39 Uhr: Die aktuelle Corona-Lage in Niedersachsen

Das Land Niedersachsen meldet 3.267 neue Corona-Fälle im Vergleich zum Vortag. Damit liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 322,4.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 350,4
  • Gifhorn: 304,7
  • Goslar: 182,6
  • Helmstedt: 263,3
  • Peine: 234,8
  • Salzgitter: 415
  • Wolfenbüttel: 257,2
  • Wolfsburg: 342,4

7.58 Uhr: Proteste verlaufen weitestgehend friedlich

Die Proteste gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen sind in mehreren niedersächsischen Städten überwiegend friedlich verlaufen.

Aber in Celle schlug ein Mann einer Polizeibeamtin ins Gesicht, wie die Polizei mitteilte. Die Einsatzkräfte hatten demnach eine Versammlung beendet, deren Teilnehmer sich unkooperativ gezeigt hätten. Der Mann sei vor der Attacke zuerst verbal aggressiv geworden, als ihm ein Platzverweis angedroht wurde. Insgesamt wurden in Celle drei Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung, Widerstand und tätlichen Angriffs sowie 17 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

In Gifhorn kam es bei einer Demonstration mit etwa 700 Teilnehmer laut Polizei zu zwei Widerstandshandlungen gegen Einsatzkräfte. Zwei Beamte seien dadurch leicht verletzt worden. Gegen die beiden Beschuldigten wurden den Angaben zufolge Strafverfahren eingeleitet.

Die AfD Gifhorn giftet unterdessen einmal mehr gegen die Polizei und spricht von einer „geschickt eingefädelten Falle“ und „einer wohl inszenierte und gelungene Machtdemonstration der Staatsgewalt in Gifhorn“.

Montag, 10. Januar

21.04 Uhr: Wieder weniger „Spaziergänger“ auf den Straßen

Wieder gingen in der Region38 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straßen. Unter anderem in Braunschweig, Wolfsburg und in Salzgitter kam es zu Demonstrationen. In Braunschweig und Wolfsburg sind zum wiederholten Male weniger Menschen erschienen als in der Vorwoche.

Polizeisprecher Dirk Oppermann gab gegenüber news38.de für Braunschweig etwa 650 „Spaziergänger“ an. Circa 500 davon waren im Bereich des Ringerbrunnens unterwegs, 150 weitere auf dem Bohlweg so der Sprecher weiter.

Eine Gruppe habe versucht, eine Polizeikette in der Innenstadt zu durchbrechen, sagte Oppermann. Ihm zufolge wurden mehrere Personen vorläufig festgenommen, um die Identitäten für Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs feststellen zu können.

Da sich nach Angaben der Polizei kein Versammlungsleiter meldete, beschränkten die Beamten die Versammlung darauf, dass sie nur stationär stattfinden durfte. Vereinzelt wurden aus der Gruppe Menschen fixiert und abgeführt. „In diesen Fällen ging es um Ordnungswidrigkeiten, zumeist wurde gegen die Maskenpflicht verstoßen“, sagte Oppermann. Nach etwas mehr als einer Stunde war der Platz in der Innenstadt wieder leer.

Auch in Salzgitter demonstrierten Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. Manche von ihnen trugen dabei Narren-Kappen, um gegen bestimmte Maßnahmen zu demonstrieren, so eine Teilnehmerin vor Ort.

Es gehe dabei vor allem um die gleichzeitige Masken- und Abstandsregel. „Weil wenn man Abstand hält, dann braucht man keinen Mundschutz und darauf wollten wir aufmerksam machen, dass wir zum Narren gehalten werden“, so die Frau.

Wie viele Menschen in Lebenstedt demonstrierten, war zunächst noch nicht ganz klar. Ein Zeuge vor Ort sprach von etwa 100 Demonstranten.

In Wolfsburg versammelten sich, ähnlich wie in Braunschweig, etwa 650 Menschen in einer nicht angezeigten Versammlung. Auch hier hat sich die Personenzahl im Vergleich zur Vorwoche verringert, berichtet die Polizei. Es kam zu einigen Verstößen gegen die Auflagen der Stadt, insbesondere der FFP2-Maskenpflicht. Die Polizei leitete 58 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

Ein Teilnehmer muss sich zudem wegen eines tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte verantworten, ein weiterer wegen Beleidung. Ein Unbekannter zündete außerdem am Otto-Wels-Platz Pyrotechnik. Dabei wurde niemand verletzt.

16.38 Uhr: Neue Allgemeinverfügung im Kreis und Stadt Helmstedt

Jeden Montag ziehen die so genannten „Hygienespaziergänger“ auch im Kreis Helmstedt durch die Straßen. Zwar sind die vergangenen Aufzüge im Kreis weitestegehend friedlich verlaufen. Dennoch finden auch hier die Demos immer mehr Zulauf.

Deswegen sahen sich Kreis- und Stadtverwaltung offenbar gezwungen zu handeln. Neue Allgemeinverfügungen wurde erlassen, nachdenen bei Versammlungen unter anderem ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Außerdem muss konsequent der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Die entsprechende Verfügung der Stadt ist seit dem sechsten Januar in Kraft, die des Kreises seit dem siebten, berichten die „Peiner Nachrichten". Die Regeln gelten somit im gesamten Kreisgebiet.

Auch heute wieder sind an vielen Orten in der Region38 wieder „Spaziergänge“ geplant, um gegen die derzeit geltenden Corona-Regeln zu demonstrieren.

14.18 Uhr: Tägliche Corona-Tests an Schulen bis mindestens Ende Januar?

Tägliche Corona-Tests für Schüler und Lehrer in Niedersachsen sollten nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bis mindestens Ende Januar möglich sein. Das teilte die Gewerkschaft in Hannover mit.

Seit heute müssen Kinder und Jugendliche hier wieder zur Schule gehen – dies ist mit einer täglichen Testpflicht verbunden. Dies gilt laut Kultusministerium nicht, wenn Schüler und Lehrer bereits gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen sind.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte am Freitagabend angekündigt, dass die tägliche Testpflicht „bis auf Weiteres“ greifen soll. Eine genauere Zeitangabe ist bislang nicht bekannt. Nach vorherigen Plänen sollte die Testpflicht in der zweiten Schulwoche nach den Ferien auf dreimal wöchentlich gesenkt werden.

11.55 Uhr: Keine Entspannung in Sicht

Nach wie vor gibt es keine Entspannung bei der Corona-Lage in Niedersachsen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen 308,6. Gestern lag der Wert noch bei 296,0. Die Zahl der registrierten neuen Ansteckungen stieg um 1.552. Eine gute Nachricht: Weitere Todesfälle mit oder an einer Corona-Infektion gab es nicht.

Die Inzidenzen in der Region:

  • Braunschweig: 336,7
  • Gifhorn: 282,7
  • Goslar: 179,7
  • Region Hannover: 285,4
  • Helmstedt: 248,0
  • Peine: 254,7
  • Salzgitter: 372,6
  • Wolfsburg: 277,0
  • Wolfenbüttel: 243,0

Auch der Indikator für die Krankenhaus-Aufnahmen stieg weiter an – er kletterte nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums von 4,5 am Wochenende auf 4,6 am Morgen. Dieser Wert zeigt, wie viele Covid-19-Patienten innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100. 000 Einwohner in den Krankenhäusern aufgenommen wurden. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten nahm ebenfalls von 6,8 auf 6,9 Prozent zu.

Derzeit gilt in Niedersachsen landesweit die Warnstufe 3. Im Alltag greift damit vorrangig die 2G-plus-Regel, die den Zugang auf Geimpfte und Genesene mit negativem Corona-Test beschränkt. Bei privaten Treffen dürfen maximal zehn Menschen, die geimpft oder genesen sind, zusammenkommen. Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt. Wer nicht geimpft ist, darf sich nur mit zwei Personen aus einem weiteren Haushalt treffen.

10.45 Uhr: Hannover Messe im Sommer?

Die für Ende April geplante Hannover Messe als weltweit wichtigste Industrieschau könnte coronabedingt verschoben werden. „Aufgrund des Pandemiegeschehens sind wir im engen Austausch mit Ausstellern und Partnern, um gemeinsam und rechtzeitig über eine mögliche Verschiebung der Hannover Messe in den Sommer 2022 zu entscheiden“, sagte ein Messesprecher am Montag auf Anfrage.

Bis Mitte Januar solle eine Entscheidung feststehen. Eine komplette Absage wie im Jahr 2020 stehe aber nicht zur Diskussion. Ziel sei es, die Hannover Messe nach der digitalen Veranstaltung im vergangenen Jahr diesmal wieder in Präsenz auszurichten, darüber seien sich Messe und Aussteller einig, teilte der Sprecher mit.

Als diesjähriges Partnerland der Hannover Messe ist Portugal vorgesehen. Übergreifende Themen sollen wie in den Vorjahren nachhaltige Produktion und Digitalisierung sein. Nach derzeitiger Planung soll die Messe vom 25. bis 29. April stattfinden.

6.00 Uhr: Schulbeginn mit täglicher Testpflicht

Für die Schüler in Niedersachsen beginnt heute wieder der Unterricht. Wegen der Omikron-Welle sind in der ersten Schulwoche tägliche Tests Pflicht, sofern die Schüler noch nicht gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-Infektion genesen sind.

Die Tests müssen zu Hause durchgeführt werden. Damit soll verhindert werden, dass bei einem positiven Ergebnis eine mögliche Corona-Infektion in die Schule getragen wird. Die Tests werden von den Schulen gestellt.

Alle Schüler müssen zudem eine OP-Maske tragen – auch während des Unterrichts. Zuvor hatte für jüngere Schüler noch eine Stoffmaske ausgereicht.

(dpa/red)