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Urlaub auf Mallorca: Kegelbrüder wieder in Deutschland – mit einem schlauen Trick kamen sie frei

Mallorca: Das sind die Hotspots der beliebten Ferieninsel

Ein Urlaub auf Mallorca endete für 13 Männer aus dem Münsterland in Untersuchungshaft, nun ist der Albtraum zu Ende. Ihnen wird vorgeworfen, einen Brand verursacht zu haben. Acht von ihnen saßen noch bis Freitag, 15. Juli, in Untersuchungshaft.

Ihr Urlaub auf Mallorca, der sich schnell in einen Alptraum verwandelte, sollte die Männer noch lange beschäftigen. Nur ihren gerissenen Anwälten haben sie es zu verdanken, dass sie nun wieder in Deutschland sind und das auf freiem Fuß.

Urlaub auf Mallorca: Kegelbrüder wieder frei – plötzlich überschlagen sich die Ereignisse

Es war kurz vor Mitternacht, als auch der letzte der „Kegelbrüder“ endlich das Gefängnis verlassen hatte. Jetzt sind die acht Deutschen, die auf Mallorca seit knapp zwei Monaten unter dem Vorwurf der Brandstiftung in Untersuchungshaft saßen, alle wieder auf freien Fuß. Vor dem Gefängnis wurden die Hobbykegler von Verwandten, Freunden und Anwälten emotional in Empfang genommen – nach über sieben Stunden Wartezeit.

Grund dafür, dass die Männer das Centro Penitenciario verlassen durften, basierte auf der Entscheidung einer Richterin. Sie hatte zuvor auf Antrag der Verteidigung die Freilassung auf Kaution in Höhe von je 12 000 Euro gewährt. Alle Überweisungen trafen der Deutschen Presseagentur zufolge pünktlich vor dem Wochenende ein, so dass den Deutschen eine zweitägige „Verlängerung“ hinter Gittern erspart blieb.

Kegelbrüder dürfen nach Horror-Urlaub auf Mallorca endlich nach Hause zurückkehren

Alle dürfen nun sofort nach Deutschland zurückkehren. Als weiterhin Beschuldigte müssen sie allerdings zukünftigen Ersuchen der mallorquinischen Justizbehörden Folge leisten und zum Beispiel auch den Wechsel des gewöhnlichen Wohnsitzes umgehend melden, wie die Justiz der spanischen Urlaubsinsel der dpa auf Anfrage mitteilte.

Den Medienvertretern, die in der unwirtlichen Gegend Palmas bis zum Schluss ausgeharrt hatten, sagten die Deutschen, die fast alle unter 30 sind, kein einziges Wort. Vor dem Vollzug der Freilassung hatte ein Anwalt des Verteidigungsteams aber verraten, dass die „Jungs“ alle sehr „aufgeregt“ und „glücklich“ seien. „Sie kommen erhobenen Hauptes raus“, hatte er angekündigt.

Nach Urlaub auf Mallorca: Kegelbrüder beteuern Unschuld

Die deutschen Touristen bestreiten seit dem ersten Tag, am 20. Mai das Feuer in der Nähe des Ballermanns an der Playa de Palma gelegt zu haben. Der Ermittlungsrichter sah sie trotzdem als dringend tatverdächtig an und verweigerte eine Freilassung auf Kaution.

Dann kam es für die Kegelbrüder zu einer glücklichen Fügung: Der Mann konnte am Freitag nicht über den neuen Antrag der Verteidigung entscheiden. Der mallorquinischen Justiz zufolge stand er nicht zur Verfügung. Laut Insel-Medien ist er im Urlaub. Er wurde von einer Richterin ersetzt, die dem Antrag stattgab. Inselkenner Ciro Krauthausen, der sich als langjähriger Chefredakteur der „Mallorca Zeitung“ bestens auskennt, deutet einen gekonnten Schachzug der Anwälte an: Sie „wussten die Abwesenheit des Ermittlungsrichters zu nutzen.“

Whatsapp-Foto rettete den Deutschen scheinbar die Haut

Eine wichtige Rolle spielte bei der überraschenden Wende die spanische Anwältin Maria Barbancho Saborit, die erst kürzlich zur Verstärkung des deutsch-spanischen Verteidigungsteams verpflichtet worden war. In den vergangenen Tagen hatte sie unter anderem ein Whatsapp-Foto als entlastendes Beweismittel herangeschafft, auf dem ein rauchender Unbekannter auf dem Balkon des Nachbarzimmers der Gruppe zu sehen ist, der als Täter ebenfalls in Frage käme.

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Dieses Foto habe mit dazu beigetragen, dass die Staatsanwaltschaft in Palma sich am vergangenen Dienstag erstmals für die Freilassung der Deutschen ausgesprochen habe, erklärte Barbancho Saborit. Sie sagte am Freitag vor Journalisten mit zufriedener Miene, man habe gewusst, dass man die Freilassung erreiche. „Wir haben alles gegeben, damit die Jungs endlich freigelassen werden“, betonte die 31-Jährige, die während des Studiums drei Jahre in Heidelberg war. Die Deutschen dürfen sich glücklich schätzen, denn Ermittlungen und U-Haft-Zeiten können in Spanien unter Umständen mehrere Jahre dauern.

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Völlig aus dem Schneider sind die zwölf Kegelbrüder, die der Tat verdächtigt werden, noch nicht. Die Ermittlungen gehen weiter. Wenn sie angeklagt und der fahrlässigen Brandstiftung für schuldig befunden werden, können sie zu einem Freiheitsentzug zwischen einem und drei Jahren verurteilt werden, wie Anwälte auf dpa-Anfrage erklärten. Bei vorsätzlicher Brandstiftung seien Haftstrafen von bis zu sechs Jahren vorgesehen. Bei Vorsatz und der Gefährdung von Menschenleben könne das Urteil auch deutlich schärfer ausfallen. (alp mit dpa)

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