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Niedersachsen: Schockierende Zahlen! Mehr Drogen-Tote – doch nicht alle sind „Junkies“

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In Niedersachsen ist die Zahl der Drogen-Toten wieder gestiegen... (Symbolbild) Foto: picture alliance / Romain Fellens

Schon wieder mehr Drogen-Tote in Niedersachsen!

Vor allem junge Menschen versterben jährlich in Niedersachsen durch den hohen Konsum von Rauschmitteln. Dabei sind aber nicht alle von ihnen „Junkies“.

SO hoch ist die Zahl der Drogen-Tote in Niedersachsen

Schockierend, aber leider wahr: Die Zahl der Drogen-Toten in Niedersachsen ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr schon wieder gestiegen.

Insgesamt starben 86 Menschen am Drogenmissbrauch – ein Jahr zuvor waren es 80, wie die niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamts mitteilte. Auch 2019 wurden 80 Drogentote registriert, 2018 waren es 81, im Jahr davor 65.

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Bundesweit starben im vergangenen Jahr 1826 drogensüchtige Menschen, 2020 waren es 1581. Jeder Todesfall sei einer zu viel und verursache tiefe Trauer und Leid, mahnte die Landesstelle. Am 21. Juli werde seit 1998 jährlich der Drogen-Toten gedacht.

Niedersachsen: Drogen-Tote meistens unter 45 Jahre alt

Etwa 70 Prozent der Drogen-Toten in Deutschland waren den Angaben zufolge unter 45 Jahre alt, Opioide wie Heroin spielten eine große Rolle. „Auch aus diesem Grund ist eine flächendeckende Behandlung mit ärztlich verordneten Ersatzmedikamenten notwendig. Diese Substitutionsbehandlung muss unbedingt sichergestellt werden“, betonte Chef der Landesstelle Michael Cuypers.

Die Suche nach einem Substitutionsplatz sei aber zunehmend schwierig, weil immer weniger Ärzte bereit seien, dies zu übernehmen. Für eine erfolgreiche Behandlung sei zudem eine psychosoziale Betreuung nötig – auch diese vom Land Niedersachsen geförderten Angebote müssten langfristig abgesichert werden.

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„Viele bringen Drogen-Tote mit ,Junkies‘ in Verbindung, das greift zu kurz“, sagte Suchthilfe-Referent Tobias Trillmich. 2021 seien in Deutschland 207 Menschen gestorben, die ausschließlich Stimulanzien wie Kokain oder Amphetamin konsumiert hätten. (mbe mit dpa)