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Region Hannover: Er sollte Tieren das Leben retten – jetzt fährt er nur noch Kadaver durch die Gegend

Es sollte eine bahnbrechende Innovation in der Region Hannover werden. Doch alle Kritiker sollten am Ende recht behalten.

Hannover
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Steuer-Plus von 126 Milliarden Euro bis 2026 erwartet

Die Steuereinnahmen des Staates fallen in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich höher aus als zuletzt erwartet. Bis 2026 können Bund, Länder und Gemeinden laut der neuen Steuerschätzung mit gut 126 Milliarden Euro mehr rechnen als im Mai vorausgesagt.

2017 gab es eine Neuheit in der Region Hannover: Deutschlands erster „Wolfskrankenwagen“ wurde eingeführt!

Mit einer beeindruckenden Ausrüstung, die speziell für die Rettung und den Transport verunfallter Wölfe konzipiert war, schien das Projekt zukunftsweisend zu sein. Das berichtet das „Schwarzbuch“, einer Sammlung von Geschichten, die vom Bund der Steuerzahler herausgegeben wird. Wie du dir sicher denken kannst, sollte aus der bahnbrechenden Idee bald ein Flop werden.

Region Hannover: Zweifel von Anfang an

Trotz der hochmodernen Ausstattung des Wolfskrankenwagens, gab es von Beginn an Kritiker. Diese betonten den mangelnden Bedarf, da in der Region Hannover nur selten Verkehrsunfälle mit Wölfen vorkommen. Oftmals würden die Wölfe die Unfälle nicht überleben.

Die Verwaltung bestand aber auf den Krankenwagen für das Wildtier und dachte auch an eine zukünftige Einnahmequelle. Man könne den Transporter auch an umliegende Landkreise gegen eine Unkostenpauschale anbieten, entgegneten sie den Kritikern. Außerdem sei die rechtliche Lage mit verunglückten Wölfen ungeklärt. Dann lieber retten.

Region Hannover: Die Kritiker sollen recht behalten

Wie sich herausstellte, hatten die Kritiker recht. Der Bund der Steuerzahler enthüllt nun in seinem „Schwarzbuch“, dass der teure und hoch spezialisierte Anhänger in fünf Jahren kein einziges Mal zum Einsatz kam.

„Demnach waren in der Region Hannover zwischen Januar 2017 und Mai 2022 insgesamt zwölf Straßenverkehrsunfälle mit Wölfen verzeichnet worden… Auch die benachbarten Landkreise hatten den Spezialanhänger in dieser Zeit nicht ein einziges Mal angefordert, ist dort zu lesen.

Ein teures Ende

Der Wolfskrankenwagen, der in der Region Hannover einst mit großer Hoffnung eingeführt wurde, fand schließlich ein unerwartetes Ende. Anstatt Wölfe zu retten, wird der Anhänger nun für den Transport von Tierkadavern verwendet.

„Nach Auskunft der Regionsverwaltung wurde der Anhänger im Mai 2022 an den Fachdienst „Veterinärwesen“ übergeben… Die kostspielige Spezialausstattung eines „Wolfskrankenwagens“ hätte es dafür sicher nicht gebraucht, so der Autor Jan Vermöhlen.


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Der Anhänger soll die Region Hannover stolze 11.000 Euro gekostet haben. Noch mehr Geschichten zu Steuerverschwendungen, liest du im Schwarzbuch, das am 17. Oktober 2023 erschienen ist.