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Wetter in Niedersachsen: Meteorologe spricht Klartext – „Ihrer Zeit voraus“

Sie gelten als verlässliche Instanz für Wettervorhersagen: Die Eisheiligen. Doch wie zuverlässig sind sie wirklich? Wir haben einen Experten gefragt.

DIe Eisheiligen gelten als verlässliche Richtlinie. Doch hat diese Bauernregel noch Bestand? (Archivbild)
© IMAGO/Gianna Schade

Wetter: So entsteht eine Wettervorhersage

Für viele Hobbygärtner geben sie den Startschuss in die Gartensaison, sind eine inoffizielle Richtlinie und sollen auch für Laien das Wetter einfach erklären: Die Eisheiligen. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Mythos und welchen Einfluss haben die Eisheiligen eigentlich wirklich auf das Wetter in Niedersachsen?

Wir haben mit einem Wetter-Experten über die Eisheiligen gesprochen.

Wetter in Niedersachsen: Haben die Eisheiligen noch Bestand?

Die Bauernregeln rund um die Eisheiligen haben eine lange Tradition in Deutschland und beziehen sich auf die Wetterphänomene, die Wetter-Experten Mitte Mai beobachten, konkret vom 11. bis zum 15. Mai. Die Eisheiligen sind nach den Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie benannt, deren Gedenktage in diesem Zeitraum liegen.

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Dominik Jung von wetter.net erklärt gegenüber News38: „Bauernregeln wie ‚Vor Nachtfrost du nicht sicher bist, bis Sophie vorüber ist‘ oder ‚Ist der Pankratius über, kommt auch der Sommer bald herüber‘ geben Hinweise darauf, dass zu dieser Zeit noch mit Spätfrösten zu rechnen ist.“ Auch für Jung bestätigt sich der Eindruck, „dass in diesem Jahr die Eisheiligen früher dran waren. Da ja die Natur insgesamt bis zu 6 Wochen ihrer Zeit voraus ist, haben wir vielleicht gerade die Eisheiligen erlebt.“

Wetter in Niedersachsen: Ungewissheiten bleiben zurück

‌Durch den Klimawandel stellt sich nun immer wieder die Frage, inwiefern derartige Richtlinien noch Bestand haben können. Darauf antwortet Dominik Jung: „‌Wir Meteorologen verstehen unter den Eisheiligen einen Zeitraum, in dem aufgrund historischer Wetteraufzeichnungen noch mit Spätfrösten gerechnet werden kann. Dies bedeutet, dass nach den Eisheiligen in der Regel keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, die empfindliche Pflanzen schädigen könnten. Allerdings weisen auch Meteorologen darauf hin, dass der Klimawandel zu einer Verschiebung dieser Wetterphänomene führen kann. Es ist möglich, dass Spätfröste in Zukunft seltener auftreten oder dass der Zeitpunkt der Eisheiligen nicht mehr so stark mit kühlen Temperaturen in Verbindung steht wie früher.“

‌Es bleibe also eine Unsicherheit darüber, wie sich die Bauernregeln rund um die Eisheiligen in Zukunft entwickeln werden. Während einige Bauern und Gärtner weiterhin auf diese traditionellen Weisheiten vertrauen würden, ziehen andere moderne Wettervorhersagen und Klimamodelle heran, um ihre Anbauentscheidungen zu treffen, so Jung weiter.


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Letztendlich sei es eine Frage der Anpassung an die sich verändernden Umweltbedingungen und der Nutzung verlässlicher Daten für die Landwirtschaft und Gartenbau in Deutschland.