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Markus Lanz warnt seine Gäste: „Wir müssen aufpassen“

ZDF-Talkmaster Markus Lanz wendet sich mit wichtigen Worten an seine Gäste. Worauf wir dringend aufpassen müssen.

© Foto: ZDF

Das müssen Sie über Markus Lanz wissen

Journalist, Ghostwriter, Fotograf, Talkshow-Moderator und Grönland-Fan: Das ist Markus Lanz.

Die Debatte könnte für Deutschland nicht wichtiger sein, die sich am Dienstagabend (30. Januar) bei Markus Lanz ereignet hat. ZDF-Talkmaster Markus Lanz äußerte in seiner neuesten Sendung nach Mitternacht große Zweifel an den Vergleichen zwischen Nazis und der AfD.

Die überraschend klaren Worte fielen nach einem bewegendem Interview mit dem Shoah-Überlebenden Leon Weintraub, der die Gräuel der SS und anderer Hitler-Schergen schilderte.

Markus Lanz über Verharmlosung des Dritten Reichs

Dabei warnte Lanz plötzlich vor einer gefährlichen Verharmlosung der historischen Nazi-Verbrechen in der aktuellen politischen Debatte. Der Talkmaster selbst brachte es auf den Punkt: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht inflationär den Begriff ‚Nazis‘ verwenden und am Ende die wahren Schrecken des Dritten Reichs verharmlosen.“

Erfolgsautor Harald Jähner („Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955“) unterstützte Lanz in seiner dringlichen Warnung: „Indem man die AfD immer pauschal als Nazis bezeichnet, dämonisiert man sie. Man drängt die Menschen nach rechts.“

In einem eindringlichen Appell forderte Shoah-Überlebender Weintraub, die gravierenden Unterschiede zwischen den Nazis und der AfD klar vor Augen zu halten. Besonders alarmierend sei der Vorwurf, dass einige AfD-Mitglieder den Holocaust als „Fliegenschiss der Weltgeschichte“ abtun und nun wieder Juden als Freiwild betrachten könnten.

Jähner zu Markus Lanz: „Das ist ein großes Versagen der Medien“

Jähners schlimmster Vorwurf richtete sich jedoch gegen die Medien und die liberale Öffentlichkeit: „In den letzten zehn Jahren haben sie dazu beigetragen, dass die Unterschiede in der AfD nicht mehr kenntlich wurden. Das hat dazu geführt, dass deren Anhänger nun resigniert sagen: ‚O.k., dann sind wir eben Nazis!'“

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Die Kontroverse spitzte sich weiter zu, als Journalistin Nadine Lindner vom Deutschlandradio widersprach und darauf hinwies, dass führende AfD-Persönlichkeiten bewusst Extremisten in die Partei aufgenommen hätten, um schnell Mitglieder zu gewinnen. Lanz verteidigte jedoch die Glaubwürdigkeit von Jörg Meuthen, der auf den Extremismus innerhalb der Partei hinwies.

Der ehemalige Feuilletonchef der Berliner Zeitung, Harald Jähner, schloss den Appell mit einem erschreckenden Fazit: „Das ist ein großes Versagen der Medien. Wenn wir weiterhin die AfD-Anhänger in die Nazi-Ecke drängen, tragen wir dazu bei, dass sie immer stärker werden. Das hat Konsequenzen, die wir nicht ignorieren dürfen.“



Die Aussagen von Markus Lanz haben eine hitzige Debatte entfacht und werfen die drängende Frage auf: Verharmlosen wir die Nazi-Verbrechen, indem wir die AfD vorschnell mit diesem düsteren Kapitel der Geschichte gleichsetzen?