Peine 

Peine erinnert an Drogen-Opfer

Gedenken an Drogentote. (Archivbild)
Gedenken an Drogentote. (Archivbild)
Foto: dpa

Peine. Immer mehr Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen ihres Drogenkonsums. Nach Angaben der Bundesregierung gab es im vergangenen Jahr bundesweit 1.333 Drogentote – das sind neun Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl steigt seit vier Jahren.

Um auf die Situation und die Probleme von Drogenkonsumenten aufmerksam zu machen, beteiligen sich die Lukas-Werk Fachambulanz und die Selbsthilfegruppe "jes" in Peine am diesjährigen internationalen Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige. Am Freitag, 21. Juli, wird es zwischen 10 und 14 Uhr entsprechende Infos in der Innenstadt (vor der St.-Jakobi-Kirche) geben.

Menschenrechte und Drogenpolitik

Der diesjährige internationale Gedenktag steht unter dem Motto "Menschenrechte für Drogengebraucher". Mit der 1948 von den Vereinten Nationen beschlossenen Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sind alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren (Artikel 1).

"Wenn wir uns die heutige Drogenpolitik in den verschiedensten Ländern anschauen, können wir uns die Frage stellen, welchen Wert die Erklärung der Menschenrechte überhaupt noch hat", sagt Meike Rösemann von der Psychosozialen Betreuung des Lukas-Werkes in Peine.

Auf den Philippinen würden tausende Menschen durch den Staat ermordet, in Indonesien, dem Iran und Saudi Arabien würden die Menschen für Drogenbesitz, Handel und Konsum unter öffentlicher Zuschaustellung hingerichtet und in Russland Drogengebraucher zwangsbehandelt.

Auch in Deutschland

"Sie müssen kalt entziehen, werden in Massen untergebracht und sind der körperlichen Gewalt ausgesetzt", so Rösemann. Die Situation in Deutschland sei damit natürlich nicht vergleichbar, aber der Staat gehe auch hier gegen die Menschen, die konsumieren oder Drogen besitzen, unverhältnismäßig vor.

"Auch die härtesten Strafen halten Menschen nicht vom Drogenkonsum ab. Eine Lösung liegt einzig in der Regulierung von Anbau, Handel, Besitz und Konsum von illegalen Substanzen."