Peine 

"Akute Gutachteritis" – Peiner Brücke schafft's ins Schwarzbuch

Die Hertha-Peters-Brücke in Peine.
Die Hertha-Peters-Brücke in Peine.
Foto: Christopher Kulling

Peine. Seit Jahren unbenutzte Deich-Durchfahrten oder Wolfsanhänger, zu enge Brücken für Landmaschinen oder mangelnde Aufsicht der Sozialbehörden: Der Bund der Steuerzahler hat erneut die schlimmsten und skurrilsten Fälle von Steuerverschwendung in diesem Jahr aufgelistet.

Und auch die Region38 hat es wieder ins "Schwarzbuch" geschafft. Konkret geht es um die vieldiskutierte Hertha-Peters-Brücke in Peine.

Nachdem drei Gutachter der Meinung waren, dass ein Neubau der unter anderem von einem Pilz befallenen Brücke besser und günstiger wäre als eine Sanierung, legte die Stadt noch einmal nach.

Sie gab weitere vier Expertisen in Auftrag. Und auch diese Fachleute kamen zum gleichen Ergebnis: Ersatzneubau statt Sanierung. Laut dem Bund der Steuerzahler kosteten die sieben Gutachten rund 148.000 Euro.

Einige Ratsmitglieder hatten bemängelt, dass sie zu spät von den konkreten Ergebnissen der ersten drei Gutachten erfahren hätten.

Die Vorplanungen für eine neue Brücke laufen. Insgesamt dürfte das Projekt etwa drei Millionen Euro kosten. Das Fazit: "Obwohl bereits 2015 klar war, dass eine Sanierung unwirtschaftlich ist, beauftragte die Stadt weitere Gutachter. Das Ende vom Lied: Keine neuen Erkenntnisse, Steuergelder versenkt und mindestens zwei Jahre verschenkt", so der Bund der Steuerzahler.