Peine 

Kitas in Peine sind handyfreie Zonen – das soll auch Eltern wachrütteln

Auch bei den meisten Eltern kam die Aktion nach Angaben des Landkreises gut an (Symbolbild).
Auch bei den meisten Eltern kam die Aktion nach Angaben des Landkreises gut an (Symbolbild).
Foto: imago/Westend61

Peine. Handyfreie Kitas in Peine – die Kindertagesstätte Regenbogen und die Kinderkrippe Bullerbü haben bei der Jugendamt-Aktion "Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?" mitgemacht. Auch Eltern beteiligten sich. Denn auch um sie ging es.

Landkreis Peine macht auf Handy-Nutzung aufmerksam

Mit der Kampagne wollte der Landkreis auf die Handynutzung gegenüber Kindern aufmerksam machen. Smartphones könnten sich besonders im Miteinander mit kleinen Kindern negativ auswirken, heißt es.

Kinder verschwinden mental

"Auch wenn sie körperlich anwesend sind, für Kinder verschwinden die handynutzenden Erwachsenen mental in einem schwarzen Loch", schreibt der Landkreis. Für ein kleines Kind sei das eine verwirrende Erfahrung, die auf Dauer zu Entwicklungsstörungen, beispielsweise bei der Sprache, führen könne.

"Wir Erwachsenen erliegen so schnell der Faszination Handy und bemerken gar nicht, wie damit wertvolle Zeit und Aufmerksamkeit für die Kinder aufgefressen wird", so Kita-Leiterin Silvia Ahrens.

Fokus aufs Smartphone statt aufs Kind

Ihre Kollegin Silke Westphal von der Krippe Büllerbü sagt: "Besondere Ereignisse werden nur noch durch den Sucher der Handykamera gesehen. Und bei alltäglichen Situationen, wie beispielsweise dem Bringen in die Kita oder dem Abholen aus der Kita, ist manchmal der Fokus weniger auf das Kind, sondern mehr auf das Smartphone gerichtet."

Auch bei den meisten Eltern kam die Aktion nach Angaben des Landkreises gut an. Gleichzeitig sprachen sich einige aber auch dafür aus, dass auch in der Kita das eine andere digitale Medium benutzt werden sollte. Stichwort Digitalisiering.

Camchat mit Oma

"Man sollte digitale Medien nicht komplett verbieten oder wegschließen und das Kind damit gar nicht in Berührung kommen lassen", findet eine Mutter. "Gerade für die Kontakte zu Großeltern ist beispielsweise die Videotelefonie sehr schön." Gleichzeitig warnt sie aber auch: "Andererseits dürfen sie nicht als Babysitter oder Ablenkung missbraucht werden." (ck)