Peine 

Gynäkologie im Klinikum Peine schließt heute – jetzt wehren sich Mütter und Hebammen gegen das Aus!

Eine werdende Mutter ruht sich kurz vor der Geburt ihres Kindes auf einem Entbindungsbett aus. Sie ist an einem Wehenschreiber (CTG) angeschlossen (Symbolbild).
Eine werdende Mutter ruht sich kurz vor der Geburt ihres Kindes auf einem Entbindungsbett aus. Sie ist an einem Wehenschreiber (CTG) angeschlossen (Symbolbild).
Foto: imago/imagebroker

Peine. Heute schließt im Klinikum Peine die Frauenklinik. Mehr als zwei Monate früher als es angekündigt war.

Die zuständige AKH-Gruppe hatte den drastischen Schritt mit der angespannten Personalsituation begründet. Es sei nicht mehr länger möglich, alle notwendigen Dienste zu besetzen und dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, hieß es.

Demo gegen die Schließung der Gynäkologie am Klinikum Peine

Gegen das Aus der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe richtet sich jetzt aber Widerstand. Eine Gruppe aus Müttern und Hebammen planen eine Demo. Auch eine Petition gibt es. Unterstützt werden sie dabei nach eigenen Angaben vom Hebammenverband sowie vom Verdi-Ortsverein Peine.

"Es ist nicht im Sinne der Bevölkerung, das Angebot vor Ort und überregional weiter zu reduzieren", heißt es in einem Aufruf der Gruppe. Vor allem die bundesweite und regionale Versorgung der Hebammenhilfe schrumpfe immer weiter.

"Abteilung wieder auf die Beine bringen"

"Eine flächendeckende Versorgung rund um Schwangerschaft und Geburt muss selbstverständlich sein." Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität müsse es Angebote vor Ort geben.

Wirtschaftsethische Aspekte dürften nicht außer Acht gelassen werden. "Wir fordern die Versorgungslage rund um gynäkologische Anliegen sicherzustellen, die Abteilung wieder auf die Beine zu bringen und den Erhalt des Klinikstandortes Peine", heißt es abschließend.

Die Forderungen zusammengefasst:

  • Geburtshilfe ist Daseinsvorsorge
  • Vor- und Nachsorge bei den Geburten sichern
  • Wiederaufbau der Station
  • Erhalt und Sicherung der Arbeitsplätze
  • Standortsicherung des Klinikstandortes Peine

Am Samstag, 11. Mai, soll es eine Demonstration geben. Los geht es um 10 Uhr am Rathaus, dann quer durch die Stadt bis zum Marktplatz, wo eine Kundgebung geplant ist.

Mehr zum Thema:

Die betreffende Online-Petition heißt "Daseinsvorsorge vor Profit! Schreibt unsere Gyn nicht ab!" - du findest sie hier:

Eigentlich sollte die Frauenklinik in Peine erst Ende Juni schließen. Hintergrund ist der massive Sparkurs, den das Klinikum derzeit fahren muss. In den kommenden Jahren sollen Medienberichten zufolge rund drei Millionen Euro eingespart werden, rund 50 Stellen fallen wohl weg. (ck)