Peine 

Ägypten: Neue Wende nach Mord an zwei Frauen aus Kreis Peine – Angehörige enttäuscht

Foto: Aly Fahim/dpa
  • Vor zwei Jahren attackiert ein Ägypter Urlauber an einem Hotelstrand
  • Drei Frauen sterben, zwei kommen aus dem Kreis Peine
  • Noch immer ist nicht klar, ob der Mann für seine Tat verantwortlich gemacht werden kann
  • Doch Tschechien hat bereits eine Entscheidung getroffen

Peine/Hurghada. Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass zwei Frauen aus dem Kreis Peine bei einer Messerattacke am Strand von Hurghada in Ägypten gestorben sind. Auch eine Frau aus Tschechien verlor ihr Leben.

Die beiden deutschen Opfer waren Freundinnen, die 65-Jährige stammte aus Ilsede, die 56-Jährige aus Edemissen. Das Attentat sei auch nach zwei Jahren noch in den Köpfen und Herzen der Edemisser Bevölkerung präsent, sagte Bürgermeister Frank Bertram der dpa.

Jetzt gibt es eine erneute Wende im Fall um die zwei getöteten Frauen aus dem Kreis Peine. Denn das Land Tschechien hat die Ermittlungen zu dem Anschlag nun eingestellt. Ein Justizsprecher erläuterte, dass der Fall aus Ägypten aus Mangel an verfügbaren Informationen zu den Akten gelegt wurde.

Ägypten: Hatte der Verdächtige Verbindungen zum IS?

Weil dem Verdächtigen Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nachgesagt worden waren, hatte eine Sondereinheit in Prag Ermittlungen aufgenommen. Polizeibeamte reisten im November 2017 nach Ägypten, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Derzeit ist unklar, ob es in dem Fall in Ägypten zu einem Gerichtsprozess kommen wird. Der 28 Jahre alte Beschuldigte befindet sich weiterhin in einem psychiatrischen Krankenhaus.

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Einen Monat nach der Tat hatte sich die damalige tschechische Botschafterin in Kairo, Veronika Kuchynova-Smigolova, kritisch über die dortigen Behörden geäußert. Aus Angst vor einem Rückgang der Touristenzahlen würden sie ihre Ermittlungen hinauszögern.

Schon damals, unmittelbar nach der grausamen Tat, saß der Schock tief. Die Anteilnahme war riesig, egal ob in der deutschen Gemeinde in Hurghada oder aber in unserer Region oder in ganz Deutschland.

Unmittelbar nach der Tat änderte sich auch das Leben in den Gemeinden und im Kreis Peine. Alle trauerten und nahmen Anteil an den tragischen Geschehnissen. Ende Juli 2017 wurden die Frauen in ihrer Heimat beigesetzt – die Anteilnahme war riesig.

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Angehörige: „Wie sollen wir sonst jemals abschließen?"

Vor gut einem Jahr haben sich die Töchter der beiden ermordeten Frauen aus dem Kreis Peine dann an den Strand begeben, an dem die grausame Tat geschehen ist. Wie „Spiegel Online“ berichtet, seien die Frauen dort auf Spurensuche gewesen, wollten endlich wissen, was geschehen ist. Einfach endlich die Wahrheit herausfinden.

Doch auch vor Ort konnten sie keine befriedigenden Antworten finden. Eher Gerüchte, die man sich in der Nähe des Hotels eben so erzähle. Gegenüber dem „Spiegel“ betonten die beiden Töchter immer wieder: „Wir verlangen nicht viel. Wir wollen einfach nur wissen, was passiert ist. Wie sollen wir sonst jemals abschließen?“.

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Zwei Jahre danach: Noch immer fehlen Antworten

Das ist nun mehr als ein Jahr her. Und wie die „Peiner Nachrichten“ berichten, seien die Hinterbliebenen der zwei Frauen aus dem Kreis Peine noch „hilflos und sehr enttäuscht“. Sie würden aber noch immer auf eine ordentliche Strafverfolgung hoffen.

Um dann vielleicht endlich abschließen zu können, so, wie sie es sich schon vor einem Jahr gewünscht haben. Um endlich Antworten zu finden, um endlich die Wahrheit zu kennen.

(abr mit dpa)