Peine 

Tattoo-Mann mit großem Herz: Thomas ist todkrank – aber diesen Traum will er sich noch erfüllen

Thomas Doneis aus Wendeburg im Landkreis Peine baut das Schloss Neuschwanstein nach.
Thomas Doneis aus Wendeburg im Landkreis Peine baut das Schloss Neuschwanstein nach.
Foto: Rudolf Karliczek

Wendeburg. Thomas Doneis steht vor seinem Meisterwerk. Der Künstler aus Wendeburg im Landkreis Peine hat sich viel vorgenommen: Er möchte eine Sandstein-Skulptur des Schlosses Neuschwanstein erschaffen, im Maßstab 1:62. Noch ist der 51-jährige „Tattoo-Mann“ nicht fertig, dabei läuft ihm die Zeit davon – Thomas ist todkrank.

Tattoo-Mann“ Thomas aus Wendeburg hat eine Staublunge

Er leidet an Silikose. Seine ganze Lunge sei voller Staub, erzählt er news38.de. Das sei eine typische Berufskrankheit. „Wir leben arbeitstechnisch nicht immer auf dem neuesten Stand und nehmen, was wir bekommen. Das geht schon mit dunklen, feuchten Räumen los“, so der gebürtige Halberstädter.

Sandstein sei wie Quarz. „Diese Kristalle, die du einatmest, sind lebensgefährlich. Die machen dir die Lunge und die Bronchien kaputt“, sagt Thomas. „Man muss da halt mit leben, das gehört dazu. Ich kenne auch viele Kollegen, die schon gestorben sind.“

Er selbst habe auch schon ein paar Aussetzer gehabt, weil er Löcher in der Lunge hat. „Dass ich nicht mehr so lange lebe, ist mir klar. Mir wurde auch schon gesagt, dass es nicht so gut aussieht“, erzählt der 51-Jährige. Er habe wohl nur noch ein paar Jahre zu leben.

Arbeiten ohne Mundschutz - absolut lebensgefährlich

Aber warum arbeitet er nicht einfach mit einem Mundschutz? „Das fragen mich viele, aber das ist nur Theorie. In der Praxis müsstest du den ganzen Raum unter Druck setzen, weil der Staub einfach überall ist. Das macht niemand.“

Also macht er einfach weiter – so lange es noch geht. Seit August 2015 arbeitet Thomas an seinem größten Projekt. Der Sandsteinkoloss wurde als Ganzes aus der Nähe von Trier nach Wendeburg geliefert. Ursprünglich wog der Block 21 Tonnen. Am Ende sollen nur noch drei Tonnen übrigbleiben.

Bisher habe er 13.000 Arbeitsstunden ins Schloss gesteckt. Einen konkreten Bauplan gab es nie, Thomas orientiert sich an Tausenden Fotos, die das Schloss Neuschwanstein zeigen.

Inzwischen steckt der Künstler in der letzten Phase. Den Feinschliff erledigt der Tattoo-Fan mit kleinstem Spezialwerkzeug.

Künstler aus dem Kreis Peine will Geld spenden

Geld ist ihm bei der ganzen Sache gar nicht so wichtig. Generell versteht Thomas seine Kunst nicht als reinen Selbstzweck. Vielmehr geht es dem Wendeburger um soziale Zwecke. „Ich wollte schon immer ein großes soziales Projekt machen, mit dem ich Menschen helfen kann, die wirklich Hilfe brauchen“, erzählt er news38.de.

So soll ein Drittel des Erlöses an hilfsbedürftige Menschen in unserer Region gehen, zum Beispiel an Obdachlose, kranke Kinder oder finanziell schwächere Familien. „Ich möchte ihnen einfach etwas Sonne schenken“, sagt Thomas.

„Ich hänge sehr an meinem Glauben, er gibt mir Kraft.“

Sein Projekt sehe er als Gottesaufgabe, erklärt uns der ehemalige Buddhist, der inzwischen gläubiger Christ ist. Er habe schon viele Situationen erlebt, wo man denkt 'Das kann nur ein Zeichen von oben sein'. „Ich hänge sehr an meinem Glauben, er gibt mir Kraft.“

Schloss Neuschwanstein soll in zwei Jahren fertig sein

In zwei Jahren will Thomas sein Meisterwerk dann vollenden. Vorher soll das Schloss zum Beispiel noch mit Glas und Elektronik bestückt werden, außerdem ist ein Kupferdach geplant.

Kommendes Jahr bereits will Thomas die Mega-Skulptur auf einer Messe in Bayern ausstellen, um potentielle Käufer zu finden.

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Noch mehr Infos zu Thomas und seinem Projekt findest du unter www.thomasdoneis.de und bei Facebook unter„Kunst trifft Soziales“.