Peine 

Kreis Peine: Mann entdeckt diesen Stein mitten im Wald und alle rätseln – vor allem ein Detail wirft Fragen auf

Diesen Stein hat ein Spaziergänger in Wierthe entdeckt. Das Hakenkreuz darauf haben wir verpixelt.
Diesen Stein hat ein Spaziergänger in Wierthe entdeckt. Das Hakenkreuz darauf haben wir verpixelt.
Foto: privat

Wierthe. Ein aufmerksamer Spaziergänger hat im Kreis Peine einen Stein entdeckt.

Der Stein steht in einem Wald bei Wierthe. Darauf zu sehen sind neben einem Hakenkreuz auch noch Buchstaben sowie eine Zahlenkombination.

Kreis Peine: Historische Unstimmigkeiten bei gefundenem Stein

Aber, was hat das zu bedeuten? Der Finder im Kreis Peine hatte keine Ahnung – und auch seine Internetrecherche half ihm nicht weiter. Was es mit der Kennzeichnung auf sich hat, lässt sich noch relativ einfach rausfinden. Aber wieso der Stein genau an dieser Stelle im Kreis Peine steht, ist tatsächlich etwas rätselhaft. Denn eine Sache passt nicht...

Karl-Gustav Kukoschke ist Ortsheimatpfleger in Vechelade und schreibt: „Nach meiner Kenntnis ist dort ein Lager des Reichsarbeitsdienstes gewesen.“ Dafür steht das „RAD“ – und die 8 kennzeichnet den Bezirk Niedersachsen.

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RAD-Abteilung - Neumühle statt Wierthe

Die RAD-Abteilung 181 allerdings wird örtlich Neumühle bei Uelzen zugeordnet – und das liegt mehr als hundert Kilometer entfernt von Wierthe. Das macht auch Ortsheimatpfleger Kukoschke etwas stutzig.

„Die Nummer auf dem Foto passt nicht zu der Nummer in meinen Unterlagen“, schreibt er news38.de. Das Lager in Wierthe hatte die Nummer 9/187.

Zwei Erklärungen kommen in Betracht

Also kommen wohl zwei Erklärungen in Betracht. Wohl am wahrscheinlichsten ist es, dass die RAD-Einheit aus Neumühle auch in Wierthe Arbeiten verrichtet hat – und dies mit „ihrem Stein“ dokumentiert hat. Alternativ ist es auch möglich, dass der Stein schlichtweg versetzt wurde, warum auch immer.

Während der NS-Zeit hatte es in der Region Vechelde auch noch RAD-Lager in Wahle, Vechelade, Sonnenberg und Bodenstedt gegeben. Hunderte Menschen lebten dort.

Die Nazis riefen den Reichsarbeitsdienst im Jahr 1935 ins Leben. Der RAD war ein Teil des nationalsozialistischen Erziehungssystems. Zunächst musste jeder junge Mann ein halbes Jahr dort Arbeit ableisten – vor dem Wehrdienst. Später wurden auch Mädchen einberufen.

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Zu den Arbeitsaufgaben zählten zum Beispiel der Autobahnbau, Entwässerungsarbeiten oder Haus- und Feldarbeiten in der Landwirtschaft. (red)