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Merz, Kretschmann und Co. flirten mit Schwarz-Grün 2025 – „Chancen sehr groß“

Oft galten die Grünen als Hauptgegner der Unionsparteien. Nun sprechen beide Parteien plötzlich über eine Schwarz-Grün auf Bundesebene.

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Umfrage: So schlecht schneidet CDU-Chef Friedrich Merz ab

Bundeskanzler Olaf Scholz genießt in der Bevölkerung kein besonders großes Vertrauen. Allerdings schneidet einer seiner lautesten Kritiker noch schlechter ab als der SPD-Politiker.

In aktuellen Umfragen liegt die Union deutlich vorn – Grund genug, sich Gedanken über mögliche Koalitionspartner für die Bundestagswahl 2025 zu machen. Vor einem halben Jahr schloss CDU-Chef Friedrich Merz eine Koaltion mit den Grünen noch aus. Sie seien die „Hauptgegner der Union“ so Merz. Doch nun die schwarz-grüne Wende?

Nun scheint plötzlich auch eine schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene denkbar! Diesbezüglich hat sich auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gegenüber dem Nachrichtenportal web.de für die Möglichkeit einer Koalition aus Union und Grünen auf Bundesebene ausgesprochen.

„Chancen sehr groß“

Mit klarem Blick auf die Bundestagswahl 2025 betont der Grünen-Politiker die Potenziale einer schwarz-grünen Koalition, die sich bisher vor allem auf Landesebene bewährt hat. „Die Chancen für ein solches Bündnis in Berlin werte ich als sehr groß“, erklärt Kretschmann. Und es kommt noch dicker: Auch CDU-Chef Friedrich Merz hält eine solche Koalition für möglich.

Das kommt für viele überraschend, da sich die Unionsparteien oftmals stark gegen die Forderungen der Grünen positionieren. Bisher war eine schwarz-grüne Koalition vor allem auf Landesebene erfolgreich. Nun scheint es, als könnte sie 2025 vielleicht auch den Sprung auf die Bundesebene schaffen.

Kritik an Anti-Grüner Haltung

Kretschmann, der seit 2016 Grün-Schwarz in Baden-Württemberg regiert, sieht in der Verbindung von wirtschaftlichem Sachverstand und ökologischem Bewusstsein eine notwendige Synergie für die Zukunft. „Die CDU ist eine wirtschaftsnahe Partei und der Markenkern der Grünen ist die Umwelt- und Klimapolitik. Wir brauchen diese Verbindung von Ökologie und Ökonomie“, führt er aus.

Trotz der offen geäußerten Kritik aus den Reihen der CDU an den Grünen mahnt Kretschmann zu einer langfristigen Sicht der Dinge. Er kritisiert die vorschnelle Ablehnung und weist darauf hin, dass auch Merz seine Perspektive verändert habe. Denn auch Merz hat sich dazu in seinem wöchentlichen Newsletter „Merzmail“ positiv geäußert. „Keine besonders verlockende Aussicht, aber eine regierungsfähige Mehrheit muss es geben“, schreibt der CDU-Chef.

Zusammenhalt über parteiliche Grenzen hinweg

Anlässlich der aktuellen Demonstrationen gegen rechts betont Kretschmann die Wichtigkeit des Zusammenhalts über parteiliche Grenzen hinweg. So sagt er: „Es geht um den Schutz der Grundlagen unserer Demokratie, da darf man sich nicht von tagespolitischen Differenzen spalten lassen.“ Für Kretschmann steht fest, dass die CDU als „starke demokratische Kraft gegen den Rechtsextremismus ganz dringend gebraucht“ wird.


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Zuspruch von Unionsparteien

Neben Merz gibt es weiteren Zuspruch aus den Unionsparteien. So schreibt Dennis Radtke, CDU-Europa-Abgeordneter für das Ruhrgebiet, auf „X“, ehemals Twitter: „Schwarz-grün funktioniert in NRW hervorragend. Warum sollte @_FriedrichMerz diese Option ausschließen und sich auf eine ausgelaugte SPD festlegen oder auf eine 3 Prozent FDP hoffen, die in Berlin nichts zustande bringt?“

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Ähnlich sieht das CDU-Kollege Ruprecht Polenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde: „Richtig so. Bei einer FDP, die derzeit bei 3% liegt und einer SPD, die nach gefühlt 30 Regierungsjahren nun wirklich abgewirtschaftet hat, ist Schwarz-Grün für Deutschland wahrscheinlich the best available option.“

Die Stimmen für eine schwarz-grüne Koalition werden also lauter. Ob dies auch 2025 so sein wird, bleibt abzuwarten.