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Gehalt: 3 Quereinsteiger-Jobs werden gut bezahlt – aber kaum jemand will sie machen

Es werden Quereinsteiger gesucht: In manchen Branchen gibt es ein gutes Gehalt, doch trotzdem will kaum jemand diese Jobs machen.

© IMAGO/Horst Galuschka

Dein Brutto-Gehalt im Vergleich: So viel verdienen andere in Deutschland im Durchschnitt

Gehalt ist in Deutschland oft ein Tabu-Thema. In diesem Video zeigen wir, wie viel die Deutschen im Durchschnitt verdienen.

Das Mediangehalt in Deutschland betrug 2023 43.842 Euro brutto im Jahr. Das bedeutet: Das ist genau die Mitte, 50 Prozent der Leute verdienen mehr, bei 50 Prozent liegt das Gehalt drunter. Tatsächlich arbeitet auch jeder Fünfte hierzulande im Niedriglohnsektor. Zugleich gibt es im Land einen großen Fachkräftemangel.

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Die Frage ist nun also: Lohnt sich eine Umschulung und ein beruflicher Neuanfang für dich? In manchen Jobs kann man als Quereinsteiger gutes Geld verdienen – doch trotzdem will sie kaum jemand machen. Wir stellen drei dieser Jobs vor.

Auch wenn immer mehr fleischlos glücklich sind: Metzger werden gesucht

Laut dem Jobportal kununu.com gehört der Beruf des Metzgers oder auch Fleischers dazu. Ein altehrwürdiger Handwerksberuf, den heutzutage aber immer weniger Menschen attraktiv findet. Das liegt auch am veränderten Ernährungsverhalten. Laut einer Forsa-Umfrage essen neun Prozent der Deutschen vegetarisch, drei Prozent leben sogar vegan. Viele Traditionsmetzgereien geben auf, weil Nachfolger und Fachpersonal fehlen.

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Laut dem Portal verdienen Vollzeit-Metzger im Schnitt 32.700 Euro brutto im Jahr. Beim Gehalt sind aber auch bis zu 46.300 Euro drin. Das Jobportal bezieht sich dabei auf einen Datensatz von 1.390 gemeldeten Gehältern.

Alltäglich mit dem Tod zu tun: Bestatter brauchen Empathievermögen

Mit dem Tod wollen viele nichts zu tun haben. Das Sterben wird verdrängt. Doch wenn das Schicksal zuschlägt, braucht es kompetente Menschen, die in den schweren Stunden da sind. Bestatter verdienen laut Kununu.com im Schnitt 31.700 Euro. Bis zu 44.000 Euro sind maximal beim Lohn drin.

Wer psychisch stabil ist, Einfühlungsvermögen mitbringt, kundenorientiert denkt und ein Organisationstalent hat, der hat gute Chancen als Quereinsteiger in dieser Branche. Etwas abschreckend könnten für einige die Arbeitszeiten sein. Auch nachts, an Wochenenenden und Feiertagen versterben Menschen und das Telefon im Bereitschaftsdienst kann jederzeit klingeln.

Bibelsicher und Top-Gehalt: Evangelische Kirche stellte Pfarrer-Quereinsteiger ein

Es klingt paradox: Trotz der Austrittswelle fehlt es den Kirchen an Pfarrern. Immer weniger junge Menschen studieren Theologie mit dem Ziel Pfarramt. Der Nachwuchs bricht weg. Wer fest im christlichen Glauben ist und sich ein Leben im Dienst der Gemeinde vorstellen kann, wird allerdings auch stattlich entlohnt. Laut Kununu.com liegt das Durchschnittsgehalt für evangelische und katholische Pfarrer bei 55.800 Euro brutto im Jahr.

Tatsächlich ist auch ein Quereinstieg möglich! Die Evangelische Kirche in Bayern startete 2023 ein berufsbegleitendes Fernstudium für Quereinsteiger zwischen 25 und 49 Jahre. Das ist auf drei Jahre ausgelegt und man braucht nicht mal Abitur als Zugangsvoraussetzung, mittlere Reife reicht.


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Auch die katholische Kirche sucht Quereinsteiger-Priester, dafür gibt es in Lantershofen in Rheinland-Pfalz ein spezielles Ausbildungszentrum. Innerhalb von vier Jahren kann man hier, auch ohne Abi, zum Priester werden.